Rom – Terme di Caracella
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Rom und die Terme di Caracella erzählen von kaiserlichem Luxus und einer Badekultur, deren Dimensionen noch heute beeindrucken. Südlich des historischen Zentrums erheben sich die gewaltigen Ruinen einer Anlage, die einst zu den größten und prächtigsten Thermen des Römischen Reiches gehörte. Mächtige Mauern, weitläufige Hallen und erhaltene Bodenmosaike lassen erahnen, welchen Stellenwert öffentliche Bäder im gesellschaftlichen Leben der Antike besaßen. Die Thermen waren weit mehr als ein Ort der Körperpflege: Sie dienten der Erholung, dem Sport, der Unterhaltung und vor allem der Begegnung.
Ein kaiserlicher Bau für die Bevölkerung
Errichtet wurden die Thermen zu Beginn des 3. Jahrhunderts unter Kaiser Septimius Severus und seinem Sohn Caracalla. Im Jahr 216 nach Christus wurde die Anlage eröffnet und erhielt später den Namen ihres berühmtesten Bauherrn. Auf einem riesigen Areal entstand ein monumentaler Badekomplex, der täglich von mehreren Tausend Menschen genutzt werden konnte.
Das Zentrum bildete ein symmetrisch aufgebautes Badegebäude mit verschiedenen Bereichen. Besucher wechselten zwischen dem heißen Caldarium, dem angenehm temperierten Tepidarium und dem kühlen Frigidarium. Hinzu kam die große Natatio, ein offenes Schwimmbecken. Sportplätze, Gärten, Bibliotheken und Räume für Gespräche und gesellschaftliche Treffen ergänzten das Angebot.

Die mächtigen Ruinen der Terme di Caracalla lassen noch heute die gewaltigen Dimensionen der römischen Badeanlage erahnen.
Technisch waren die Caracalla-Thermen ein Meisterwerk. Über Aquädukte gelangten enorme Wassermengen in die Anlage. Ein ausgeklügeltes System aus Leitungen, Öfen und Hohlräumen unter den Böden sorgte dafür, dass Wasser und Räume beheizt werden konnten. Das sogenannte Hypokaustum verteilte warme Luft unter den Fußböden und teilweise auch hinter den Wänden.

Zwischen alten Mauern und grünen Flächen entfalten die Terme di Caracalla eine eindrucksvolle Atmosphäre voller Geschichte.
Marmor, Mosaike und monumentale Hallen
Die heutigen Ruinen vermitteln nur einen Teil der ursprünglichen Pracht. In der Antike waren die Räume mit kostbaren Marmorsorten, Säulen, Statuen und farbenreichen Mosaiken ausgestattet. Einige der berühmtesten Kunstwerke, die später in Rom aufgestellt wurden, stammen aus dem Gelände der Thermen. Dazu gehören der monumentale Farnesische Herkules und die als Farnesischer Stier bekannte Skulpturengruppe.

Einst badeten hier Tausende Römer: Die Terme di Caracalla waren ein monumentaler Treffpunkt für Erholung und Gesellschaft.
Besonders eindrucksvoll sind die Dimensionen der erhaltenen Mauern. Manche ragen noch heute mehrere Stockwerke hoch und lassen die Größe der einst überwölbten Säle erkennen. Zwischen den Ruinen sind zudem Reste geometrischer und figürlicher Mosaikböden erhalten. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie aufwendig selbst die Flächen gestaltet waren, über die einst Tausende Besucher gingen.
Mehr als drei Jahrhunderte lang blieben die Thermen in Betrieb. Erst im 6. Jahrhundert endete ihre Nutzung, nachdem während der Gotenkriege die Wasserversorgung Roms schwer beschädigt worden war.

Hohe Ziegelmauern und weite Hallen erinnern in den Terme di Caracalla an den einstigen Luxus der römischen Kaiserzeit.
Antike Kulisse unter freiem Himmel
Heute gehören die Caracalla-Thermen zu den eindrucksvollsten archäologischen Anlagen Roms. Anders als an vielen dicht bebauten Sehenswürdigkeiten der Stadt lässt sich hier die gewaltige Ausdehnung eines antiken Baukomplexes besonders gut nachvollziehen. Zwischen hohen Ziegelmauern, Grünflächen und alten Mauerresten entsteht eine beinahe ruhige Atmosphäre.
Eine besondere Tradition sind die sommerlichen Kulturveranstaltungen auf dem Gelände. Seit dem 20. Jahrhundert dienen die Thermen immer wieder als eindrucksvolle Kulisse für Opern, Konzerte und Aufführungen. Wenn am Abend die mächtigen Ruinen beleuchtet werden, verbindet sich das antike Erbe mit dem kulturellen Leben der Gegenwart. Die Caracalla-Thermen zeigen damit eindrucksvoll, dass römische Badekultur nicht allein dem Baden diente, sondern ein wichtiger Teil des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens im alten Rom war.
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