Rom – Colle del Gianicolo
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Rom und der Hügel Gianicolo verbinden weite Ausblicke, stille Parkanlagen und Erinnerungen an Italiens bewegte Geschichte bis heute. Westlich des Tiber und oberhalb von Trastevere erhebt sich der Gianicolo, der im Deutschen auch als Janiculum bekannt ist. Obwohl er nicht zu den klassischen sieben Hügeln der antiken Stadt zählt, gehört er zu den schönsten Aussichtspunkten Roms. Von seinen Terrassen reicht der Blick über ein beeindruckendes Panorama aus Kuppeln, Kirchtürmen und historischen Dächern bis zu den Hügeln am Horizont.
Auf den Spuren Garibaldis
Der Gianicolo ist eng mit der italienischen Einigungsbewegung und insbesondere mit Giuseppe Garibaldi verbunden. Im Jahr 1849 wurde der Hügel zum Schauplatz heftiger Kämpfe um die kurzlebige Römische Republik. Garibaldi und seine Freiwilligen verteidigten Rom gegen französische Truppen, die Papst Pius IX. wieder zur weltlichen Herrschaft verhelfen sollten.

Die Reiterstatue Giuseppe Garibaldis auf dem Gianicolo erinnert eindrucksvoll an den Freiheitskämpfer und Nationalhelden.
An diese Ereignisse erinnern heute zahlreiche Denkmäler und Büsten entlang der Wege. Unübersehbar ist das große Reiterstandbild Giuseppe Garibaldis auf der Piazzale Giuseppe Garibaldi. Hoch zu Pferd blickt der Freiheitskämpfer über die Stadt. Nicht weit entfernt steht das Denkmal für seine Frau Anita Garibaldi, die ihren Mann auf vielen seiner Kämpfe begleitete.
Eine weitere bedeutende Erinnerungsstätte ist das Mausoleo Ossario Garibaldino. Das monumentale Beinhaus wurde zur Erinnerung an jene errichtet, die zwischen 1849 und 1870 in den Kämpfen um Rom gefallen waren. In seiner Krypta ruhen die sterblichen Überreste zahlreicher Kämpfer. Die Anlage macht deutlich, wie stark der Gianicolo mit der Entstehung des modernen italienischen Staates verbunden ist.

Das Mausoleo Ossario Garibaldino auf dem Gianicolo erinnert an die Gefallenen der Kämpfe um Freiheit und Einheit Italiens.
Ein Leuchtturm hoch über Rom
Überraschend wirkt zwischen Pinien und historischen Anlagen ein echter Leuchtturm. Der Faro del Gianicolo, auch Faro degli Italiani d’Argentina genannt, wurde Rom 1911 von in Argentinien lebenden Italienern gestiftet. Der aus weißem Marmor errichtete Leuchtturm erinnert an die enge Verbindung zwischen Italien und seinen ausgewanderten Bürgern.
Obwohl der Faro weit vom Meer entfernt steht und keine Schiffe durch die Nacht führen muss, ist er ein weithin sichtbares Symbol. Von seinem Standort bietet sich zugleich ein reizvoller Blick über die westlichen Stadtteile. Zusammen mit den Denkmälern, Brunnen und schattigen Alleen gehört er zu den ungewöhnlicheren Entdeckungen bei einem Spaziergang über den Gianicolo.
Panorama über die Ewige Stadt
Die größte Attraktion des Hügels bleibt jedoch die Aussicht. Von der großen Terrasse an der Piazzale Garibaldi liegt das historische Rom nahezu vollständig vor dem Besucher. Die Kuppel des Pantheons, das Monumento a Vittorio Emanuele II und zahlreiche Kirchtürme ragen aus dem dichten Häusermeer hervor.
Eine besondere Tradition erlebt man hier täglich um zwölf Uhr mittags. Seit dem 19. Jahrhundert wird ein Kanonenschuss abgefeuert, nach dem sich einst die Kirchenglocken der Stadt richten konnten. Heute ist das Ritual vor allem eine beliebte Attraktion.
Am schönsten zeigt sich der Gianicolo am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang. Dann färbt warmes Licht die Dächer Roms, während Spaziergänger auf den Terrassen das Panorama genießen. Zwischen Garibaldis Denkmal, dem Mausoleum und dem weißen Leuchtturm verbindet der Hügel große italienische Geschichte mit einer der schönsten Aussichten über die Ewige Stadt.
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