Santuario di San Romedio
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Das Santuario di San Romedio im Val di Non verbindet religiöse Tradition mit alpiner Natur auf eindrucksvolle Weise. Der Wallfahrtsort ist eines der charakteristischsten religiösen Ziele im Trentino und zieht seit Jahrhunderten Gläubige und Besucher aus aller Welt an, die den einzigartigen Bau, den historischen Kreuzweg und die besondere Atmosphäre erleben möchten.
Geschichte und Legende
Der Wallfahrtsort ist dem Einsiedler San Romedio gewidmet, der nach der Überlieferung als religiöser Lehrer und Heiliger im Val di Non verehrt wurde. Die älteste Kirche wurde bereits im 11. Jahrhundert über dem Grab des Heiligen errichtet, und über die Jahrhunderte entstanden weitere Bauwerke, Kapellen und Bildstöcke entlang des steilen Felsens.
Der Legende nach stammte Romedio aus einer wohlhabenden Familie des Tirols und entschied sich nach einer Pilgerreise nach Rom, sein Leben der Askese und dem Gebet zu widmen. Eine der bekanntesten Geschichten erzählt, wie er einst einen Bären zähmte, der später sein Gefährte wurde – ein Motiv, das hier vielerorts präsent ist und Teil der lokalen Überlieferung geblieben ist.

Das Santuario di San Romedio ist ein eindrucksvoller Wallfahrtsort mit fünf Kapellen, spektakulär auf einem Felsen erbaut.
Architektur und Kapellen
Das Heiligtum besteht aus mehreren Kirchen und Kapellen, die über rund 131 Stufen an der Felswand aufgereiht sind und unterschiedliche Bauphasen aus über 900 Jahren dokumentieren. An der Spitze steht die älteste Kirche, ursprünglich über dem Grab Romedios erbaut und später von weiteren sakralen Bauten umgeben. Unterhalb finden sich Kapellen wie jene zu Ehren des Heiligen San Giorgio und des San Michele, die kunsthistorisch wie religiös wertvolle Zeugnisse vergangener Zeiten sind.
Zwischen den Kirchen erzählen Fresken, Altäre und künstlerische Details vom Glauben, von Pilgerschaft und geistlicher Hingabe, die hier über Generationen gelebt wurden. Besonders sehenswert ist der Ausblick von der oberen Kapelle, der eindrucksvoll das Tal und die umgebende Landschaft eröffnet, sowie die Via Crucis und die zahlreichen Ex‑Votivgaben, die entlang des Aufstiegs zu sehen sind.

Auf einem Felsen im Val di Non gelegen, thront das Santuario di San Romedio über einer tiefen Schlucht nahe Cles.
Natur und Umgebung
Das Santuario di San Romedio liegt eingebettet in eine Wald‑ und Felslandschaft, die Ruhe und Abgeschiedenheit vermittelt. Wanderwege führen durch Wälder und zu Aussichtspunkten, die einen Blick auf das Tal und die steilen Felswände eröffnen. Die Region ist außerdem von Apfelgärten und sanften Hängen geprägt, die das typische Landschaftsbild des Val di Non ausmachen und zu Spaziergängen einladen.
In der Umgebung des Heiligtums befinden sich weitere historische Wege und Kapellen, die die kulturelle Bedeutung des Tales ergänzen und Besuchern ermöglichen, Landschaft, Geschichte und Spiritualität miteinander zu verbinden.






















