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Belluno Reise Venetien

Mel di Borgo Valbelluna

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Mel di Borgo Valbelluna ist eine Fraktion der nordostitalienischen Gemeinde Borgo Valbelluna in der Provinz Belluno, Region Venetien. Borgo Valbelluna mit 13.641 Einwohnern ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d´Italia und ist eine der geschichtsträchtigen und kulturreichen Ortschaften des Val Belluna.

Mel, heute Teil der Gemeinde Borgo Valbelluna in der Provinz Belluno, liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf das Valbelluna, eingebettet zwischen den Dolomiten und der venezianischen Ebene. Die Geschichte dieses charmanten Ortes reicht weit in die Antike zurück. Archäologische Funde belegen eine kontinuierliche Besiedlung seit der Eisenzeit. Besonders die Grabbeigaben aus der in den 1960er-Jahren entdeckten Nekropole zeugen von einer Kultur, die zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. florierte.

Später siedelten hier Gallier, deren Spuren sich bis heute in Ortsnamen und Funden keltischer Gegenstände erhalten haben. Der römische Einfluss folgte, dokumentiert durch einen Steinsarkophag und eine Gedenktafel in der Nähe der Pfarrkirche von Mel. Auch ein Meilenstein der römischen Via Claudia Augusta Altinate, die von Altinum über die Alpen nach Augsburg führte, erinnert an die strategische Bedeutung des Ortes als Übergangsort zwischen Norditalien und Mitteleuropa.

Die Burg von Zumelle – Wächterin des Tals

Hoch über Mel erhebt sich die Burg von Zumelle, das wohl eindrucksvollste Bauwerk der Region. Sie wurde während der Kämpfe zwischen Ostgoten und Byzantinern errichtet, um den Praderadego-Pass zu sichern. Der Name Zumelle geht auf die Legende der „Zwillingsburgen“ zurück: Die Burg war einst das Pendant zu Castelvint, das nach einer Schlacht zerstört wurde. Aus dem lateinischen Castrum Gemellarum entwickelte sich der heutige Ortsname Mel.

Die Burg war über Jahrhunderte ein umkämpftes strategisches Zentrum. Von 568 bis 1196 wechselte sie mehrfach den Besitzer und war Schauplatz zahlreicher Konflikte zwischen kirchlichen und weltlichen Mächten. Die ursprüngliche Anlage bestand aus vier Mauern, zwei Gräben und vier Türmen – nur Teile davon sind bis heute erhalten. Im Jahr 1311 ließ Rizzardo da Camino das Bauwerk restaurieren und umgestalten. In venezianischer Zeit wurde die Burg von Giorgio Zorzi weiter ausgebaut, ehe sie in den Besitz der Familie Gritti überging. Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte schließlich die Gemeinde Mel das Anwesen, das heute als Symbol der Geschichte und Identität der Region gilt.

Unter venezianischem Einfluss

Von 1404 bis 1797 stand Mel unter dem Schutz der Republik Venedig. Diese Periode brachte dem Ort Stabilität und kulturellen Aufschwung. Drei Jahrhunderte lang regierten hier die Grafen Zorzi und später die Familie Gritti. In dieser Zeit entstanden die eleganten Adelspaläste, die noch heute das historische Zentrum prägen.

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Beim Aufstieg zur Altstadt fallen dem Besucher sofort die prachtvollen Villen entlang der Straße ins Auge: die Villa Luzzati aus dem 17. Jahrhundert mit ihren markanten Eckschornsteinen, die Villa Granelli und die Villa Migliorini, deren Architektur an venezianische Villen des 16. Jahrhunderts erinnert. Jede dieser Residenzen zeugt vom Reichtum und dem künstlerischen Einfluss, den die venezianische Herrschaft in Mel hinterließ.

Das Rathaus von Mel im Palazzo Zorzi vereint Renaissance-Eleganz mit Geschichte und Blick auf den malerischen Hauptplatz.

Das Rathaus von Mel im Palazzo Zorzi vereint Renaissance-Eleganz mit Geschichte und Blick auf den malerischen Hauptplatz.

Das Herz von Mel

Das Zentrum des historischen Borgo liegt auf einem malerischen Hügel. Der Hauptplatz, trapezförmig angelegt, wirkt wie eine Bühne, auf der die Geschichte in Stein fortlebt. Renaissancepaläste, barocke Fassaden und mittelalterliche Mauern verbinden sich zu einem harmonischen Ensemble. Besonders hervorzuheben ist der Palazzo Zorzi aus dem 16. Jahrhundert, heute Sitz des Rathauses. Im ersten Stock befindet sich der Freskensaal, den der lokale Künstler Marco da Mel mit Szenen aus dem Orlando Furioso gestaltete – ein Meisterwerk regionaler Kunst.

Tradition und Leben

Mel ist mehr als nur ein Ort historischer Schönheit – er lebt in seinen Traditionen weiter. Besonders beliebt ist der Frühlingsmarkt Radicele, der jedes Jahr am dritten Maiwochenende stattfindet. Hier dreht sich alles um Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnessel und Hopfen, die fester Bestandteil der lokalen Küche sind. Dieses Fest verbindet Natur, Kulinarik und Kultur auf authentische Weise und zieht Besucher aus der ganzen Region an.

       

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