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Reise Rovigo Venetien

Rovigo – Provinzhauptstadt

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Rovigo, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, besticht durch Geschichte, Kunst, venezianische Architektur und ruhiges Flair. Abseits des Trubels von Venedig und Verona bietet Rovigo eine intime Atmosphäre, in der Geschichte, Kunst und lokale Traditionen lebendig bleiben. Wer durch die engen Straßen schlendert, entdeckt Spuren einer bewegten Vergangenheit und elegante Gebäude, die von der einstigen Bedeutung der Stadt zeugen.

Rovigo – Ein Erbe der Jahrhunderte

Doch was macht Rovigo so besonders? Schon in der prähistorischen Zeit entstanden erste Siedlungen entlang der bedeutenden Bernsteinstraße. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahr 838 als “villa Rodigo”. Im Mittelalter nahm Rovigo eine strategische Rolle ein, als der Bischof von Adria hier im Jahr 920 eine Festung errichten ließ, um sich vor ungarischen Invasionen zu schützen.

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Die Stadt stand über Jahrhunderte unter der Herrschaft verschiedener Mächte. Die Familie Este prägte Rovigo maßgeblich und ließ eine imposante Burganlage errichten. Später, im 15. Jahrhundert, fiel die Stadt an die Republik Venedig und wurde Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen, insbesondere im Salzkrieg von 1482 bis 1484. Nach der venezianischen Epoche erlebte Rovigo unter napoleonischer und österreichischer Herrschaft eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs, bevor es schließlich 1866 in das Königreich Italien eingegliedert wurde. Wer Rovigo besucht, wird schnell feststellen, dass die Stadt ihre historische Identität bewahrt hat. Ein Rundgang durch das Zentrum führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Einblicke in die reiche Vergangenheit gewähren.

Die Piazza Vittorio Emanuele II ist das elegante Herz von Rovigo mit Palästen, Cafés und der Statue des Königs.

Die Piazza Vittorio Emanuele II ist das elegante Herz von Rovigo mit Palästen, Cafés und der Statue des Königs.

Rovigo – Piazza Vittorio Emanuele II

Dieser Platz ist der zentrale Treffpunkt von Rovigo und bildet das lebendige Herz der Stadt. Umgeben von eleganten Arkaden, historischen Palästen und gemütlichen Cafés spürt man hier das authentische Flair der Altstadt. Besonders beeindruckend ist der Palazzo Roverella, ein eleganter Renaissancebau aus dem 15. Jahrhundert, der einst Sitz einer einflussreichen Adelsfamilie war. Heute beherbergt er eine renommierte Kunstgalerie, in der bedeutende Werke von Giovanni Bellini, Giovanni Battista Tiepolo und Luca Carlevarijs zu sehen sind.

Der Palazzo ist zudem ein wichtiger Ort für Wechselausstellungen und kulturelle Veranstaltungen, die Besucher aus ganz Venetien anziehen. Ein weiteres herausragendes Gebäude am Platz ist die Accademia dei Concordi, eine traditionsreiche Institution, die seit dem 16. Jahrhundert das kulturelle und wissenschaftliche Leben Rovigos prägt. Sie besitzt eine wertvolle Bibliothek und Kunstsammlung, die das reiche Erbe der Stadt eindrucksvoll widerspiegeln.

Der Torre Donà seiner markanten Silhouette zwischen den antiken Fassaden.

Der Torre Donà seiner markanten Silhouette zwischen den antiken Fassaden.

Castello di Rovigo

Das einst mächtige Castello diRovigo ist heute nur noch in Fragmenten erhalten, doch ihre beiden imposanten Türme – der 66 Meter hohe Torre Donà und der etwas kleinere Torre Grimani – zeugen noch immer von der Wehrhaftigkeit und Bedeutung der Stadt im Mittelalter. Die Burganlage wurde im 10. Jahrhundert begonnen und später von der Adelsfamilie Este erweitert, die Rovigo zu einem wichtigen strategischen Punkt zwischen Padua und Ferrara ausbaute.

Einst von Mauern, Gräben und Türmen umgeben, diente die Festung sowohl dem Schutz der Bevölkerung als auch der Machtdemonstration ihrer Herren. Heute sind der Torre Donà und der Torre Grimani die eindrucksvollsten Überreste dieser Zeit und beliebte Aussichtspunkte: Von oben bietet sich ein weiter Blick über die Dächer Rovigos und die Po-Ebene. Rund um die Türme lädt ein kleiner Park zum Verweilen ein, der den historischen Ort mit der Ruhe der Gegenwart verbindet.

Chiesa della Beata Vergine Maria del Soccorso – La Rotonda

Die Chiesa della Beata Vergine Maria del Soccorso, besser bekannt als „La Rotonda“, ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen von Rovigo und ein herausragendes Beispiel venezianischer Sakralarchitektur. Das achteckige Bauwerk wurde zwischen 1594 und 1606 errichtet und spiegelt in seiner klaren, ausgewogenen Form den Geist der Renaissance wider. Der Bau wurde ursprünglich als Dank für den Schutz der Jungfrau Maria während einer Pestepidemie begonnen. Besonders beeindruckend ist das Innere der Kirche, das reich mit Fresken, Gemälden und vergoldeten Holzaltären geschmückt ist.

Im Inneren der Rotonda von Rovigo beeindrucken prachtvolle Fresken, vergoldete Altäre und eine harmonische Lichtwirkung.

Im Inneren der Rotonda von Rovigo beeindrucken prachtvolle Fresken, vergoldete Altäre und eine harmonische Lichtwirkung.

Zahlreiche Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria sowie Heiligendarstellungen schaffen eine Atmosphäre tiefen Glaubens und künstlerischer Pracht. Die wertvollen Gemälde stammen von bedeutenden Künstlern des 17. Jahrhunderts, darunter Palma il Giovane. Der freistehende Glockenturm neben der Rotonda verleiht dem Ensemble zusätzliche Eleganz und macht es zu einem der meistbesuchten Orte in Rovigo.

Fazit: Rovigo ist eine kompakte Stadt, die sich hervorragend zu Fuß erkunden lässt. Wer mit dem Auto anreist, findet im Parkhaus “Parcheggio Multipiano” eine bequeme Parkmöglichkeit. Kulinarisch lohnt sich ein Besuch in einer der traditionellen Trattorien, wo regionale Spezialitäten wie “Polenta e Schie” (Polenta mit kleinen Garnelen) oder “Risi e Bisi” (Reis mit Erbsen) serviert werden. Dank der guten Bahnanbindung ist Rovigo ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge nach Padua, Ferrara oder ins Po-Delta.

   

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