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Reise Südtirol

Törggelen – Südtirol

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Törggelen

Kastanien, Wein und Wandern – kurz Törggelen. Dabei handelt es sich nicht nur um einen der wichtigsten Bräuche des Landes, sondern auch um einen der genussvollsten.

Wenn sich im Herbst die Blätter bunt färben und die frischen Trauben eingekellert werden, dann ist es Zeit für einen schönen Wanderurlaub im traumhaften Südtirol. Und was gibt es schöneres nach dem anstrengenden Spaziergang durch den Blätterwald als eine gemütliche Törggele-Partie in den urigen Gasthöfen.

Woher kommt eigentlich der Name „Törggelen“? Man könnte meinen, dass der Begriff nach reichlich Weingenuss vom „torkeln“ kommt. Nein, er leitet sich sich von der Traubenpresse im Keltenraum, dem „Torculum“ ab, die schlicht „Torggl“ genannt wird. In Südtirol wird von Anfang Oktober bis zum Beginn der Adventszeit gewandert und anschließend in den Buschenschänken gegessen. Törggelen beginnt sobald die Weinbauern ihre Trauben abgeerntet haben und der Trauensaft in den schweren Fässern ruht. Als Zeichen, dass der junge Wein probiert werden konnte, hängten die Weinbauern Wacholdersträuße an die Tür und machten aus ihrem Bauernbetrieb für ein paar Wochen sogenannte „Buschenschänken“. Heute laden diese Schänken zur Törggelenzeit zum genussvollen Einkehren ein.

Beim Wandern marschiert man auf dem Kastanienweg, kurz „Keschtnweg“. Im Herbst platzen die braunen Herbstfrüchte, in Südtirol „Keschtn“ genannt, aus ihren stacheligen Schutzpanzern und schmücken die Wanderrouten. Und wer denkt, dass Törggelen nur essen und trinken ist, der hat sich gewaltig getäuscht. Richtig törggelen bedeutet, die herrlichen Landschaften erleben und zu erwandern und anschließend eine richtige Mahlzeit.

Herbst_Eisacktal_Brixen und Umgebung_2_(c) TVB Eisacktal_Alex Filz

Törggelen ist für seine Küche sehr berühmt. Die Kastanie ist das Markenzeichen der Törggelen-Zeit. Die Existenz der schmackhaft, nussigen Frucht ist bis zur Vorrömerzeit nachzuweisen. Dass die Kastanie bis heute ihren hohen Stellenwert hat, ist den Klöstern zu verdanken. Die „Kestnsuppe“, eine Suppe aus Bohnen und Kastanien, galt als Fastenspeise. Da die Prälatenklöster im Mittelalter stark im Weinanbau tätig waren und Messwein aber auch Tafelwein produzierten, lag die Affinität und Kombination von Kastanien und jungem Wein sehr nahe. Typisch zum Törggelen ist der „Siaße“, ein wohlschmeckender süßer Most, und der „Nuie“, ein junger Wein. Als Hauptspeise werden Speck, die berühmten Südtiroler Schlutzkrapfen, Surfleisch, deftige Würste mit Sauerkraut und andere Gerichte der Bauernküche auf den Tisch gebracht. Zum Abschluss werden Keschtn oder süße Krapfen gereicht.

(c) Fotos: TVB Eisacktal, Alex Filz

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