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Reise Venetien

Venetien – Geschichte

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Die Geschichte Venetiens ist ein Mosaik aus Macht, Handel und Geist, das sich über Jahrtausende in Stein und Wasser spiegelt. Kaum eine Region Italiens besitzt eine so vielschichtige Vergangenheit wie Venetien. Zwischen Alpen und Adria gelegen, war dieses Land seit jeher Grenzraum und Brücke zugleich. Hier kreuzten sich Handelsrouten, Armeen und Ideen, hier entstanden Städte, die noch heute das Bild der europäischen Kultur prägen. Venetien war nie nur ein geografischer Raum, sondern immer auch ein geistiges Gefüge – geformt von seiner Lage, seinen Menschen und seinem Verhältnis zum Meer.

Die Ursprünge – Land der Veneter

Lange bevr Rom zur Macht aufstieg, siedelten hier die Veneter, ein Volk von Händlern und Reitern, das zwischen 1000 und 200 v. Chr. ein eigenes kulturelles Zentrum bildete. Archäologische Funde aus Este, Padua und Vicenza zeigen feine Keramiken, Bronzegegenstände und Inschriften in einer Sprache, die mit keiner anderen vollständig verwandt ist. Die Veneter handelten mit Etruskern, Griechen und Illyrern – ein frühes Zeichen jener Offenheit, die die Region bis heute prägt.

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Als die Römer kamen, verband sich die Kultur der Veneter mit der neuen Ordnung. Aus dem Zusammenspiel entstand die Provinz Venetia et Histria, deren Wohlstand auf Landwirtschaft, Handel und Verkehr beruhte. Straßen wie die Via Postumia oder die Via Annia verbanden Aquileia, Verona und Padua mit der Adria. Städte wuchsen, Tempel wurden gebaut, und die Region wurde zum festen Bestandteil des Imperiums.

Die Arena di Verona, im 1. Jh. n. Chr. erbaut, diente römischen Spielen und ist heute ein berühmtes Opernhaus.

Die Arena di Verona, im 1. Jh. n. Chr. erbaut, diente römischen Spielen und ist heute ein berühmtes Opernhaus.

Vom Untergang Roms zur Geburt Venedigs

Mit dem Fall des Römischen Reiches begann ein neues Kapitel. Völkerwanderungen, Invasionen und Kriege verwüsteten das Land. Viele Bewohner flohen in die Lagunen an der Küste, wo sie Schutz vor den Hunnen und Langobarden suchten. Auf diesen sandigen Inseln, zwischen Schilf und Gezeiten, entstand das, was später Venedig werden sollte.

Während auf dem Festland das Frankenreich und später die Markgrafschaften herrschten, wuchs in der Lagune eine neue Macht heran – die Republik Venedig. Im 9. Jahrhundert war sie bereits ein Zentrum des Handels, im 13. Jahrhundert eine Weltmacht.

Die Villa Barbaro in Maser, von Palladio erbaut, vereint klassische Architektur mit Veroneses prachtvollen Fresken.

Die Villa Barbaro in Maser, von Palladio erbaut, vereint klassische Architektur mit Veroneses prachtvollen Fresken.

Die Serenissima und das goldene Zeitalter

Unter der Flagge des geflügelten Löwen von San Marco erstreckte sich die Macht der Serenissima von den Alpen bis Kreta, von Dalmatien bis Zypern. Venetien wurde zum wirtschaftlichen und kulturellen Kern eines Reiches, das auf Schifffahrt, Diplomatie und Handel beruhte.

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      Wo die Liebe Geschichte schreibt

Das Festland – die sogenannte Terraferma – wurde systematisch in das venezianische System eingebunden. Städte wie Verona, Padua, Vicenza und Treviso blühten unter venezianischer Verwaltung auf. Palladio entwarf hier seine Villen, Tizian und Veronese malten für Kirchen und Paläste, und Universitäten wie Padua wurden Zentren des Denkens und der Wissenschaft.

Venetien erlebte eine Zeit, in der Macht und Kultur untrennbar miteinander verbunden waren. Während die Schiffe der Serenissima in die Levante segelten, entwickelten sich im Hinterland Landwirtschaft, Handwerk und Baukunst.

Der Dogenpalast in Venedig war Sitz der Republik und Symbol ihrer Macht, Kunst und politischen Unabhängigkeit.

Der Dogenpalast in Venedig war Sitz der Republik und Symbol ihrer Macht, Kunst und politischen Unabhängigkeit.

Vom Ende der Republik zur neuen Zeit

1797 fiel die Republik Venedig unter Napoleon. Der Doge legte sein Amt nieder, und die tausendjährige Unabhängigkeit fand ein abruptes Ende. Venetien wurde Teil des Habsburgerreiches, fiel 1805 an Frankreich, kehrte 1815 wieder zu Österreich zurück und blieb bis 1866 habsburgisch.

Der Kampf um die italienische Einheit brachte neue Spannungen. Im Dritten Unabhängigkeitskrieg wurde Venetien schließlich Teil des Königreichs Italien. Doch die Erinnerung an die Eigenständigkeit blieb tief verwurzelt – in Sprache, Stolz und Verwaltungssinn.

Rundgang auf der Stadtmauer von Cittadella

Das 20. Jahrhundert und der Wiederaufstieg

Im Ersten Weltkrieg wurde der Piave zur Frontlinie und zum Symbol italienischer Standhaftigkeit. Nach den Zerstörungen des Krieges begann ein mühsamer Wiederaufbau. Die Industrialisierung erfasste das Land, und Städte wie Mestre, Marghera und Verona entwickelten sich zu industriellen Zentren.

Während des Zweiten Weltkriegs litt die Region erneut unter Bombardierungen, doch nach 1945 folgte ein bemerkenswerter Aufschwung. Der Tourismus an der Adria, der Weinbau in den Hügeln, die Möbelindustrie von Treviso und die Textilkunst von Vicenza machten Venetien zu einem Motor der neuen italienischen Wirtschaft.

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