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Reise Südtirol

“Land im Gebirg” – Südtirol

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Man tut Südtirol unrecht, wenn man es einfach in die Schublade Folklore, Feste, Ferienzeit steckt. Die Alpenbrücke zwischen Norden und Süden hat schon seit Ötzis Zeiten Menschen zusammengeführt und mit ihrer multikulturellen Prägung eine Kultur erschaffen, in der man sich ganz schnell zuhause fühlt. Südtirol ist ein Land, in dem man zu leben versteht, viele Sprachen spricht und in dem, anders als im Paradies, nicht nur Äpfel eine große Rolle spielen.

Wen´s nach Südtirol zieht, der mag zuerst einen ziemlich glattpolierten, von Reiseveranstaltern werbeträchtig mit bestimmten Inhalten gefüllten Begriff im Kopf haben. Berge, Trachten, Feste, gut essen und trinken, einfach eine malerische Umgebung zum Wohlfühlen und Ausspannen, zum Genießen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Fragt man einen gebürtigen, aber weitgereisten Südtiroler, wie den Sternekoch Norbert Niederkofler, wie er Südtirol beschreiben würde, gerät die Antwort um einiges feinsinniger: „Den Kopf in Österreich, die Füsse in Italien und die Arme weit ausgestreckt in den Osten und Westen des Landes. So könnte man Südtirol beschreiben und sich einen Christus vorstellen, der über der Landkarte liegt. Schließlich spricht man auch noch heute vom heiligen Land Tirol.“ Im übertragenen Sinn kann das Kreuz wirklich Symbol für die Vereinigung einer Vielzahl von Einflüssen sein, die die Südtiroler von heute über die Zeiten geprägt haben.
Das ist schon immer der tiefgreifende Einfluss der Berge auf das Leben der Menschen und auf ihr Verhältnis zur Heimat. Mit ihnen zu existieren, aber auch sie zu überwinden, liegt dem Südtiroler im Blut. Südtirol als historischer Teil Tirols und als Brücke zwischen den Tälern im Norden und den Ebenen im Süden war schon zu Zeiten eines Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation von strategischer Bedeutung für alle, die der Pässe bedurften und Leute brauchten, die sie kannten. Die Entstehung Tirols und die lange Herrschaft der Habsburger von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg sorgte für die sprachliche Dominanz des Deutschen, das zu Beginn der Neuzeit im oberen Vinschgau das Ladinische (oder auch Räthoromanische) ablöste. Bis heute werden diese Dolomiten-Dialekte noch in fünf Tälern Südtirols von etwa 30.000 Menschen gesprochen.
Das Italienische war schon lange vor 1918 vor allem in den Zentren des Handels enorm präsent. Denn wer auf einer Brücke wohnt, hat für Mauern an deren Enden nichts übrig. Die Mehrsprachigkeit Südtirols ist also nicht unbedingt generell politischen Ursprungs; wenn auch nach 1918 der Anteil der im Ursprung italienisch sprechenden Bevölkerung durch Zuwanderung aus Ober- und Süditalien zunahm, bis 1961 auf 34,3 Prozent anstieg und bis 2011 wieder auf 23,4 Prozent sank. Deutsch sprechen seit 1961 noch über 60 Prozent der Südtiroler, Ladinisch etwa fünf Prozent und der Anteil anderssprachiger Zuwanderer wächst wie überall anderswo in Europa. Und als Europäer fühlen sich die Südtiroler auch. Und typisch für Europäer ist eben nicht nationales, sondern grenzübergreifendes, regionales Denken. Die Dreisprachigkeit hat Südtirol nie getrennt. Sie war im Gegenteil verbindendes Element mehrerer Kulturen, die ihre Eigenheiten und Bräuche behalten durften. So können wir heute in Südtirol von einer Melange bergbäuerlicher und mediterraner Kultur sprechen, die auf der Höhe der Zeit angekommen, die meisten anderen europäischen Regionen beim Bruttosozialprodukt überholt hat. Und hier ist er wieder. Der Geist, der versteht, abzutrotzen, was man vom Leben will. Und wenn es laut Provinzialgesetzen darum geht, 90 Prozent der in der in der autonomen Region vereinnahmten Steuern von Rom zur freien Verfügung zurückzubekommen.

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Die Stärken der Region

Mit nur vier Prozent Arbeitslosigkeit macht Südtirol seinem arbeitsamen Image alle Ehre. Rohstoffarm, aber dafür mit 30 Millionen Übernachtungen in 200.000 Betten, wird der Schwerpunkt wirtschaftlicher Tätigkeit schnell klar. Zwei Drittel der Besucher sind Ausländer – ein Begriff der in touristischen Bilanzen noch eine Rolle spielen mag, mit Sicherheit nicht im Denken der Südtiroler. Und alle, die kommen, suchen dann doch neben dem angenehmen Klima, der vielgestaltigen Pflanzenwelt dem Wein und den regionalen Spezialitäten nur dieses wunderbare Gefühl der Einheit zwischen Mensch und Natur, ohne zu ahnen, dass dahinter 1500 Jahre Entwicklung eines außergewöhnlichen, einheitlichen Kulturraumes stecken. Immer wieder spielen dabei geografische Tatsachen eine entscheidende Rolle. Zwischen Salurn in der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland mit 220 Metern über dem Meeresspiegel und dem Ortlergipfel im oberen Vinschgau mit 3905 Metern als höchstem Punkt Südtirols hat ein breites Spektrum Pflanzenwelt Platz. Im Vinschgau wächst der Wein in 800 Metern Höhe bis Schlanders und Kortsch, die Obstbäume wachsen sogar bis auf eine Höhe von knapp 1000 Metern. Palmen, Oleander, Zypressen und Zitronenbäume gedeihen in den mediterranen Talbereichen von Meran und Bozen bis in den südlichsten Zipfel der Region. Von den überall wachsenden Esskastanien profitiert die südtiroler Küche.

Kurze Lieferwege für Gourmets

Überhaupt: Fast alles, was die Besucher Südtirols an der einheimischen Küche so schätzen, produziert die Region selbst und bringt es auf kürzestem Weg auf den Tisch. Außer Kastanien gibt´s
da Speck, Äpfel und Bergkräuter; Wildspezialitäten und delikaten Käse. Neben bäuerlichen Spezialitäten, wie Suppen, Knödeln und Nocken und aromatischen Würsten gilt zum Beispiel der bevorstehende Herbst als die ideale Zeit für die Törggelen, wo bei deftigen Fleischgerichten, Sauerkraut, Knödeln und frisch gebratenen Kastanien der junge Wein verkostet wird. Dabei kann man sich in der milden Sonne schon wieder auf´s Früjahr freuen, wenn Brennesselknödel, Bärbelauch- Teigtaschen, Zigori-Salat und Kräuterknödel die Tische biegen und Lamm, Kitz oder Kalb auf der Speisekarte stehen.

13.000 Kilometer Wanderwege

Und diese Stärkungen kann man gut gebrauchen. Denn tausende von markierten Kilometern Wanderwege ziehen sich durch so wunderschöne Gegenden wie´s Pustertal durch Apfel- und Kastanienhaine, über Hochalmen und weite Weideflächen. Vom leichten Spaziergang im Mittelgebirge bis zur anspruchsvollen Trekkingtour zwischern Gletschern und Alpenseen wird alles geboten. Nicht schlechter geht´s den Bikern. Für sie stehen 4.600 Kilometer Radwege zur Verfügung. Bestimmt ist Bewegung in der Natur die beste Möglichkeit, ein bisschen von der Heimatverbundenheit der Südtiroler zu begreifen, und warum viele, die wie irgendwann Markus Lanz, weg gingen, zurück wollen.

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Cover: Titel - Lust auf Italien 3/2022

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