Udine – Duomo di Santa Maria Annunziata
Teilen
Die Cattedrale di Santa Maria Annunziata, im Alltag Duomo di Udine genannt, erhebt sich mitten im historischen Zentrum. Die Kathedrale wirkt wie ein ruhiger, steinerner Pol inmitten des städtischen Lebens. Ihr Ursprung reicht ins 13. Jahrhundert zurück, als die Familie der Villalta den Bau eines neuen Gotteshauses förderte.
Die ursprüngliche Struktur folgte der Gotik, doch spätere Umbauten, insbesondere nach dem Erdbeben von 1511, verliehen dem Dom ein starkes Gepräge der Renaissance und des Barock. Diese Überlagerung von Stilen macht die Kathedrale zu einem vielschichtigen Bauwerk, das die wechselvollen Epochen Udines sichtbar bewahrt.

Die Fassade zeigt sich in einer Mischung aus schlichter Strenge und dekorativer Zurückhaltung. Der große Rosenkranz über dem Portal erinnert an den gotischen Ursprung, während die klaren Linien und die ruhige Flächigkeit auf spätere stilistische Eingriffe verweisen. Beim Eintritt öffnet sich ein Raum, der in seiner Weite überrascht. Das Innere wurde im 18. Jahrhundert umfassend erneuert, weshalb der Gesamteindruck stark vom venezianischen Barock geprägt ist. Die Altäre, Kapellen und marmorierten Wände erzeugen ein Spiel aus Farbe, Licht und Material, das den Raum warm und feierlich wirken lässt.
Besondere Bedeutung hat die Cappella del Santissimo Sacramento, die durch ihre kunstvollen Stuckarbeiten und ihre lichtdurchflutete Atmosphäre hervorsticht. Auch die Sakristei ist bemerkenswert: Sie beherbergt kostbare Kunstwerke, insbesondere Fresken von Giovanni Battista Tiepolo, dessen Wirken im Friaul tiefe Spuren hinterlassen hat. Seine lebendige Farbigkeit und die Leichtigkeit seiner Figuren verleihen den Räumen eine fast heitere Spiritualität.

Der hohe Kirchenraum wird von gewaltigen Pfeilern gegliedert, die den Blick zum Presbyterium lenken. Dort erhebt sich der Hauptaltar, ein reich ausgestattetes Ensemble, das sowohl sakrale Würde als auch künstlerischen Anspruch spürbar macht. Der Dom war immer ein Zentrum des religiösen Lebens der Stadt, aber auch ein Ort repräsentativer Feierlichkeiten. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Palazzo Arcivescovile, der unmittelbar angebaut ist und den Komplex um einen höfischen Charakter ergänzt.






















