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Rom – Fontana delle Api

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Nahe der Piazza Barberini in Rom erzählt die Fontana delle Api von Berninis Kunst und der mächtigen Familie der Barberini. Im Vergleich zu den monumentalen Brunnen der italienischen Hauptstadt wirkt die Fontana delle Api beinahe unscheinbar. Doch gerade ihre geringe Größe und die ungewöhnliche Gestaltung machen sie zu einem besonderen Werk des römischen Barock. Nur wenige Schritte von der berühmten Fontana del Tritone entfernt erinnert der kleine Brunnen an Gian Lorenzo Bernini und an eine Familie, die das Stadtbild Roms im 17. Jahrhundert entscheidend mitprägte: die Barberini. Ihre drei Bienen sind bis heute das unverwechselbare Kennzeichen des Brunnens.

Die Fontana delle Api von Bernini begeistert mit ihrer Muschelform und drei Bienen als Symbol der Familie Barberini.

Die Fontana delle Api von Bernini begeistert mit ihrer Muschelform und drei Bienen als Symbol der Familie Barberini.

Berninis kleine Schwester des Tritonenbrunnens

Die Fontana delle Api entstand 1644 im Auftrag von Papst Urban VIII., der aus der Familie Barberini stammte. Gian Lorenzo Bernini hatte kurz zuvor die wesentlich größere Fontana del Tritone auf der Piazza Barberini vollendet. Der neue Brunnen sollte nicht nur dekorative Aufgaben erfüllen, sondern vor allem einen praktischen Zweck haben: Er diente als öffentlicher Trinkbrunnen und bot zugleich Wasser für Pferde.

Bernini wählte dafür eine überraschende Form. Der Brunnen erinnert an eine geöffnete Muschel, deren untere Hälfte als Becken dient. Auf der aufgerichteten Muschelschale befinden sich drei Bienen, aus deren Bereich das Wasser in das darunterliegende Becken fließt. Trotz der vergleichsweise einfachen Komposition ist die Handschrift des großen Barockkünstlers deutlich zu erkennen. Naturformen, Wasser und Symbolik verschmelzen zu einem kleinen Kunstwerk.

Die Bienen waren keineswegs nur dekorativer Schmuck. Sie gehörten zum Wappen der Barberini und finden sich an zahlreichen Bauwerken, Denkmälern und Kunstwerken, die während der Regierungszeit Urbans VIII. entstanden. In Rom begegnet man ihnen deshalb immer wieder.

Ein Brunnen auf Wanderschaft

Interessant ist auch die wechselvolle Geschichte der Fontana delle Api. Ursprünglich stand sie an der Ecke der Piazza Barberini zur Via Sistina. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie im Zuge städtebaulicher Veränderungen abgebaut und eingelagert. Dabei gingen Teile des ursprünglichen Materials verloren.

Erst 1916 kehrte die Fontana delle Api in das Stadtbild zurück. Für ihre Wiedererrichtung mussten fehlende Elemente rekonstruiert werden. Gleichzeitig erhielt der Brunnen einen neuen Standort am Beginn der Via Veneto, nur wenige Meter von seinem ursprünglichen Platz entfernt. Auch wenn die heutige Anlage deshalb nicht mehr vollständig dem Original Berninis entspricht, blieb ihr charakteristisches Erscheinungsbild erhalten.

Eine kleine Besonderheit verbirgt sich in der lateinischen Inschrift. Ursprünglich war dort bereits das 22. Pontifikatsjahr Urbans VIII. genannt worden, obwohl dieses erst kurze Zeit später beginnen sollte. Nach Spott über diese vorweggenommene Jahresangabe musste die Zahl korrigiert werden.

 

Ein kleiner Schatz des barocken Rom

Heute wird die Fontana delle Api leicht übersehen. Die große Piazza Barberini, der Verkehr und die nahe Via Veneto ziehen den Blick zunächst auf andere Dinge. Wer jedoch nähertritt, entdeckt eines jener Details, die einen Spaziergang durch Rom besonders reizvoll machen.

Zusammen mit der Fontana del Tritone erzählt der Brunnen von der Epoche Urbans VIII. und von Berninis außergewöhnlicher Fähigkeit, selbst einem alltäglichen Trinkbrunnen eine unverwechselbare Form zu verleihen. Die Fontana delle Api benötigt keine monumentalen Figuren oder mächtigen Wasserspiele. Drei Bienen, eine steinerne Muschel und etwas fließendes Wasser genügen, um daraus ein kleines, charmantes Wahrzeichen des barocken Rom zu machen.

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