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Rom – Domus Aurea

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Rom und die Domus Aurea führen tief in die Welt Kaiser Neros und zu einem der außergewöhnlichsten Palastbauten der Antike zurück. Heute liegen große Teile der einstigen Anlage verborgen unter der Erde und den später errichteten Bauten rund um den Oppius-Hügel. Wer die erhaltenen Räume betritt, erlebt keine klassische Ruinenlandschaft unter freiem Himmel, sondern ein geheimnisvolles Labyrinth aus Sälen, Gängen, Gewölben und antiken Wandmalereien. Kaum etwas lässt dabei erahnen, wie prachtvoll und weitläufig Neros „Goldenes Haus“ ursprünglich gewesen sein muss.

Neros gewaltiger Palast

Nach dem großen Brand von Rom im Jahr 64 nach Christus ließ Kaiser Nero eine neue Palastanlage errichten, die alle bisherigen Dimensionen sprengte. Die Domus Aurea erstreckte sich über ein riesiges Gebiet zwischen Palatin, Esquilin und weiteren Teilen der Stadt. Anders als eine einzelne Residenz bestand sie aus zahlreichen Gebäuden, Gärten, Pavillons und künstlich gestalteten Landschaften.

Von außen lassen die mächtigen Ruinen der Domus Aurea noch heute die gewaltigen Dimensionen von Neros Palastanlage erahnen.

Von außen lassen die mächtigen Ruinen der Domus Aurea noch heute die gewaltigen Dimensionen von Neros Palastanlage erahnen.

Im Zentrum des weitläufigen Areals befand sich ein großer künstlicher See. An seiner Stelle entstand Jahrzehnte später das Kolosseum. Die Palastanlage selbst beeindruckte durch kostbare Materialien und eine außergewöhnliche Ausstattung. Marmor, Stuck, Fresken, Gold und Elfenbein schmückten die Räume. Von diesem verschwenderischen Glanz leitet sich auch der Name Domus Aurea, das „Goldene Haus“, ab.

Berühmt ist der sogenannte achteckige Saal. Seine innovative Architektur mit einer großen Öffnung im Gewölbe zeigt, wie experimentierfreudig die römischen Baumeister arbeiteten. Licht wurde bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt und verlieh den Räumen eine besondere Wirkung.

Historische Räume und antike Skulpturen vermitteln in der Domus Aurea einen Eindruck von der einstigen Pracht des Kaiserpalastes.

Historische Räume und antike Skulpturen vermitteln in der Domus Aurea einen Eindruck von der einstigen Pracht des Kaiserpalastes.

Vergessen, verschüttet und wiederentdeckt

Neros Palast hatte nur kurze Zeit Bestand. Nach seinem Tod im Jahr 68 versuchten seine Nachfolger, die Erinnerung an den umstrittenen Kaiser zurückzudrängen. Teile der Domus Aurea wurden abgerissen, andere zugeschüttet und überbaut. Kaiser Trajan ließ über einem Teil der Anlage zu Beginn des 2. Jahrhunderts seine gewaltigen Thermen errichten.

Die erhaltenen Räume der Domus Aurea geben einen faszinierenden Einblick in die einst prachtvolle Palastwelt Kaiser Neros.

Die erhaltenen Räume der Domus Aurea geben einen faszinierenden Einblick in die einst prachtvolle Palastwelt Kaiser Neros.

Gerade diese Überbauung trug dazu bei, dass zahlreiche Räume erhalten blieben. Unter Schutt und Erde verschwanden sie für viele Jahrhunderte aus dem Bewusstsein der Menschen. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die unterirdischen Säle wiederentdeckt. Künstler der Renaissance ließen sich an Seilen in die vermeintlichen Grotten hinab und studierten die antiken Malereien.

Die fantasievollen Ornamente, Figuren, Tiere und Pflanzenmotive beeinflussten die Kunst der Renaissance nachhaltig. Weil man die Räume zunächst für Grotten hielt, erhielten die nach antikem Vorbild entstandenen Dekorationen die Bezeichnung „Grotesken“. Künstler wie Raffael ließen sich von dieser wiederentdeckten Bildwelt inspirieren.

Die weitläufigen Ruinen der Domus Aurea erinnern an die einstige Größe und außergewöhnliche Pracht von Kaiser Neros Palast.

Die weitläufigen Ruinen der Domus Aurea erinnern an die einstige Größe und außergewöhnliche Pracht von Kaiser Neros Palast.

Unterirdische Reise in die Antike

Heute wirkt die Domus Aurea völlig anders als zu Neros Zeiten. Räume, die ursprünglich von Tageslicht erfüllt waren und sich teilweise zu Gärten öffneten, befinden sich nun unter dem heutigen Bodenniveau. Die kühle, gedämpfte Atmosphäre macht einen Besuch zu einem ungewöhnlichen Erlebnis.

Erhaltene Fresken, Stuckdekorationen und monumentale Gewölbe vermitteln noch immer einen Eindruck von der Qualität der einstigen Ausstattung. Gleichzeitig ist die Anlage ein empfindliches archäologisches Monument, an dem kontinuierlich geforscht und restauriert wird.

Die Domus Aurea zeigt eine faszinierende Seite des antiken Rom: Sie erzählt von Neros grenzenlosem Repräsentationswillen, von herausragender römischer Architektur und vom überraschenden Weiterleben antiker Kunst in der Renaissance. Gerade weil der einstige Luxus heute nur noch in Fragmenten sichtbar ist, besitzt das „Goldene Haus“ eine ganz eigene Faszination.

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