Tuffsteingebiet
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Wie der Name schon sagt, bestimmt der Tuffstein im berühmten Tuffsteingebiet in der Provinz Grosseto die Landschaft. Drei wunderschöne Städte wurden halb in, halb auf ihn gebaut: Pitigliano und ihre beiden kleinen Schwestern Sorano und Sovana. Bisweilen geht der steinerne Untergrund manchmal kaum merklich in die Häuserfassaden über. Vor allem aufgrund dieser charakteristischen Bauweise ist das Attribut „pittoresk“ für die drei Orte fast schon eine Untertreibung. Wer die „malerischen Dörfer“ der „Bilderbuch-Toskana“ sucht, wird in der „area del tufo“ fündig.
Ursprung und Charakter des Tuffsteins
Der Tuffstein, der die Region formt, entstand aus den vulkanischen Aktivitäten des Monte Amiata. Vor Jahrtausenden spien Vulkane heiße Asche und Gesteinsstaub aus, die sich zu mächtigen Schichten verdichteten. Im Laufe der Zeit verwitterte dieses Material zu einem leichten, warm getönten Gestein, das sich leicht bearbeiten lässt und dennoch erstaunlich beständig ist. Seine poröse Struktur sorgt für ein angenehmes Raumklima und gibt den Bauten jene weiche, fast samtige Oberfläche, die im Sonnenlicht golden schimmert.

Auf dem Tuffsteingebiet verschmelzen Häuser mit dem Fels – aus dem Stein gebaut, der Landschaft und Geschichte trägt.
Landschaft voller Kontraste
Das Tuffsteingebiet ist eine Landschaft voller Gegensätze: schroffe Felsen wechseln mit grünen Tälern, dichte Wälder mit steilen Schluchten. In die weichen Tuffsteinformationen haben sich über Jahrhunderte tiefe Hohlwege, die sogenannten vie cave, eingegraben – geheimnisvolle, von Mauern aus Stein umgebene Pfade, die teils aus etruskischer Zeit stammen. Diese Wege verbinden bis heute die Dörfer der Region miteinander und erzählen von einer jahrtausendealten Beziehung zwischen Mensch und Gestein.
Baukunst aus Stein und Licht
Der Tuffstein prägt das Bild der Siedlungen auf eindrucksvolle Weise. Häuser, Mauern und Kirchen scheinen direkt aus dem Fels gewachsen zu sein, als hätten sie die Landschaft selbst hervorgebracht. Das Material atmet die Geschichte der Region – von den etruskischen Nekropolen über mittelalterliche Burgen bis zu den stillen Gassen heutiger Dörfer. Besonders bei Sonnenuntergang entfalten die Fassaden in Ocker, Gold und Rot ihre ganze Wärme und lassen das Zusammenspiel von Natur und Architektur sichtbar werden.

Die Häuser im Tuffsteingebiet wirken, als wüchsen sie aus dem Fels selbst – warm, beständig und eins mit der Landschaft.
Ein Erbe von Zeit und Handwerk
Die Arbeit mit Tuffstein erfordert Erfahrung und Gespür. Schon in der Antike schätzten die Menschen seine Leichtigkeit und Formbarkeit, die es erlaubte, komplexe Strukturen und kunstvolle Dekorationen zu schaffen. Bis heute wird der Stein in traditioneller Weise gewonnen und verarbeitet, wodurch die charakteristische Bauweise der Region erhalten bleibt. Der Tuffstein ist somit nicht nur ein geologisches Phänomen, sondern auch ein Symbol handwerklicher Kontinuität – Ausdruck einer tiefen Verbundenheit von Mensch, Landschaft und Geschichte.

In der berühmtesten Tuffsteinstadt Pitigliano kann jeder Besucher deutlich die charakteristischen Tuffsteinzüge erkennen, wie an dem alten Brunnen.
Fazit: Das Tuffsteingebiet in der Provinz Grosseto ist ein Stück authentischer Toskana, geprägt von Stein, Licht und Stille. Der Tuff verleiht dieser Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter – weich und doch beständig, geformt von Feuer und Zeit. In seinem hellen Glanz spiegeln sich die Jahrhunderte, und wer durch diese Dörfer wandert, spürt, dass hier Natur und Kultur seit jeher denselben Stein teilen.


























