Reise nach Rom – Tag 3: Der Vatikan
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Rom und der Vatikan bilden am dritten Tag den großen Abschluss der Reise, geprägt von großer Kunst, Glauben und Geschichte. Nach der Altstadt und den Monumenten des antiken Rom führt der dritte Tag in den kleinsten unabhängigen Staat der Welt. Mit einer Fläche von knapp einem halben Quadratkilometer ist die Vatikanstadt zwar winzig, doch kaum ein anderer Ort vereint auf so engem Raum derart bedeutende Bauwerke, Kunstschätze und jahrhundertealte Geschichte. Petersplatz, Petersdom, die Vatikanischen Museen und die Vatikanischen Gärten machen das Zentrum der katholischen Kirche zugleich zu einem der wichtigsten Besucherziele Roms.
Der Vatikan liegt westlich des Tibers und lässt sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Wer den Besuch klassisch beginnen möchte, nähert sich über die Via della Conciliazione dem Petersplatz. Schon auf dem Weg dorthin rückt die mächtige Kuppel des Petersdoms immer eindrucksvoller ins Blickfeld.
Petersplatz – die große Bühne des Vatikans
Der Petersplatz bildet das monumentale Entrée zur Basilika. Gian Lorenzo Bernini gestaltete die Anlage im 17. Jahrhundert mit den berühmten halbkreisförmigen Kolonnaden. Vier Reihen mächtiger Säulen umschließen den Platz und wirken wie weit geöffnete Arme, die Besucher aus aller Welt empfangen.

Der Petersplatz beeindruckt mit mächtigen Kolonnaden, dem ägyptischen Obelisken und dem imposanten Petersdom als Kulisse.
Im Zentrum erhebt sich ein ägyptischer Obelisk, der bereits in der Antike nach Rom gelangte und 1586 an seinen heutigen Standort versetzt wurde. Zwei große Brunnen ergänzen die nahezu symmetrische Gestaltung des Platzes.
Seine besondere Atmosphäre entfaltet der Petersplatz bei päpstlichen Audienzen und großen kirchlichen Feierlichkeiten. Dann versammeln sich hier Zehntausende Gläubige. Doch auch an gewöhnlichen Tagen lohnt es sich, die Dimensionen und die durchdachte Architektur des Platzes zunächst in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Petersdom – Kunst und Architektur von Weltrang
Am westlichen Ende des Platzes erhebt sich der Petersdom, offiziell die Basilica di San Pietro in Vaticano. Die heutige Basilika entstand über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert und wurde 1626 geweiht. An ihrer Planung und Ausstattung waren einige der bedeutendsten Künstler und Architekten ihrer Zeit beteiligt.
Schon beim Betreten des gewaltigen Innenraums wird deutlich, warum St. Peter zu den berühmtesten Kirchen der Welt zählt. Dimensionen, Marmor, Skulpturen, Mosaiken und Altäre verbinden sich zu einem überwältigenden Gesamteindruck.

Der Petersdom im Vatikan beeindruckt mit monumentaler Architektur, bedeutenden Kunstwerken und seiner mächtigen Kuppel.
Zu den großen Kunstschätzen gehört Michelangelos Pietà in der ersten Kapelle des rechten Seitenschiffs. Die Marmorskulptur zeigt Maria mit dem vom Kreuz genommenen Christus und entstand, als Michelangelo noch keine 25 Jahre alt war. Heute wird das Meisterwerk hinter schützendem Glas präsentiert.
Im Zentrum der Basilika erhebt sich unter der Kuppel Berninis monumentaler Bronzebaldachin über dem Papstaltar. Unterhalb dieses Bereichs befindet sich die Confessio mit dem verehrten Petrusgrab. Der Überlieferung zufolge wurde der Apostel Petrus nach seinem Martyrium in unmittelbarer Nähe bestattet.
Die Kuppel – hoch über Rom
Über allem erhebt sich die gewaltige Kuppel des Petersdoms. Michelangelo übernahm 1546 die Bauleitung der Basilika und prägte entscheidend ihre Gestaltung. Die Vollendung der Kuppel erlebte er jedoch nicht mehr. Nach seinem Tod im Jahr 1564 führten Giacomo della Porta und Domenico Fontana die Arbeiten weiter. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kuppel gegen Ende des 16. Jahrhunderts.

Die Kuppel des Petersdoms prägt die Silhouette des Vatikans und bietet von oben einen spektakulären Panoramablick über Rom.
Mit einer äußeren Höhe von mehr als 133 Metern bis zur Spitze des Kreuzes bestimmt sie weithin sichtbar die Silhouette des Vatikans. Wer den Aufstieg nicht scheut, wird mit einem der spektakulärsten Panoramen Roms belohnt. Insgesamt führen 537 Stufen bis hinauf zur Kuppel.
Von oben liegt der Petersplatz mit seinen Kolonnaden nahezu wie ein Architekturmodell zu Füßen. Dahinter öffnet sich das Panorama über den Tiber und die Dächer der Ewigen Stadt. In der anderen Richtung reicht der Blick über die Vatikanischen Gärten und große Teile des kleinen Kirchenstaates.
Vatikanische Museen – eigentlich ein eigener Tag
Wer Rom tatsächlich an nur drei Tagen erkundet, steht beim Vatikan vor einer schwierigen Entscheidung. Denn allein die Vatikanischen Museen könnten problemlos einen ganzen Besichtigungstag füllen. Ihre Sammlungen umfassen Kunst und Kulturschätze aus vielen Jahrhunderten und gehören zu den bedeutendsten der Welt.

Die Vatikanischen Museen beherbergen eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt und führen durch Jahrhunderte der Geschichte.
Für einen Sonntag ist allerdings eine wichtige Besonderheit zu beachten: Die Vatikanischen Museen sind regulär sonntags geschlossen. Lediglich am letzten Sonntag eines Monats öffnen sie – sofern dieser nicht mit bestimmten kirchlichen Feiertagen zusammenfällt – von 9 bis 14 Uhr bei letztem Einlass um 12.30 Uhr.
Wer die Museen mit Sixtinischer Kapelle ausführlich kennenlernen möchte, sollte sie deshalb besser separat einplanen und Tickets möglichst vorab über das offizielle Buchungsportal reservieren.
Die grüne Seite des Kirchenstaates
Eine überraschend ruhige Seite des Vatikans zeigen die Vatikanischen Gärten. Grünanlagen, Brunnen, Grotten, Skulpturen und historische Gebäude bilden einen starken Kontrast zum Trubel rund um Petersplatz und Basilika. Die Gärten nehmen einen beträchtlichen Teil der Fläche des Vatikanstaates ein und sind nicht frei zugänglich, sondern werden im Rahmen entsprechender Besuchsangebote erschlossen.

Die Vatikanischen Gärten bilden eine grüne Oase im Vatikan und überraschen mit Brunnen, historischen Bauten und stillen Wegen.
Auch hier lohnt eine frühzeitige Planung. Zudem sind die Vatikanischen Gärten nach dem offiziellen Kalender sonntags und an Feiertagen geschlossen. Wer sie besichtigen möchte, sollte den Besuch daher nicht auf den klassischen dritten Tag eines Rom-Wochenendes legen.
Ein würdiger Abschluss für drei Tage Rom
Nach drei Tagen zeigt sich, wie unterschiedlich die Gesichter Roms sind. Auf die Plätze und Brunnen der Altstadt folgten Kolosseum, Forum Romanum und Palatin – und schließlich der Vatikan mit Petersplatz und Petersdom.
Natürlich bleiben selbst nach einem gut geplanten Wochenende zahlreiche Sehenswürdigkeiten unentdeckt. Gerade darin liegt jedoch ein besonderer Reiz. Rom lässt sich kaum vollständig besichtigen und schon gar nicht in drei Tagen. Die Stadt liefert stattdessen bei jedem Rundgang neue Gründe für eine Rückkehr. Und spätestens beim Blick von der Kuppel des Petersdoms über das Häusermeer steht fest: Drei Tage reichen für einen ersten Eindruck – für Rom selbst reichen sie niemals.
Reise nach Rom – Tag 1: Altstadtwanderung
Reise nach Rom – Tag 2: Historisches Rom
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