Rom – Isola Tiberina
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Rom und die Isola Tiberina verbinden antike Legenden, historische Bauwerke und das besondere Flair einer Insel mitten im Tiber. Zwischen dem historischen Zentrum und dem lebhaften Viertel Trastevere liegt die kleine Flussinsel wie ein steinernes Schiff im Wasser. Gerade einmal rund 270 Meter lang, bildet sie dennoch seit mehr als zwei Jahrtausenden einen besonderen Schauplatz der römischen Geschichte. Zwei historische Brücken verbinden die Isola Tiberina mit beiden Ufern und machen sie zu einem reizvollen Ziel für einen Spaziergang abseits der großen Monumente.

Aus der Luft zeigt sich die Isola Tiberina wie ein kleines Schiff im Tiber, eingerahmt von Brücken und den Dächern Roms.
Eine Insel voller Legenden
Schon in der Antike war die Tiberinsel eng mit Heilung und Medizin verbunden. Einer Überlieferung zufolge suchten die Römer im 3. Jahrhundert vor Christus während einer schweren Seuche Hilfe beim griechischen Heilgott Asklepios. Eine Gesandtschaft reiste nach Epidauros und brachte dessen Kult nach Rom. Der Legende nach sprang eine heilige Schlange vom Schiff und verschwand auf der Insel – ein Zeichen, dort einen Tempel für Asklepios zu errichten.
Die Insel wurde anschließend architektonisch so gestaltet, dass ihre Form an ein Schiff erinnerte. Noch heute sind an der Ufermauer antike Travertinblöcke erhalten, die einst Teil dieser Gestaltung waren. An der Stelle des antiken Tempels erhebt sich heute die Basilika San Bartolomeo all’Isola, die um das Jahr 1000 errichtet wurde.

Die Isola Tiberina liegt malerisch im Tiber und verbindet auf kleinem Raum antike Geschichte mit dem lebendigen Rom.
Die Verbindung zur Medizin blieb über die Jahrhunderte bestehen. Seit dem 16. Jahrhundert befindet sich auf der Insel das Krankenhaus Fatebenefratelli. Damit setzt sich eine Tradition fort, die bereits in der Antike begann und die Identität der Isola Tiberina bis heute prägt.
Über historische Brücken zum Tiberufer
Besonders eindrucksvoll ist der Zugang über den Ponte Fabricio. Die im Jahr 62 vor Christus errichtete Brücke verbindet die Insel mit dem linken Tiberufer und gilt als älteste noch vollständig erhaltene römische Brücke der Stadt. Ihre beiden großen Bögen haben fast zwei Jahrtausende überstanden und werden bis heute genutzt.
Auf der anderen Seite führt der Ponte Cestio in Richtung Trastevere. Auch seine Ursprünge reichen bis in die Antike zurück, wenngleich die Brücke im Laufe ihrer Geschichte mehrfach umgebaut wurde. Gemeinsam machen beide Übergänge die Insel zu einer natürlichen Verbindung zwischen der Altstadt und Trastevere.

Zwischen zwei historischen Brücken erzählt die Isola Tiberina von antiken Heiligtümern, Medizin und römischer Geschichte.
Beim Spaziergang über die Isola Tiberina fallen die Unterschiede zum geschäftigen Zentrum Roms schnell auf. Kleine Plätze, historische Fassaden und die Nähe zum Wasser verleihen ihr eine beinahe dörfliche Atmosphäre. Von den Uferwegen öffnen sich immer wieder schöne Perspektiven auf die Brücken und die Häuser entlang des Tiber.
Ein besonderer Ort im Herzen Roms
Vor allem in den Abendstunden entfaltet die Insel ihren eigenen Charme. Wenn das Licht über dem Tiber weicher wird und sich Brücken und Gebäude im Wasser spiegeln, entsteht eine Stimmung, die sich deutlich vom monumentalen Rom rund um Kolosseum, Kapitol oder Forum Romanum unterscheidet.

Die Basilika San Bartolomeo all’Isola prägt die Tiberinsel und verbindet mittelalterliche Architektur mit langer Geschichte.
Im Sommer wird es rund um die Insel lebhafter. Dann gehören Veranstaltungen und gastronomische Angebote am Tiberufer zum römischen Abendleben. Gleichzeitig bleibt die jahrtausendealte Geschichte überall präsent.
Die Isola Tiberina ist kein Ort gewaltiger Dimensionen. Ihr Reiz liegt vielmehr im Zusammenspiel aus Wasser, antiken Spuren, mittelalterlichen Bauwerken und römischem Alltag. Wer auf dem Weg nach Trastevere einen Abstecher über die Insel macht, entdeckt auf wenigen hundert Metern eine kleine Welt, in der sich die Geschichte Roms auf besonders reizvolle Weise verdichtet.
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