Rom – Castel Sant‘ Angelo
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In Rom erhebt sich Castel Sant’ Angelo, die berühmte Engelsburg, als mächtiges Wahrzeichen am Tiber und Zeuge großer Geschichte. Kaum ein anderes Bauwerk der Stadt hat im Laufe der Jahrhunderte so unterschiedliche Aufgaben erfüllt. Ursprünglich als monumentales Grabmal für einen römischen Kaiser errichtet, wurde die mächtige Anlage später zur Festung, päpstlichen Zuflucht und schließlich zum Museum. Heute gehört die Castel Sant’Angelo genannte Engelsburg zu den markantesten Wahrzeichen der italienischen Hauptstadt.
Vom Kaisergrab zur mächtigen Festungs
Die Geschichte der Engelsburg beginnt im 2. Jahrhundert nach Christus. Kaiser Hadrian ließ das monumentale Mausoleum ab etwa 123 als Grabstätte für sich und seine Familie errichten. Nach seinem Tod im Jahr 138 wurde Hadrian hier beigesetzt, später fanden auch weitere römische Kaiser in dem gewaltigen Rundbau ihre letzte Ruhestätte.

Die Engelsbrücke führt über den Tiber direkt zur Engelsburg und beeindruckt mit ihren prachtvollen barocken Engelsfiguren.
Mit dem Niedergang des Römischen Reiches änderte sich die Funktion des Gebäudes grundlegend. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage am Tiber und seiner massiven Mauern wurde das ehemalige Mausoleum in die Verteidigungsanlagen Roms einbezogen und zu einer Festung ausgebaut. Im Mittelalter gelangte die Anlage schließlich unter die Kontrolle der Päpste. Neue Mauern, Bastionen, Wohnräume und Verteidigungsanlagen verwandelten das antike Grabmal Schritt für Schritt in eine nahezu uneinnehmbare Burg.
Eine besondere Rolle spielte dabei der Passetto di Borgo. Der befestigte Verbindungsgang führt vom Vatikan zur Engelsburg und ermöglichte den Päpsten in Gefahrensituationen eine geschützte Flucht. Berühmt wurde er vor allem während des Sacco di Roma im Jahr 1527, als Papst Clemens VII. vor den angreifenden Truppen in die Engelsburg flüchtete.

Aus der Luft zeigt sich die Engelsburg als mächtiger Rundbau am Tiber, umgeben von den historischen Dächern Roms.
Päpste, Gefangene und der Engel über Rom
Ihren heutigen Namen verdankt die Engelsburg einer Legende aus dem Jahr 590. Während einer schweren Pestepidemie soll Papst Gregor der Große über dem Mausoleum den Erzengel Michael gesehen haben, der sein Schwert in die Scheide steckte. Die Erscheinung wurde als Zeichen für das Ende der Seuche gedeutet. Eine weithin sichtbare Statue des Erzengels Michael krönt heute die Spitze des Bauwerks.

Historische Katapulte und steinerne Geschosse erinnern auf der Engelsburg an ihre einstige Funktion als mächtige Festung.
Die Engelsburg diente jedoch nicht nur als Schutzraum. Teile der Anlage wurden zeitweise als Gefängnis genutzt. Gleichzeitig ließen die Päpste prächtig ausgestattete Gemächer einrichten, deren Fresken und Dekorationen einen starken Kontrast zu den massiven Mauern und düsteren Gefängnisräumen bilden. So erzählt ein Rundgang durch die Burg von sehr unterschiedlichen Kapiteln der römischen Geschichte.

Prächtige Fresken, vergoldete Ornamente und kunstvolle Decken erzählen vom einstigen Glanz der päpstlichen Engelsburg.
Ein besonderer Blick über die Ewige Stadt
Heute beherbergt die Engelsburg das Museo Nazionale di Castel Sant’Angelo. Besucher gelangen durch verwinkelte Gänge, historische Säle und ehemalige päpstliche Räume hinauf zu den oberen Terrassen. Von dort öffnet sich ein eindrucksvoller Blick über den Tiber, die Dächer der Altstadt und bis zum Petersdom.

Reiche Fresken, antike Motive und vergoldete Verzierungen zeugen von der prachtvollen Ausstattung der päpstlichen Gemächer.
Untrennbar mit dem Bauwerk verbunden ist die Engelsbrücke, der Ponte Sant’Angelo. Sie führt über den Tiber direkt auf die Burg zu und wird von eindrucksvollen Engelsfiguren gesäumt. Besonders in den Abendstunden, wenn Brücke und Festung beleuchtet sind und sich ihre Lichter im Wasser spiegeln, zeigt sich dieser Teil von Rom von einer besonders stimmungsvollen Seite. Die Engelsburg ist damit weit mehr als eine ehemalige Festung: Sie ist ein steinernes Geschichtsbuch, in dem Antike, Mittelalter, Renaissance und das heutige Rom unmittelbar aufeinandertreffen.
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