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Reise Venetien Verona

Sant’Ambrogio di Valpolicella

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Sant Ambrogio Beitragsbild

Im westlichen Veneto erhebt sich Sant’Ambrogio di Valpolicella zwischen Rebhängen und Marmorsteinbrüchen im Schatten der Lessinischen Berge.

Die Gemeinde liegt auf einer Höhe zwischen 61 und 1.103 Metern und bietet eine abwechslungsreiche Landschaft zwischen der weiten Etsch-Ebene und den ansteigenden Hügeln des Valpolicella. Das milde Klima begünstigt seit Jahrhunderten den Anbau edler Rebsorten, aus denen die berühmten Weine Amarone, Ripasso und Recioto entstehen. Die alten Terrassen, Trockenmauern und Weingüter prägen das Bild des Tals ebenso wie die hellen Steinbrüche, in denen der wertvolle Rosso Verona und andere Marmorsorten gewonnen werden.

Frühzeit und antike Wurzeln

Sant’Ambrogio di Valpolicella ist ein Ort mit uralter Geschichte. Archäologische Funde belegen eine kontinuierliche Besiedlung seit der Bronzezeit. Später siedelten hier die Arusnati, ein etruskisch geprägtes Volk, das seine Spuren in Inschriften und Grabsteinen hinterließ. Mit der römischen Herrschaft erhielt die Region eine gewisse Autonomie, und der Steinabbau begann systematisch. Der Marmor von Sant’Ambrogio fand bereits in der Antike Verwendung beim Bau von Villen, Tempeln und öffentlichen Gebäuden in Verona und weit darüber hinaus.

Mittelalterliche Entwicklung und kulturelles Erbe

Im Laufe der Jahrhunderte wuchs Sant’Ambrogio zu einem handwerklichen und wirtschaftlichen Zentrum des Steinmetzhandwerks heran. Werkstätten, Steinbrüche und Handelswege verbanden den Ort mit der Stadt Verona, die stark von diesem Handwerk profitierte. Auch im Mittelalter blieb der Marmorhandel eine tragende Säule der lokalen Wirtschaft. Heute lebt diese Tradition in modernen Betrieben weiter, die den Stein mit zeitgemäßer Technik bearbeiten, ohne die alte Kunstfertigkeit zu verlieren.

San Giorgio – das historische Herz

Über der Stadt erhebt sich der Ortsteil San Giorgio di Valpolicella, einer der schönsten historischen Weiler der Region. Von hier aus öffnet sich ein weiter Blick über das Etschtal bis zum glitzernden Gardasee. In San Giorgio steht die romanische Pfarrkirche San Giorgio di Valpolicella, die als eines der bedeutendsten Bauwerke der Region gilt. Sie wurde im 8. Jahrhundert auf den Grundmauern eines römischen Tempels errichtet und im 12. und 13. Jahrhundert erweitert. Das Gebäude besteht aus lokalem Stein und strahlt eine schlichte, kraftvolle Eleganz aus. Der mächtige Glockenturm ist schon aus der Ferne sichtbar und gilt als Wahrzeichen des Ortes.

Sant Ambrogio Fließtext01

Sant´Ambrogio di Valpolicella, die alte Kirche, die als Wiedererkennung für die Gemeinde steht.

Geschichte und Gegenwart

Neben der Kirche befindet sich ein kleines, aber eindrucksvolles Museum, in dem Funde aus der römischen und langobardischen Epoche gezeigt werden. Die Gemeinde pflegt ihre Geschichte mit Sorgfalt und verbindet Tradition mit Moderne. Heute umfasst Sant’Ambrogio di Valpolicella die Ortsteile Domegliara, Gargagnano, Monte, Ponton und San Giorgio. Seit vielen Jahren besteht zudem eine lebendige Städtepartnerschaft mit Oppenheim in Deutschland, die durch kulturellen Austausch und wechselseitige Besuche geprägt ist.

Wein, Kultur und Lebensart

Sant’Ambrogio di Valpolicella verkörpert das Wesen des Valpolicella-Gebietes in besonderer Weise: eine harmonische Verbindung aus Natur, Handwerk, Geschichte und Genuss. Zwischen Reben, Stein und Tradition hat sich der Ort seinen unverwechselbaren Charakter bewahrt – ein stiller Zeuge vergangener Zeiten, der zugleich mit offenem Blick in die Zukunft schaut.

     

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