Reise nach Rom – Tag 2: Historisches Rom
Teilen
Rom und Historisches Rom gehören untrennbar zusammen, denn an kaum einem Ort wird die Welt der Antike so eindrucksvoll lebendig. Der zweite Tag gehört ganz den großen Zeugnissen des Römischen Reiches. Kolosseum, Forum Romanum, Palatin und Circus Maximus liegen vergleichsweise nah beieinander und lassen sich hervorragend zu einer ausgedehnten historischen Entdeckungstour verbinden. Trotzdem sollte dafür ein kompletter Tag eingeplant werden. Nicht allein die Entfernungen kosten Zeit, sondern vor allem die Fülle an Ausgrabungen, Tempelresten, Triumphbögen und Aussichtspunkten.
Auftakt am Kolosseum
Der ideale Ausgangspunkt ist die Metrostation Colosseo. Schon beim Verlassen der Station steht eines der berühmtesten Bauwerke der Welt beinahe unvermittelt vor den Besuchern. Das Kolosseum wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. unter den flavischen Kaisern errichtet und im Jahr 80 unter Kaiser Titus eröffnet.
Bis zu Zehntausende Zuschauer verfolgten hier Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und andere öffentliche Spektakel. Dabei beeindruckt nicht nur die gewaltige Dimension des Amphitheaters. Das Kolosseum war zugleich eine logistische Meisterleistung. Zahlreiche Zugänge, Treppen und umlaufende Korridore ermöglichten es, die Besucher entsprechend ihrem gesellschaftlichen Rang schnell zu ihren Sitzplätzen zu führen.

Das Kolosseum ist das berühmteste Wahrzeichen Roms und erinnert eindrucksvoll an Gladiatoren, Kaiser und die Welt der Antike.
Unter dem eigentlichen Arenaboden befand sich das Hypogäum, ein komplexes System aus Gängen, Kammern, Aufzügen und technischen Einrichtungen. Von hier gelangten Gladiatoren, Tiere und Kulissen in die Arena. Die heute offen sichtbaren Mauern des Untergeschosses vermitteln einen besonders eindrucksvollen Eindruck davon, welcher Aufwand hinter den antiken Veranstaltungen steckte.

Der Konstantinsbogen neben dem Kolosseum erinnert mit seinen prachtvollen Reliefs an den Sieg Kaiser Konstantins im Jahr 312.
Konstantinsbogen und Palatin
Unmittelbar neben dem Kolosseum erhebt sich der Konstantinsbogen. Der monumentale Triumphbogen erinnert an den Sieg Kaiser Konstantins über Maxentius an der Milvischen Brücke im Jahr 312. Mit seinen Reliefs und seiner exponierten Lage bildet er den Übergang zu einem weitläufigen archäologischen Areal.
Dahinter steigt der Palatin an, einer der sieben Hügel Roms und einer der geschichtsträchtigsten Orte der Stadt. Der Überlieferung nach soll Rom hier im Jahr 753 v. Chr. von Romulus gegründet worden sein. Später entwickelte sich der Hügel zum bevorzugten Wohnort der römischen Oberschicht und schließlich zum Sitz der Kaiser.

Der Palatin zählt zu den sieben Hügeln Roms und beeindruckt mit herrlichen Ausblicken über die Stadt.
Noch heute zeugen weitläufige Ruinen von den einst gewaltigen Palastanlagen. Zwischen Mauern, Säulenresten und ehemaligen Gärten öffnen sich immer wieder eindrucksvolle Ausblicke über das Forum Romanum und den Circus Maximus.
Forum Romanum – das Zentrum des antiken Rom
Vom Palatin führt der Rundgang mitten hinein in das Forum Romanum. Wo sich heute ein weitläufiges Ruinenfeld erstreckt, befand sich über Jahrhunderte das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum des Römischen Reiches.

Das Forum Romanum war das politische und gesellschaftliche Zentrum des antiken Rom und beeindruckt heute als große Ruinenstätte.
Ursprünglich war das Gebiet zwischen den Hügeln sumpfig. Erst durch Entwässerung und Trockenlegung konnte hier ein zentraler Platz entstehen. Mit Tempeln, Basiliken, öffentlichen Gebäuden und Triumphbögen entwickelte sich das Forum zum Mittelpunkt des römischen Lebens. Senatoren berieten über Politik, Händler schlossen Geschäfte ab, religiöse Zeremonien fanden statt und Triumphzüge führten durch das Areal.

Titusbogen
Zu den eindrucksvollsten erhaltenen Bauwerken gehören der Titusbogen, der Tempel des Saturn, die Überreste der Basiliken und der Tempel des Antoninus und der Faustina. Auch die Via Sacra, die wichtigste Straße des antiken Forums, lässt sich noch heute nachvollziehen. Wer durch diese Ruinenlandschaft geht, bewegt sich auf einem Boden, auf dem über Jahrhunderte Entscheidungen getroffen wurden, die weite Teile Europas und des Mittelmeerraumes prägten.
Nach dem Ende des Römischen Reiches verlor das Forum zunehmend an Bedeutung. Gebäude verfielen, Steine wurden als Baumaterial verwendet und Teile des Geländes verschwanden unter Erde und Schutt. Systematische archäologische Untersuchungen brachten schließlich große Bereiche der antiken Stadt wieder ans Tageslicht.
Circus Maximus – Bühne für spektakuläre Wagenrennen
Vom Palatin führt der Weg weiter zum Circus Maximus. Seine Dimensionen lassen sich selbst heute noch erkennen: Die langgestreckte Anlage zwischen Palatin und Aventin erstreckte sich über rund 600 Meter und war damit die größte Rennbahn des antiken Rom.

Der Circus Maximus war die größte Rennbahn im antiken Rom und Schauplatz spektakulärer Wagenrennen vor riesigem Publikum.
Berühmt war der Circus vor allem für seine Wagenrennen. Die Gespanne rasten in mehreren Runden um die langgezogene Mittelachse der Arena, während Zehntausende Zuschauer ihre favorisierten Rennställe und Wagenlenker anfeuerten. Im Laufe seiner Geschichte wurde der Circus mehrfach erweitert und bot schließlich einer enormen Zahl von Besuchern Platz.
Von den einstigen Tribünen und prächtigen Aufbauten ist heute nur ein kleiner Teil erhalten. Dennoch vermittelt die riesige freie Fläche einen Eindruck von den Dimensionen antiker Massenveranstaltungen. Gleichzeitig bietet sich von hier ein schöner Blick auf die Ruinen der Kaiserpaläste am Palatin.
Ein Tag auf den Spuren der Antike
Kolosseum, Palatin, Forum Romanum und Circus Maximus zeigen auf vergleichsweise engem Raum unterschiedliche Seiten des antiken Rom. Monumentale Unterhaltung, kaiserliche Macht, Politik, Religion und öffentliches Leben lagen hier unmittelbar nebeneinander.
Für diesen zweiten Tag sollte deshalb genügend Zeit eingeplant werden. Gerade Forum und Palatin erschließen sich nicht bei einem schnellen Rundgang. Wer zwischendurch stehen bleibt, die Ruinen betrachtet und sich die einstigen Tempel, Paläste und Menschenmengen vorstellt, bekommt eine Ahnung davon, welche Dimension diese Stadt vor rund zweitausend Jahren besessen haben muss. Ein Tag im historischen Rom ist damit weit mehr als eine Besichtigung antiker Steine – er ist eine Reise zurück zu den Ursprüngen einer europäischen Weltstadt.
Reise nach Rom – Tag 1: Altstadtwanderung
Reise nach Rom – Tag 3: Der Vatikan
Südtiroler Weinstrasse
Eppan · Terlan · Kaltern · Tramin· Südtirols Süden · Bozen























