Schenna – Kirchen
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Auf dem Kirchenhügel von Schenna erzählen drei Kirchen von Jahrhunderten des Glaubens, der Baukunst und bewegter Geschichte.Mitten im historischen Zentrum von Schenna bildet der Kirchenhügel ein außergewöhnliches sakrales Ensemble. Auf engem Raum stehen hier die St.-Martinskirche, die Alte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und die Neue Pfarrkirche. Gemeinsam dokumentieren sie unterschiedliche Epochen der Südtiroler Kirchengeschichte – von den Ursprüngen im Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Unmittelbar daneben befindet sich zudem das neugotische Mausoleum Erzherzog Johanns.
Schenna und seine Kirchen – die St.-Martinskirche
Die kleine St.-Martinskirche mitten im Friedhof ist das älteste Baudenkmal von Schenna. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde nach karolingischem Maß errichtet. Besonders charakteristisch ist ihre ungewöhnliche Bauform: Das Gotteshaus besitzt zwei Schiffe mit jeweils einer Rundapsis sowie zwei zentrale achteckige Pfeiler. Ursprünglich befand sich in beiden Apsiden ein Altar, einer davon war dem heiligen Martin geweiht.
Der spätgotische Martinsaltar aus dem 16. Jahrhundert wurde später aus Sicherheitsgründen in die Alte Pfarrkirche übertragen. Nach kleineren Veränderungen erhielt die Martinskirche 1922 weitgehend ihr heutiges Erscheinungsbild. Heute dient das schlichte romanische Gotteshaus als Totenkapelle. Gerade seine zurückhaltende Architektur und die Lage im historischen Friedhof verleihen ihm eine besondere Atmosphäre.
Schenna und seine Kirchen – die Alte Pfarrkirche
Nur wenige Schritte entfernt steht die Alte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Sie wurde im 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet und im 16. Jahrhundert grundlegend umgestaltet. Seitdem blieb ihre bauliche Gestalt weitgehend erhalten.
Im Inneren sind Kunstwerke verschiedener Epochen zu entdecken. Der barocke Hochaltar mit den Figuren der Heiligen Franz Xaver und Johannes Nepomuk entstand um 1730 und wurde 1819 umgestaltet. Hinzu kommen wertvolle Skulpturen, darunter ein spätgotischer heiliger Sebastian. Besonders bemerkenswert sind die Fresken in der angebauten Johanneskapelle. Sie stammen aus dem 14. Jahrhundert und zeigen unter anderem Szenen aus den Legenden des heiligen Johannes und des heiligen Pankratius.

Drei Kirchen prägen den historischen Kirchenhügel von Schenna und erzählen von Jahrhunderten gelebten Glaubens.
Nach Fertigstellung der neuen Pfarrkirche wurde das ältere Gotteshaus zeitweise anderweitig genutzt. Nach einer umfassenden Restaurierung konnte es 1981 wieder geweiht werden. Heute finden hier vor allem Gottesdienste und Andachten im kleineren Rahmen sowie Hochzeiten statt.

Die Kirchen von Schenna erzählen mit romanischer Baukunst, historischen Fresken und neugotischer Pracht von Jahrhunderten.
Schenna und seine Kirchen – die Neue Pfarrkirche
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichte der Platz in der alten Kirche für die wachsende Gemeinde nicht mehr aus. Nach längeren Diskussionen entschied man sich für einen Neubau nach den Plänen des Wiener Architekten Eduard Hütter. Die Arbeiten begannen 1914, mussten jedoch bereits 1915 infolge des Ersten Weltkriegs unterbrochen werden. Erst 1926 konnte weitergebaut werden; 1931 wurde die neugotische Kirche fertiggestellt.
Der großzügige Innenraum besitzt eine sehenswerte Ausstattung. Im Altarraum stehen die Figuren der zwölf Apostel, die Kreuzwegstationen wurden von Johann Muhry geschnitzt. Die farbigen Glasfenster stammen aus der Tiroler Glasmalereianstalt in Innsbruck. Bemerkenswert ist außerdem die 1993 erbaute Orgel mit 32 Registern und 2.744 Pfeifen. Der Kirchturm erreicht eine Höhe von 35 Metern.

Im Inneren der Neuen Pfarrkirche beeindrucken Apostelfiguren, farbige Glasfenster und kunstvolle Details.
Gemeinsam machen die drei Kirchen den Kirchenhügel zu einem besonderen kulturhistorischen Ort in Schenna. Romanische Ursprünge, barocke Kunst und neugotische Architektur liegen hier nur wenige Schritte voneinander entfernt und erzählen auf eindrucksvolle Weise von mehr als acht Jahrhunderten sakraler Geschichte.
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