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Südtiroler Weinanbau – heute

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Der Wandel und die Dynamik haben bei allen Produzenten-Gruppen nicht an Energie verloren. Bestimmt durch ein klares Verständnis hinsichtlich der richtigen Lage und die dazu gehörige Traubensorte, haben sich die Schwerpunkte im Rebsortenspiegel weiter verlagert. Zusätzlich nahm das Käuferverhalten, die Erschließung neuer Absatzmärkte, als auch die Entwicklungen in den anderen Weinbau-Ländern (vor allem in Übersee) einen nicht unerheblichen Einfluss.

Die größte Veränderung, heute ist Südtirol nicht mehr primär Rotweinland, ist vielmehr Weißweinland. Diese Entwicklung hin zur Weißwein-Region absolut nachvollziehbar. Man verfügt über hervorragende spezifische Lagen und die entsprechenden Rebsorten. Die heutigen Qualitäten, in der Spitze preislich bis EUR 150 (!), haben dazu geführt dass Südtirol derzeit neben dem Friaul als führende Weißweinregion in Italien absolut zu nennen ist! Aufgrund der Neuausrichtung des Südtiroler Weins hat sich das Preisniveau aller Südtiroler Weine nach oben verändert (bis dato scheint dies noch gerechtfertigt).

Der Anteil der Weißweine ist mittlerweile auf 60% der gesamten Produktion gestiegen. Die Spitzenreiter mit deutlichem Abstand bei den weißen Rebsorten sind Pinot Grigio (Grauburgunder), Gewürztraminer (Südtirol’s autochthone Weißweintraube), Chardonnay (auch für die Produktion von Schaumweinen der klassischen Methode) und Weissburgunder (Pinot Bianco). Diese vier Sorten alleine beanspruchen aktuell ca 2.200 Hektar Rebfläche. Kritisch anzumerken ist, dass aktuell eigentlich zu viel Gewürztraminerreben gepflanzt sind, und sicher auch teilweise nicht in den besten Lagen. Der Grund dafür ist, dass im Zuge der sehr starken Nachfrage nach Südtiroler Weißweinen, insbesondere innerhalb Italiens, dieser aromatische und einzigartige Wein mit seinem ‘deutschen’ Namen ein ganz besonderes Interesse entwickeln konnte.

Bei den roten Trauben ist zwar nach wie vor die Vernatschtraube (heimische Südtiroler Sorte) führend mit in etwa 850 Hektar (entspricht 16% der ges. Anbaufläche), jedoch ist dieser Anteil massiv geringer als in der Vergangenheit (siehe oben). Die weiteren Hauptdarsteller sind der Lagrein (die andere autochthone rote Rebsorte Südtirols) und der Blauburgunder (Pinot Nero oder Pinot Noir) mit zusammen ca 860 Hektar. Mit großem Abstand folgen die anderen Rotweinrebsorten. Die drei oben genannten Top-Rebsorten für Rotwein sind ein klarer Beleg für die prägenden Veränderung in den letzten Jahrzehnten bis heute. Einerseits haben wir den bereits erwähnten starken Rückgang beim Vernatsch, wobei die Qualitäten der Weine in der Summe sich auf hohem Niveau befinden. Andererseits erfolgte ein kräftiges Produktionswachstum beim Lagrein aus den oben erwähnten Gründen. Kleines Manko das zwischenzeitlich zu registrieren war, der zu intensive Einsatz der Barrique-Fässer. Mehr im Fokus ist auch der Blauburgunder (Pinot Noir), welcher seit mindestens 150 Jahren dort im Anbau ist. Es ist eindeutig das Südtirol innerhalb Italiens über die besten Lagen und Weine aus dieser Rebsorte verfügt.

Wie bereits erwähnt, diese Veränderungen werden von allen Produzenten-Gruppen getragen. Der Generationswechsel insbesondere bei den Trauben erzeugenden Weinbauern führte bisher, und sicher auch weiterhin, zu mehr selbsteinkelternden Eigenbauwinzern (auch wenn dadurch die ökonomischen Herausforderungen größer werden). Zu erwähnen ist außerdem das eine kleinere Fusionswelle bei den Genossenschaften einsetzte. Die Hintergründe dafür sind sicher auch betriebswirtschafltliche Überlegungen hinsichtlich der Konkurrenzsituation mit den anderen Regionen und Weinbau-Ländern. Eine andere Aktualität genießt das Thema Bio-Wein, respektive Bio-Winzer. Einerseits erfolgte bei einigen Produzenten die Umstellung vom konventionellen Anbau, oder eine Sortimentserweiterung mit Bio-Weinen. Andererseits entstanden aber auch neue Betriebe die gemäß einer gewählten Bio-Zertifizierung Wein erzeugen.

 

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