Rom – Mercati di Traiano
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Rom und die Mercati di Traiano führen in eine faszinierende Welt aus antiken Gassen, Hallen und mächtigen römischen Ziegelbauten. Direkt an den Trajansforen erhebt sich am Hang des Quirinal eine mehrgeschossige Anlage, deren geschwungene Fassade zu den markantesten Zeugnissen römischer Architektur gehört. Lange wurden die Mercati di Traiano vor allem als antikes Einkaufszentrum beschrieben. Heute betrachtet die Forschung diese Deutung differenzierter: Der Komplex erfüllte vermutlich verschiedene administrative, wirtschaftliche und öffentliche Aufgaben.
Ein Meisterwerk römischer Baukunst
Die Mercati di Traiano entstanden zu Beginn des 2. Jahrhunderts nach Christus im Zusammenhang mit dem Bau des Trajansforums. Die monumentale Anlage wurde unter Kaiser Trajan errichtet und wird häufig mit dessen bedeutendem Architekten Apollodor von Damaskus in Verbindung gebracht. Beim Ausbau des Forums waren große Teile des Quirinalhügels abgetragen worden. Die neuen Gebäude stabilisierten den entstandenen Hang und nutzten den begrenzten Raum auf beeindruckende Weise.

Die mächtigen Ziegelbauten der Mercati di Traiano zeigen eindrucksvoll die fortschrittliche Architektur des antiken Rom.
Mehrere Ebenen, Treppen, Korridore und Straßen verbinden die unterschiedlichen Bereiche miteinander. Besonders charakteristisch ist die große halbkreisförmige Fassade aus römischem Ziegelmauerwerk. Zahlreiche Räume öffnen sich zu den Wegen und Galerien. Sie könnten als Büros, Verwaltungsräume oder für andere öffentliche und wirtschaftliche Zwecke genutzt worden sein.
Eine der eindrucksvollsten Passagen ist die Via Biberatica. Die gepflasterte antike Straße verläuft durch den oberen Teil des Komplexes und vermittelt noch heute das Gefühl, durch ein Viertel des kaiserzeitlichen Rom zu gehen. Der Name wird häufig mit dem lateinischen Wort „bibere“, trinken, in Verbindung gebracht und könnte auf einstige Schanklokale hindeuten.

Auf mehreren Ebenen verbinden Treppen, Gänge und historische Räume die unterschiedlichen Bereiche der Mercati di Traiano.
Zwischen Trajansforum und Kaiserforen
Die Mercati di Traiano waren Teil eines weit größeren städtebaulichen Projekts. Unmittelbar davor lag das prachtvolle Forum des Kaisers Trajan, das nach dessen Siegen über die Daker errichtet wurde. Säulenhallen, Plätze und öffentliche Gebäude bildeten eines der beeindruckendsten Zentren des antiken Rom.
Noch heute lässt sich von den oberen Bereichen der Mercati di Traiano hervorragend erkennen, wie eng die verschiedenen Kaiserforen miteinander verbunden waren. Besonders markant ragt die Trajanssäule empor, deren spiralförmiges Relief die Feldzüge des Kaisers in zahlreichen Szenen erzählt.

Die antike Via Biberatica führt durch die Mercati di Traiano und vermittelt noch heute das Flair einer römischen Straße.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden die antiken Gebäude immer wieder verändert. Mittelalterliche und später entstandene Bauteile ergänzten die römischen Strukturen. Dadurch entwickelte sich ein vielschichtiges Ensemble, das nicht nur von der Antike, sondern auch von der weiteren Geschichte Roms erzählt.
Antike Räume als modernes Museum
Heute beherbergen die Mercati di Traiano das Museo dei Fori Imperiali. In den historischen Hallen werden Skulpturen, Architekturfragmente und Rekonstruktionen aus den verschiedenen Kaiserforen präsentiert. Die Ausstellung hilft dabei, sich die einstige Pracht der heute teilweise nur noch in Fundamenten erhaltenen Anlagen vorzustellen.

Von den Mercati di Traiano öffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Kaiserforen und die berühmte Trajanssäule.
Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen Innen- und Außenräumen. Besucher gehen durch hohe Hallen, folgen antiken Treppen und gelangen immer wieder auf Terrassen mit Blick über die Kaiserforen und das Zentrum Roms.
Die Mercati di Traiano zeigen damit eindrucksvoll, wie fortschrittlich römische Stadtplanung bereits vor fast 2.000 Jahren war. Architektur, Geschichte und ungewöhnliche Perspektiven verbinden sich hier zu einem der spannendsten archäologischen Orte der Ewigen Stadt.
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