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Prosecco: Frischer perlender Genuss

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Lust auf Italien: Prosecco - pricklender Genuss

Die Region Venetien ist die Heimat des Prosecco. Im Herzen der Provinz Treviso zwischen den Städtchen Conegliano und Valdobbiadene liegt der Geburtsort des perlenden Weins. Das Anbaugebiet ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und vielen historischen Bauten außerdem ein interessantes Reiseziel.

Zwischen den Dolomiten und Venedig befinden sich die neun Provinzen wo die Trauben für Prosecco reifen. Prosecco ist seit 2009 eine Herkunftsbezeichnung und durch EU-Recht geschützt. Nur Weine die aus diesem Gebiet in Italien stammen, dürfen die Bezeichnung Prosecco im Namen führen. Die DOC-Region in Venetien produziert jährlich 380 Millionen Flaschen Prosecco. Ein großer Teil geht davon in den Export. Der Spitzenreiter beim Prosecco-Genuss in Europa sind die Schweizer gefolgt von Deutschland. In beide Länder zusammen gehen nahezu 50 Prozent des Exports von Prosecco.Im Zentrum von DOC befindet sich die kleine Provinz Treviso. Im hügligen Gebiet produzieren Bauern die Reben für besonders hochwertigen Wein. Die Herstellung des Proseccos unterliegt den DOCG-Vorschriften. Die Abkürzung DOCG steht für „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ und heißt übersetzt „kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung“. Die strengen DOCG-Vorgaben regeln den Anbau, die Ernte, das Keltern und die Verarbeitung des Weins. Damit will die Region sicherstellen, dass die Produkte höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Deswegen auch die Bezeichnung „Prosecco Superiore“. Die Gegend um die kleine Stadt Asolo ist Bestandteil des DOCG-Anbaugebiets, aber nicht so bekannt wie „Conegliano Valdobbiadene DOCG“.

Lust auf Italien: Prosecco Ventien mit Alpen

Das Anbaugebiet des Prosecco liegt in der Provinz Treviso in Venetien in den Hügeln der Trevisaner Voralpen.

Prosecco: Ein wenig Geschichte

Die Weinproduktion in Venetien geht bis in die Römerzeit zurück. Prosecco wurde wohl zum ersten Mal im 12. Jahrhundert hergestellt. Zu dieser Zeit stellten die Winzer noch keinen Schaumwein her. Das geschah wesentlich später und wird oft mit einem Missgeschick in Verbindung gebracht: Der Wein wurde zu Winterbeginn in Flaschen gefüllt. Die kühlen Temperaturen stoppten den Gärungsprozess, was die Befüllung erleichterte. Durch die Frühlingssonne wurden die Flaschen erwärmt und das eingeschlossene Kohlendioxid sorgte für die prickelnden Bläschen im Wein. Die Winterkälte tötete die Hefe in den Flaschen ab und hinderte diese an der Zersetzung des Zuckers in Alkohol und Kohlendioxid. Als Ergebnis bekam der Prosecco durch den Restzucker seine süße Note. Vor fast 150 Jahren entwickelte der Winzer und Chemiker Antonio Carpené ein Verfahren zur Herstellung von Prosecco in Tanks. Damit legte er den Grundstein für die Prosecco-Produktion wie man sie
heute kennt. 1868 produzierte sein Weingut „Carpené Malvoti“ das erste Mal nach der Methode und arbeitet bis heute in der vierten Generation nach den Vorgaben des Gründers.

Zur Förderung des Weinbaus in der Region, eröffnete Antonio Carpené 1876 die Weinbauschule in Conegliano. Sie gilt als die wichtigste Ausbildungsstätte für Weinanbau und die Produktion in Italien. Seit 1923 ist ein Forschungszentrum fester Bestandteil der Bildungseinrichtung. Neben der Züchtung neuer Sorten und Pflege traditioneller Reben, sind Bodenerhaltung und Umweltschutz weitere Forschungsthemen. Viele Winzer der Region arbeiten dabei mit der Bildungseinrichtung eng zusammen. Die Kooperation zwischen Schule und Herstellern hilft bei der Erhaltung der Landschaft, Pflanzen und Tieren. Verstärkt setzen die Produzenten dabei auf biologischen Anbau. 2010 bewarb sich die Region um den Titel „Weltkulturerbe“ bei der UNSECO.

Prosecco: Anbau und Produktion

Prosecco wird hauptsächlich aus der Glera-Traube hergestellt. Forscher glauben, dass diese Rebe schon zur Römerzeit in Venetien angepflanzt wurde. Im DOCG-Gebiet muss der Anteil der Glera-Traube im Prosecco mindestens 85 Prozent betragen. Der Rest wird aus Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera, Glera Lunga, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Pinot Nero und Chardonnay zugemischt. Viele Weingüter bieten Proseccos-Sorten mit einhundert Prozent Glera an. Der Alkoholgehalt beträgt laut Vorschriften wenigsten 11 Prozent und der Säuregehalt 5 Gramm pro Liter. Eine Ausnahme bildet der Cartizze-Prosecco – hier ist als Minimum 11,5 Prozent Alkoholgehalt vorgeschrieben. Dieser spezielle Wein wird an den Hängen zwischen den Gemeinden Fol und Saccol auf ca. 107 Hektar angebaut. Als Spitzname ist “Crus” gebräuchlich. Der besondere Boden, die Sonne und der Wind aus der Ebene um Venedig sorgen für die Vollreife der Trauben und für die hohe Qualität. Cartizze ist auf Grund des beschränkten Anbaugebiets nur in kleinen Menge auf dem Markt zu finden und ist meist etwas teurer als die anderen Marken aus der DOCG-Region. Eine Sonderstellung nimmt „Rive“ ein. Das sind Trauben, die in 43 Weingärten in einem spezifizierten Gemeindegebiet reifen. Die Bezeichnung bedeutet „Weingärten an steilen Hängen“. Bei der Produktion sind nur maximal dreizehn Tonnen pro Hektar zugelassen. Die Ernte muss per Hand erfolgen. Auf den Labels der Rive-Flaschen sind laut DOCG-Vorschrift die Ortschaften aufgeführt, aus denen die Reben stammen.

Lust auf Italien: Prosecco Tenuta Winery

In malerischen Weinbergen findet der Gast in Hotels und Ferienhäusern Ruhe und Entspannung.

Durch die vielen Berge in der Region Treviso ist der Einsatz von Maschinen für die Ernte kaum möglich. Die meisten Weinbauern setzen aus diesem Grund auf andarbeit beim Anbau, Pflege und bei der Ernte. Die Weinlese ist im Spätsommer und Herbst. Die ausgewählten Trauben gelangen in die Winzerei. Dort pressen die itarbeiter mit Maschinen unter sanften Druck die Reben aus, damit nur der erste Teil des Safts gewonnen wird. Nach den DOCG-Regeln gilt: Aus 100 Kilogramm Trauben dürfen nur maximal 70 Liter Most gepresst werden. Es folgt eine Ruhephase für den Traubensaft bei 5 bis 10 Grad Celsius. Nach zehn bis zwölf Stunde trennt der Winzer den klaren Teil der Flüssigkeit und bereitet diesen für die erste Gärung im Edelstahltank vor. Dieser Prozess dauert fünfzehn bis zwanzig Tage bei 18 bis 20 Grad Celsius. Es entsteht der Basiswein. Dieser wird mit natürlicher Hefe versetzt und unter Druck in die Tanks für die zweite Gärung gegeben. Hier spricht man auch von der Spumantisierung. Dieser Produktionsabschnitt dauert wenigsten 30 Tage. Einige Winzer warten beim zweiten Gärungsprozess sogar 60 bis 90 Tage. Durch die längere Wirkung der Hefe auf den Wein entstehen komplexe Aromen und neue Geschmacksrichtungen. Der fertige Prosecco wird im Anschluss in Flaschen gefüllt und nach einigen Monaten auf den Markt gebracht. Prosecco gilt als junges Produkt und sollte nach einem bis zwei Jahren genossen werden. Einige Produzenten bieten aber auch länger gelagerte Prosecco-Varianten an. Die Farbe des Weins ist normalerweise strohgelb und klar. Der Markt kennt mittlerweile
aber auch ungefilterte Proseccos. Hier greifen die Winzer auf alte Rezepte zurück. Einige Hersteller setzen beim zweiten Gärvorgang wieder auf die Flasche. Damit will man der ursprünglichen zweiten Gärung zu einem Revival verhelfen.

Prosecco erleben & geniessen

„Extra Dry“ und „Dry“ sind die bekanntesten Prosecco-Varianten und haben meist einen fruchtig süßen Geschmack. Der Zuckergehalt bei Extra Dry beträgt 12 bis 17 Gramm pro Liter und bei Dry mehr als 17 Gramm pro Liter. Neben den süßeren Varianten hat sich in den letzten Jahren der Typ „Brut“ zu einem Kassenschlager entwickelt. Es handelt sich dabei um einen sehr trockenen Prosecco, der immer mehr Anhänger findet. Dieser Wein hat maximal 12 Gramm Zucker pro Liter. Prosecco wird aber auch als Perlwein (Frizzante) und in einer stillen Variante (Tranquillo) produziert. Einige Winzer haben Cuvee und Roses in der Produktpalette. Der rosa Schaumwein ist kein Prosecco. Bei diesen Produkten sind einige Produzenten besonders auf Auszeichnungen stolz, die diese auf Weinmessen in jüngster Zeit erhielten. Prosecco findet in einigen Fällen seinen Weg in lokale Brennereien. Dort wird er zu Hochprozentigen in Form von Grappa oder Weinbrand veredelt.
DOCG-Prosecco wird in einem speziellen Kelch serviert, der von der Firma Riedel extra für den Wein entwickelt wurde. Alternativ gehen auch weite Tulpengläser. Bei diesen entfalten sich der typische Geruch und das Aroma des Prosecco. Die Hersteller raten von der Benutzung hoher Sektgläser oder Schalen ab. Prosecco wird rund um Conegliano und Valdobbiadene zu vielen Gelegenheiten serviert. Neben seinem Status als König des Aperitifs, ist der Prosecco wegen seiner variablen Zuckerdosierung auch für alle Gänge eines Essens geeignet. Er hat seinen festen Platz sowohl in der bodenständigen, als auch in der raffinierten modernen Küche. International kombinieren Köche den DOCG-Prosecco mit Spezialitäten wie Sushi oder anderen Gerichten aus Fernost. In vielen Restaurants im Gebiet um Conegliano und Valdobbiadene setzt man auf regionale Küche. Je nach Jahreszeit gibt es wilden Spargel, Steinpilze, Fisch aus den Flüssen der Umgebung, Wild und frisches Gemüse von den Feldern zwischen den Weingütern. Die Küchenchefs setzen auf Produkte aus dem Umland. Das garantiert Frische und schont die Umwelt.

Lust auf Italien: Treviso - Lokale Produkte zum Prosecco

Lokale Spezialitäten wie Salami, Schinken und Käse sind die idealen Begleiter für ein Glas Prosecco.

Der Radicchio aus Treviso mit seinem leichten bitteren Geschmack passt hervorragend zu der fruchtigen Note eines Dry- oder Extra Dry-Prosecco. Natürlich dürfen Pasta, Käse, Salami, Schinken und Olivenöl nicht fehlen. Die für die Region typische „Soppressa“ bekommt man in kleinen Wurstbetrieben der Region.
Bei der Auswahl des richtigen Weins helfen die Mitarbeiter der Restaurants. Für Zwischenstopps gibt es zahlreiche Weinstuben mit Terrassen. Bei einem Glas Prosecco und einem Snack genießt man den Ausblick auf die Weinberge.

Bilder:  duca di dolle , Collalto , DOCG

 

Lust auf Italien: September/Oktober

Cover: Titel - Lust auf Italien 4/2022

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