Rom – Ponte Cestio
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Ponte Cestio bei der Tiberinsel gehört trotz vieler Umbauten zu den wichtigen Zeugnissen der antiken Brückengeschichte Roms. Die Ponte Cestio wurde wahrscheinlich um 46 v. Chr. unter Lucius Cestius errichtet und entstand damit nahezu zeitgleich mit der Ponte Fabricio auf der gegenüberliegenden Seite der Tiberinsel. Von Beginn an stellte sie eine wichtige Verbindung zwischen der Insel und dem westlichen Tiberufer her.
Da die Brücke ständig der Strömung des Flusses ausgesetzt war, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert und verändert. Eine bedeutende Erneuerung erfolgte im Jahr 365 unter den Kaisern Valentinian, Valens und Gratian. Dabei erhielt sie die Form eines großen mittleren Bogens, der von zwei kleineren Bögen flankiert wurde. Die wiederholten Umbauten zeigen, wie wichtig diese Verbindung für die Entwicklung der Stadt über lange Zeiträume hinweg war.

Isola Tiberina mit der historischen Ponte Cestio über dem Tiber und Blick auf Trastevere.
Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte
Die zahlreichen Eingriffe führten auch zu verschiedenen Namen. Im Jahr 370 wurde die Brücke nach Kaiser Gratian als Pons Gratiani bezeichnet. Später erhielt sie den Namen Ponte San Bartolomeo, nach der bedeutenden Kirche auf der Tiberinsel. Im Mittelalter wurde sie außerdem als Ponte Ferrato bezeichnet. Der Name stand mit Eisenketten in Verbindung, die dazu dienten, schwimmende Mühlen im Tiber am Ufer zu befestigen.
Diese Mühlen spielten eine wichtige Rolle für die Versorgung Roms mit Mehl, insbesondere nachdem im Jahr 537 während der Belagerung durch die Goten die Aquädukte beschädigt worden waren. So war die Ponte Cestio nicht nur Verkehrsweg, sondern stand auch mit der wirtschaftlichen Versorgung der Stadt in Verbindung.

Historische Architektur der Isola Tiberina mit der Ponte Cestio.
Das heutige Bauwerk
Während der französischen Invasion von 1849 erlitt die Ponte Cestio erhebliche Schäden, ihr Erscheinungsbild blieb jedoch lange weitgehend erhalten. Im Zuge der Regulierung des Tibers und des Baus der neuen Ufermauern wurde die Brücke schließlich abgebaut und neu errichtet. Die heutige Konstruktion besitzt drei große Bögen, die mit ursprünglichem Travertin verkleidet sind.
Zusammen mit der Ponte Fabricio bildet sie bis heute einen historischen Zugang zur Tiberinsel. Dadurch ist die Brücke ein wichtiger Bestandteil des Ensembles aus Fluss, Insel und den angrenzenden Stadtvierteln. Von hier aus lässt sich außerdem die besondere Lage der Tiberinsel mitten im historischen Stadtgebiet gut erkennen.
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