Schenna –Mausoleum
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Das Mausoleum in Schenna erinnert an Erzherzog Johann von Österreich und zählt zu den bedeutendsten neugotischen Bauten Südtirols. Mitten im historischen Ortszentrum von Schenna erhebt sich auf einer künstlich angelegten Terrasse am westlichen Rand des Kirchenhügels ein außergewöhnliches Bauwerk. Das Mausoleum wurde zwischen 1860 und 1869 nach Plänen des Wiener Architekten Moritz Wappler errichtet. Als einer der frühen neugotischen Sakralbauten der Region unterscheidet es sich mit seiner hoch aufragenden Architektur deutlich von den älteren Kirchen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft.

Das neugotische Mausoleum beeindruckt mit kunstvoller Architektur, farbigen Fenstern und seiner historischen Gruft.
Errichtet wurde die Grabkapelle für Erzherzog Johann von Österreich und seine Familie. Der Habsburger hatte 1845 Schloss Schenna erworben und es zum Stammsitz seiner Nachkommen bestimmt. Johann starb 1859. Seine Verbundenheit mit Tirol und Schenna sollte jedoch über seinen Tod hinaus sichtbar bleiben. Das Mausoleum wurde zur Familiengrablege und gehört bis heute zum Besitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran.

Das Mausoleum in Schenna ist die eindrucksvolle letzte Ruhestätte Erzherzog Johanns und seiner Familie.
Schon von außen fällt die aufwendige Gestaltung ins Auge. Für den Bau wurden roter Sandstein und Granit aus dem Gebiet des Ifinger verwendet. Spitzbögen, filigrane Steinmetzarbeiten und die starke Betonung der Vertikalen sind charakteristisch für die Neugotik. An der Südfassade befinden sich unter anderem eine farbenprächtige Rosette und eine Darstellung des Erzengels Michael, geschaffen vom Meraner Bildhauer Franz Xaver Pendl.
Mausoleum Schenna – Kunst und Licht im Inneren
Auch der Innenraum beeindruckt durch seine harmonische Gestaltung. Farbige Glasfenster lassen das Tageslicht in unterschiedlichen Tönen einfallen und verleihen der Grabkapelle eine besondere Atmosphäre. Die kunsthandwerkliche Ausstattung wurde von bedeutenden Künstlern und Handwerkern des 19. Jahrhunderts gestaltet. Architektur, Steinmetzkunst, Glasmalerei und religiöse Symbolik verbinden sich dabei zu einem bemerkenswerten Gesamtkunstwerk.
Unterhalb der eigentlichen Kapelle befindet sich die Gruft. Schwere Kreuzrippengewölbe prägen diesen stillen Raum. Hier steht der marmorne Sarkophag Erzherzog Johanns und seiner Gemahlin Anna, Gräfin von Meran, geborene Plochl. Auch weitere Angehörige der Familie fanden im Mausoleum ihre letzte Ruhestätte.
Die Geschichte des Paares war für seine Zeit außergewöhnlich. Anna Plochl war die Tochter eines Postmeisters und damit nicht standesgemäß für einen Erzherzog aus dem Hause Habsburg. Johann setzte sich dennoch für die Verbindung ein und heiratete sie 1829. Später wurde Anna zur Gräfin von Meran erhoben. Ihr gemeinsamer Sohn Franz begründete die Linie der Grafen von Meran.
Schenna – das Mausoleum als Ort der Erinnerung
Erzherzog Johann gilt als eine der vielseitigsten Persönlichkeiten des Hauses Habsburg. Er beschäftigte sich intensiv mit Landwirtschaft, Naturwissenschaft, Technik und Kultur und engagierte sich besonders für die Entwicklung des Alpenraumes. Seine Spuren sind deshalb weit über Schenna hinaus sichtbar. Das Mausoleum erinnert nicht nur an den Angehörigen einer bedeutenden Herrscherfamilie, sondern auch an einen Mann, dessen besonderes Interesse Land und Leuten galt.

Das Mausoleum beeindruckt mit kunstvoller Architektur, farbigen Fenstern und seiner historischen Gruft.
Gemeinsam mit der alten und der neuen Pfarrkirche sowie der Martinskirche bildet das Mausoleum heute das charakteristische Ensemble des Schenner Kirchenhügels. Besucher können das Innere im Rahmen von Führungen kennenlernen. Damit gehört die außergewöhnliche Grabkapelle neben Schloss Schenna zu den wichtigsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten des Ortes – und erzählt zugleich eine bemerkenswerte Geschichte von Habsburgern, Tirol und einer außergewöhnlichen Liebe.
Weitere Informationen zum Mausoleum und zu zu den Öffnungszeiten finden Sie hier.
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