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Gardasee Reise

Geschichte – Gardasee

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Gardasee von oben

Geschichte – Gardasee – Neben einem fantastischen Urlaubsgebiet kann der Gardasee mit vielen historischen Orten und Regionen aufwarten. Wer sich damit beschäftigt, findet unglaubliche Geschichten – eine Reise durch die Zeit.

Schon seit früher Zeit war der Gardasee nicht nur Erholungsgebiet der Römer, sondern auch Zankapfel der umliegenden Regionen und ihren Herrschern. Dabei spielten nicht nur militärische und strategische Überlegungen eine Rolle, sondern auch wirtschaftliche.

Geschichte – Gardasee: Römische Zeit

Mit der Eroberung durch die Römer wird der Gardasee Teil der römischen Provinz „Gallia Cisalpina“. Bis zum Fall des Römischen Reiches um 500 n.Chr. werden vor allem am südlichen Seeufer zahlreiche Villen und Thermalbäder errichtet. Einige kann man heute noch bestaunen. Die erste große historische Auseinandersetzung fand im November 268 statt und sollte als „Schlacht am Lacus Benacus“ in die Geschichtsbücher eingehen. Hierbei standen sich die Alamannen und die Römer unter Kaiser Claudius Gothicus gegenüber.

Im Laufe des Jahres 268 durchbrach ein alamannisches Heer von etwa 100.000 Kriegern die Grenze auf dem Brenner und drang tief in römisches Gebiet ein. Das römische Heer war aufgrund innerer Unruhen geschwächt und durch eine Invasion der Goten in der Schlacht bei Naissus anderweitig gebunden. Ungehindert konnten die Alamannen große Teile Norditaliens besetzen. Claudius Gothicus versuchte durch Verhandlungen, die Alamannen zum Abzug zu bewegen. Als dies scheiterte, entschloss er sich zum Kampf an den Ufern des Gardasees

Der Kaiser errang mit seinen 35.000 Soldaten einen triumphalen Sieg und konnte mehr als die Hälfte der gegnerischen Alamannen töten oder gefangen nehmen. Die entkommenen Alamannen flüchteten zurück über die Alpen. Allerdings erscheint die doch große Zahl der Krieger stark übertrieben. Die römischen Geschichtsschreiber wollten den römischen Sieg glanzvoller darstellen.

Geschichte – Gardasee: Scaligerfamilie

Nach Ende des römischen Reiches übernahmen erst die Langobarden und später der Frankenkönig Karl der Große die Herrschaft über den Gardasee. Zudem erklärte Karl seinen Sohn zum König Italiens

Ab etwa Mitte des 13. Jahrhunderts geraten die meisten Seestädte unter den Einfluss der Scaligerfamilie. Diese mächtige Familie machte Verona zur mächtigsten Stadt Norditaliens. Um ihre Besitztümer am Gardasee zu schützen, bauten die Scaliger mächtige Burgen und Befestigungsanlagen. Viele davon sind auch heute noch intakt, wie beispielsweise die Burg in Malcesine, das Wasserschloss in Sirmione oder die Burg in Desenzano del Garda.

Sirmione Wasserschloss 960

Das Wasserschloss in Sirmione im Süden am Gardasee ist eine typische Scaligerbefestigun.

Geschichte – Gardasee: Seeschlacht im Norden

1387 flieht der letzte Scaliger aus Verona und die Stadt fällt für geraume Zeit an Mailand, bis 1405 Venedig Verona einnimmt und seinen Herrschaftsbereich auf einen Großteil des Gardasees ausdehnt. In diesen Zusammenhang sei die Seeschlacht von 1439 erwähnt, die im Norden des Sees stattfand. Die Mailänder besetzten damals Rivadel Garda, Verona hatte Torbole unter seiner Herrschaft. Zudem sperrten die Mailänder im Süden in der Nähe von Valeggio bzw. Borghetto den Fluss Mincio mit einem riesigen Staudamm.

Borghetto 960-440

In der Nähe von Valeggio bzw. Borghetto bauten die Mailänder einen riesigen Staudamm, um die Venezianer daran zu hindern, mit ihren Booten zum Gardasee zu kommen.

Der war 600 Meter lang, 26 Meter breit und 10 Meter hoch. So konnte man sich zwar per Schiff bei Chioggia am südlichen Ufer der Lagune von Venedig auf der dort mündenden Etsch Richtung Verona bewegen, von da aus weiter flussaufwärts bis Mori, aber dann war Schluss. Die Zufahrt per Boot nach Norden war versperrt. So unternahmen die Venezianer ein wagemutiges Abenteuer: Sie schleppten ihre Boote über die Berge zum Gardasee. So mussten sechs große Galeeren (50 m lang, 6 m breit), zwei Galeonen und 26 Kriegsbarken auf dem Landweg zum See mühevoll geschleppt werden. Mit Hilfe von 2.000 Zugochsen, viel Schwarzpulver und den zu Rollen verarbeiteten Baumstämmen des nunmehr gefällten Waldes zog man die Schiffe an Tausenden von Seilen zunächst auf die Passhöhe.

Anschließend ließ man sie von dort in den Gardasee hinunter. Eine beachtliche Leistung, besonders wenn man bedenkt, dass dabei kein einziges Schiff zu Bruch ging. Was sich allerdings auf dem Wasser änderte. Die Mailänder hatten nämlich die Aktion von weitem beobachtet und konnten sich auf den Angriff einstellen. Am 20. November 1439 kam es bei Torbole zu einer Seeschlacht und ein großer Teil der so mühsam herangeschafften venezianischen Flotte wurde versenkt.

Geschichte – Gardasee: Dramatische Ereignisse

Die darauf folgende Winterpause nutzen die Venezianer zur Beschaffung von Baumaterial für neue Schiffe und warteten im Hafen von Torbole auf den Frühling. Im nur 2.500 m entfernten Hafen von Riva ruhten die Mailänder. Im April 1440 überrumpelten schließlich die Venezianer ihre Gegner in deren Hafen und gewannen Riva so zurück. Von da an war der Gardasee wieder fest in den Händen Venedigs, was auch für die nächsten 350 Jahre so blieb, bis Napoleon 1796 die venezianische Republik eroberte und auflöste. Riva, Verona und das gesamte Ostufer des Sees fielen damals an Österreich.

Im Jahr 1859 kommt es am südlichen Gardasee zur entscheidenden Schlacht für die italienische Unabhängigkeit. Bei Solferino und San Martino steht die Österreichische Armee einer Allianz von Italienern und Franzosen gegenüber. Der Rest der österreichischen Armee wurde von italienischen Truppen besiegt. Der Preis dafür war hoch: Mehr als 25.000 Tote und Sterbende lagen auf den Schlachtfeldern. Kein Mensch kümmerte sich um sie – bis auf einen: der Schweizer Henry Dunant. Infolge seiner Erlebnisse gründete Dunant die größte Hilfsorganisation der Welt: das Rote Kreuz.

 

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