Rom – Fontana del Moro
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Am südlichen Ende der Piazza Navona in Rom begeistert die Fontana del Moro mit kraftvollen Figuren und barocker Wasserkunst. Gemeinsam mit der Fontana dei Quattro Fiumi und der Fontana del Nettuno gehört die Fontana del Moro zu den drei großen Brunnen der Piazza Navona. Sie bildet den südlichen Abschluss des lang gestreckten Platzes und blickt auf eine Geschichte zurück, die mehrere Kunstepochen miteinander verbindet. Aus einer vergleichsweise schlichten Brunnenanlage des 16. Jahrhunderts entwickelte sich im Laufe der Zeit ein kunstvolles Ensemble, an dessen Gestaltung auch Gian Lorenzo Bernini beteiligt war.

Die Fontana del Moro schmückt den Süden der Piazza Navona mit Tritonen, Delfinen und einer eindrucksvollen Figurenkomposition.
Von Giacomo della Porta bis Bernini
Die Ursprünge der Fontana del Moro reichen in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Papst Gregor XIII. ließ damals die Wasserversorgung dieses Stadtgebietes verbessern und beauftragte Giacomo della Porta mit neuen Brunnen auf der Piazza Navona. Um 1575 entstand am südlichen Ende des Platzes ein großes Becken aus Marmor.
Bereits die frühe Anlage erhielt verschiedene Figuren und Masken. Ihr heutiger barocker Charakter entwickelte sich jedoch erst im folgenden Jahrhundert. Papst Innozenz X. aus der Familie Pamphilj, der die Piazza Navona zu einer repräsentativen Bühne seiner Familie ausbauen ließ, beauftragte Gian Lorenzo Bernini mit einer Neugestaltung des Brunnens.

Die zentrale Figur des Moro ringt mit einem Delfin und verleiht dem historischen Brunnen seine kraftvolle barocke Dynamik.
Bernini entwarf in der Mitte des 17. Jahrhunderts eine neue zentrale Figurengruppe. Die heutige Hauptfigur wurde schließlich nach seinem Entwurf von Giovanni Antonio Mari ausgeführt. Der Brunnen erhielt damit eine wesentlich dynamischere Erscheinung und fügte sich besser in die barocke Gesamtgestaltung der Piazza ein.
Der „Moro“ im Zentrum des Brunnens
Namensgebend ist die kräftige männliche Figur im Zentrum. Sie steht auf einer großen Muschelschale und ringt mit einem Delfin, während Wasser in das darunterliegende Becken strömt. Aufgrund ihrer Gesichtszüge wurde die Figur im Volksmund als „Moro“, also als Mohr, bezeichnet. Diese Bezeichnung setzte sich schließlich als Name des gesamten Brunnens durch.
Um die zentrale Skulptur gruppieren sich Tritonen und weitere Meereswesen. Die Figuren vermitteln durch ihre Körperhaltungen den Eindruck ständiger Bewegung. Wasser, Muscheln und mythologische Gestalten verschmelzen zu einer lebhaften Szene, wie sie für die barocke Kunst typisch ist.

Die Fontana del Moro verbindet kunstvolle Meeresfiguren und fließendes Wasser zu einem eindrucksvollen barocken Ensemble.
Die heute auf der Piazza sichtbaren äußeren Figuren sind allerdings nicht mehr die Originale aus dem 16. Jahrhundert. Diese wurden im 19. Jahrhundert aus Schutzgründen entfernt und befinden sich heute in der Galleria Borghese. Am Brunnen ersetzte man sie durch Kopien.
Ein Teil der großen Piazza Navona
Die Fontana del Moro entfaltet ihre besondere Wirkung im Zusammenspiel mit der Architektur der Piazza Navona. Von ihrem Standort am südlichen Ende öffnet sich der Blick über den gesamten Platz bis zur Fontana dei Quattro Fiumi und weiter zur Fontana del Nettuno.
Zwischen den Fassaden der historischen Palazzi, den Straßencafés und dem lebhaften Treiben wirkt der Brunnen wie ein fester Bestandteil der großen barocken Bühne. Gerade weil er weniger monumental als Berninis Vierströmebrunnen erscheint, lohnt sich ein genauer Blick auf seine Figuren und Details. Die Fontana del Moro erzählt dabei zugleich von mehreren Jahrhunderten römischer Kunstgeschichte und gehört zu den charakteristischen Schmuckstücken der Piazza Navona.
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