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Monzambano

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Uralte Olivenbäume, Zypressen und Weinberge prägen die Landschaft rund um den Ort Monzambano, rund 7 km südlich vom Gardasee.

Fährt man mit dem Fahrrad von Peschiera Richtung Mantua sieht man bereits von weitem schon das Castello di Monzambano. Das Schloss ist der älteste Teil von Monzambano. Ihr Bau, der von den Scaligeri als Grenzverteidigung in Auftrag gegeben wurde (zuerst die Bonacolsi im Süden und dann die Gonzaga, dann die Visconti im Westen), geht auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück und ist Teil eines umfassenden Plans, der auch die Burgen von Ponti sul Mincio und Castellaro Lagusello umfasst, sowie Festungen, die Peschiera del Garda mit Borghetto verbinden sollten, um eine echte Grenzlinie zu schaffen.

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Das Castello di Monzambano ist durch ein einziges Tor auf der Ostseite beim Uhrenturm zugänglich.

Das Kastell weist alle Merkmale eines militärischen Bauwerks der Scaligera auf: geschützte Türme, einen Verteidigungsgraben (der aufgrund seiner Lage nicht mit Wasser gefüllt werden konnte), eine Zugbrücke (mit zwei Eingängen: Fahrbahn und Fußgänger), zwei Tore und einen Verteidigungsring am Eingang, sowie imposante Mauern mit einem Patrouillenweg entlang des gesamten Umfangs.

Innerhalb der Mauern fällt als erstes die Kirche San Biagio auf, die 1835 auf den Resten einer viel älteren romanischen Kirche errichtet wurde, von der noch Spuren der drei Apsiden (die im Inneren des heutigen Oratoriums zu sehen sind) und des ursprünglichen Eingangs erhalten sind. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Santa Maria al Mincio, eine sehr alte Kirche (sicherlich aus der Zeit vor dem Jahr 1000), die offensichtlich viel größer war als die heutige. Um die Kirche herum wurden bei Arbeiten Ende der 1990er Jahre etwa 80 Gräber aus dieser alten Zeit gefunden. Dies bestärkt die Hypothese, dass es sich um ein wichtiges religiöses Zentrum handelte.

Der interessanteste Teil der Besichtigung sind die beiden Türme: Gehen Sie unbedingt auf den Uhrenturm (Torre dell’Orologio) hinauf. Oben auf dem Turm kann man die schönen Glocken bewundern, die nur noch am Fest des Heiligen Blasius mit einem antiken Saitensystem geläutet werden. Ebenso genießt man von hier oben einen herrlichen Panoramablick rund um Monzambano sowie auf den Mincio-Fluss. Im Eingangsturm des Schlosses wurde ein Projekt verwirklicht, das dem Wunsch der Gemeinde Monzambano entsprang, den Eingangsturm ihres Schlosses zu neuem Leben zu erwecken, indem dieser Raum in einen kulturellen Veranstaltungsort umgewandelt wurde, der die Geschichte des Schlosses und seiner alten Bewohner auf interaktive und unterhaltsame Weise erzählt. Tatsächlich macht der Besucher hier eine Art virtuelle Zeitreise durch drei der vier Räume im Inneren des Turms, die verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Geschichte des Schlosses und der Umgebung im Mittelalter berührt.

Wenn man vom Schloss herabsteigt und die Piazza Vittorio Emanuele III und die Via Umberto I überquert, gelangt man zur Piazzetta delle Arti e Mestieri (Kleiner Platz der Künste und des Handwerks), wo man entlang der Gasse Vicolo Balilla typische Elemente und Materialien der venezianischen Villen sehen kann, die in die heutigen Wohnhäuser integriert wurden. Über die Piazzetta, das heutige elegante “Wohnzimmer” der Stadt, gelangt man zu einem terrassenförmig angelegten Garten, von dem aus man einen herrlichen Blick auf den Fluss Mincio hat, der bis zum Jahr 1800, als bei Monzambano die erste Brücke über ihn gebaut wurde, nur mit dem Boot überquert werden konnte und mit Mühlen übersät war.

Bedeutend und monumental ist die Pfarrkirche San Michele Arcangelo, ein Wiederaufbau aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, der auf Wunsch der Gemeinde und durch Selbstbesteuerung finanziert wurde und eine durch einen Brand zerstörte Vorgängerkirche ersetzt. Sie ist dem Erzengel Michael, dem Verteidiger der Gerechtigkeit, aber auch dem Heiligen des Flusses und der Verkehrswege, gewidmet und beherbergt im Inneren sehr schöne Altäre, die alle aus dem 18. Jahrhundert stammen und mit Altarbildern von außergewöhnlicher Schönheit geschmückt sind. Insbesondere der Altar des Heiligen Dominikus und der Hochaltar sind ein Triumph der Elemente aus Flora und Fauna. Außerdem ist die Kirche eines der wenigen Beispiele für eine Kirche, die noch von einer Mauer umgeben ist, welche die Pfarrkirche und den umliegenden Friedhof umschloss.

Schließlich ist noch die Chiesa della Santissima Trinità (Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit) im 2 km südlichen Olfino zu erwähnen, die trotz verschiedener Eingriffe im Laufe der Jahrhunderte ihr mittelalterliches romanisches Gepräge bewahrt hat. Trotz ihres schlichten Äußeren ist ihr Inneres mit Stuck und Fresken ein kleines Schmuckstück. Im hinteren Teil der Kirche befinden sich die Überreste eines kleinen Klosters, das früher eine Gemeinschaft von Augustiner-Eremiten beherbergte.

Monzambano ist bekannt für seine herzliche Gastfreundschaft in seinen Gasthäusern, Bauernhöfen und Restaurants. Hier kann man ganz vorzüglich Weine und lokale Spezialitäten der Region probieren.

Fotos: © Comune di Monzambano

     

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