Rom – Piazza Farnese
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Rom und die Piazza Farnese verbinden elegante Renaissancearchitektur, historische Brunnen und das entspannte Flair der Altstadt. Nur wenige Schritte vom lebhaften Campo de’ Fiori entfernt öffnet sich ein Platz, der überraschend ruhig und geschlossen wirkt. Beherrscht wird die Piazza vom mächtigen Palazzo Farnese, einem der bedeutendsten Renaissancepaläste Roms. Zwei nahezu identische Brunnen, historische Fassaden und kleine Cafés vervollständigen ein Ensemble, das seine Wirkung weniger durch große Inszenierung als durch harmonische Proportionen entfaltet.
Im Zeichen der Familie Farnese
Die Geschichte der Piazza ist eng mit der einflussreichen Familie Farnese verbunden. Kardinal Alessandro Farnese, der spätere Papst Paul III., ließ zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen repräsentativen Familienpalast errichten. Mit dem Bau wurde Antonio da Sangallo der Jüngere beauftragt. Später wirkte auch Michelangelo an dem Gebäude mit und gestaltete unter anderem das markante Gesims.
Der Palazzo Farnese nimmt nahezu eine gesamte Seite des Platzes ein. Seine ausgewogene Fassade mit regelmäßig angeordneten Fenstern und dem mächtigen Hauptportal gilt als Meisterwerk der Renaissance. Heute befindet sich hier die französische Botschaft in Italien.

Die elegante Piazza Farnese wird vom mächtigen Palazzo Farnese geprägt und zählt zu den schönsten Renaissanceplätzen Roms.
Mit dem Bau des Palastes veränderte sich auch sein Umfeld. Die Piazza wurde zunehmend zu einer repräsentativen Bühne für die Familie Farnese. Anders als viele barocke Plätze Roms blieb sie jedoch vergleichsweise zurückhaltend gestaltet. Gerade diese Klarheit verleiht ihr bis heute ihren besonderen Charakter.
Brunnen aus antiken Steinbecken
Auffällig sind die beiden großen Brunnen auf der Piazza Farnese. Ihre mächtigen Granitbecken stammen aus der Antike und werden häufig mit den Caracalla-Thermen in Verbindung gebracht. Die Familie Farnese besaß bedeutende Sammlungen antiker Kunst und ließ zahlreiche Fundstücke in ihre Paläste und Gärten bringen.
Im 17. Jahrhundert wurden die beiden antiken Becken zu Brunnen umgestaltet. Girolamo Rainaldi entwarf die Aufbauten mit den steinernen Lilien, dem Wappensymbol der Farnese. Wasser fließt seitdem über die Ränder der dunklen Granitbecken in die darunterliegenden Bassins.

Renaissancearchitektur und römisches Alltagsleben verbinden sich auf der Piazza Farnese zu einem besonders reizvollen Ensemble.
Die beiden Brunnen verleihen der Piazza eine bemerkenswerte Symmetrie. Gleichzeitig stehen sie beispielhaft für Rom, wo antike Bauteile immer wieder in neue architektonische Zusammenhänge integriert wurden.
Renaissance und römischer Alltag
Trotz seiner kunsthistorischen Bedeutung wirkt der Platz angenehm unaufgeregt. Menschen sitzen auf den steinernen Rändern der Brunnen, Fahrräder lehnen an den Fassaden und die Tische kleiner Lokale reichen bis an die Piazza. Nur wenige Schritte weiter herrscht auf dem Campo de’ Fiori deutlich mehr Betrieb.
Gerade am Abend entwickelt die Piazza Farnese ihren besonderen Reiz. Wenn die Fassade des Palazzo Farnese beleuchtet wird und sich das Licht in den Brunnen spiegelt, entsteht eine elegante und zugleich entspannte Atmosphäre.
Die Piazza Farnese zeigt damit eine ruhigere Seite Roms. Renaissancearchitektur, antike Spuren und alltägliches Stadtleben verbinden sich hier zu einem Platz, der keine spektakuläre Inszenierung benötigt. Seine Schönheit liegt vielmehr in der Harmonie des Ensembles und in der jahrhundertealten Geschichte, die sich hinter den scheinbar schlichten Fassaden verbirgt.
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