Grado – Lagune
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Die Lagune von Grado eröffnet eine faszinierende Welt aus Wasser, Inseln und Natur, die zu vielfältigen Ausflügen einlädt.Mit einer Fläche von rund 90 Quadratkilometern bildet die Lagune von Grado einen einzigartigen Naturraum an der nördlichen Adria. Sie gliedert sich in den westlichen Teil, den palu de soto, und den östlichen Teil, den palu de sora, und besteht aus einem dichten Geflecht von Kanälen, Salzwiesen und etwa dreißig kleinen Inseln.
Diese Landschaft wirkt zugleich offen und abgeschieden und lässt sich besonders gut vom Wasser aus erleben. Vom Hafen in Grado starten Taxiboote und das Personenschiff „Nuova Cristina“, die Besucher bequem in die Lagune bringen. Alternativ kann man mit traditionellen Booten, den batèle, unterwegs sein und die stille Dynamik dieses Naturraums intensiv wahrnehmen.
Casoni und traditionelle Lagunenkultur
Ein besonders reizvolles Ziel in der Lagune sind die sogenannten Casoni, die traditionellen Fischerhütten mit Strohdach. Diese einfachen Gebäude stehen sinnbildlich für das frühere Leben der Fischer, die hier zeitweise lebten und arbeiteten. Die meisten Casoni befinden sich in Privatbesitz und dürfen nicht betreten werden, was zur Bewahrung ihrer Ursprünglichkeit beiträgt. Einige wenige sind in den Sommermonaten gastronomisch geöffnet und erlauben einen seltenen Einblick in diese Lagunenkultur. Schon der Blick vom Boot aus vermittelt jedoch ein starkes Gefühl für die enge Verbindung von Mensch und Natur.

Casoni: Ein beliebtes Ausflugsziel sind die traditionellen Fischerhütten.
Santuario di Barbana und religiöse Tradition
Im östlichen Teil der Lagune liegt mit Barbana die größte Insel. Sie beherbergt ein Franziskanerkloster und die Marienkirche Santuario di Barbana, die seit Jahrhunderten ein bedeutender Wallfahrtsort ist. Jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli findet hier das wichtigste religiöse Fest von Grado statt, der Perdòn de Barbana. Im Mittelpunkt steht eine feierliche Prozession über das Wasser, bei der die Statue der Madonna mit dem Kinde von der Basilika Sant’Eufemia in Grado zur Insel Barbana gebracht wird. Dieses Ereignis verbindet Glauben, Gemeinschaft und Lagunenlandschaft zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis.

Das Kloster auf der Insel Barbana liegt still in der Lagune und ist spiritueller Mittelpunkt, Wallfahrtsziel und Ort der Einkehr.
Isola della Cona und das Naturreservat Foce dell’Isonzo
Zwischen Grado und Monfalcone erstreckt sich die Isola della Cona, eine Halbinsel im Naturreservat Foce dell’Isonzo. Auf rund 2.300 Hektar bietet dieses Gebiet Lebensraum für eine außergewöhnliche Vielfalt an Tierarten. Hier lassen sich zahlreiche Vogelarten beobachten, darunter Flamingos, Goldadler und Pelikane, ebenso wie Hirsche, Rehe und Otter. Besonders im Winter nutzen Gänse und Enten das Gebiet als Rückzugsort. Ein beliebtes Ziel ist das Observatorium Marinetta, eine Holzkonstruktion mit Schilfdach, die ideale Bedingungen zur Naturbeobachtung bietet. Bekannt ist das Gebiet auch für die frei lebenden Camargue-Pferde, die auf geführten Touren oder bei Wanderungen entdeckt werden können.
Val Cavanta und weitere Naturerlebnisse
Ein weiteres lohnendes Ziel ist das Naturschutzgebiet Val Cavanta mit einer Fläche von etwa 327 Hektar. Es umfasst Brackwasserteiche, Priele und den Averto-Kanal und ist ein bedeutender Lebensraum für mehr als 260 Vogelarten. Im nahegelegenen Besucherzentrum können Ferngläser ausgeliehen werden, um die Tierwelt aus nächster Nähe zu beobachten. Auch das Naturschutzgebiet Foce dell’Isonzo, das sich über rund 2.400 Hektar erstreckt, lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und Radtouren ein. Besonders eindrucksvoll ist hier das Flussdelta des Isonzo, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen. Diese Ausflugsziele zeigen eindrucksvoll, wie reich und vielfältig die Natur rund um Grado ist und wie eng Erholung, Landschaft und ökologische Vielfalt miteinander verbunden sind.






















