Rom – Fontana del Mosè
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An der Piazza San Bernardo in Rom erinnert die Fontana del Mosè mit mächtiger Architektur an die Rückkehr des Wassers zur Stadt. Die Fontana del Mosè, offiziell Fontana dell’Acqua Felice, gehört zu den großen sogenannten Mostre d’Acqua Roms – monumentalen Schaubrunnen, die den Endpunkt einer bedeutenden Wasserleitung markieren. An der Piazza San Bernardo erhebt sich ihre imposante Fassade wie ein steinerner Triumphbogen. Obwohl der Brunnen heute weniger bekannt ist als die Fontana di Trevi oder Berninis berühmte Wasserspiele, nimmt er in der Geschichte der römischen Brunnenarchitektur eine wichtige Stellung ein. Mit ihm begann Ende des 16. Jahrhunderts eine neue Epoche repräsentativer Brunnenanlagen.

Die Fontana del Mosè beeindruckt mit ihrer monumentalen Fassade und erinnert an die historische Wasserversorgung Roms.
Ein Monument für die Acqua Felice
Papst Sixtus V. ließ die Anlage zwischen 1585 und 1587 errichten. Sein Ziel war es, die höher gelegenen Stadtteile Roms wieder zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Dafür wurde eine neue Wasserleitung gebaut, die teilweise dem Verlauf antiker Aquädukte folgte. Ihren Namen Acqua Felice erhielt sie nach dem bürgerlichen Namen des Papstes, Felice Peretti.
Als weithin sichtbaren Abschluss der Leitung entstand die monumentale Brunnenfassade nach Entwürfen von Domenico Fontana. Drei große Rundbögen gliedern das Bauwerk. Antike Säulen, Inschriften und das päpstliche Wappen verleihen ihm einen repräsentativen Charakter. Die Architektur erinnert bewusst an einen römischen Triumphbogen und sollte nicht nur die technische Leistung der neuen Wasserversorgung feiern, sondern zugleich die Macht und Bautätigkeit von Sixtus V. demonstrieren.

Im Zentrum des Brunnens steht die mächtige Figur des Moses, der mit den Gesetzestafeln die gesamte Anlage überragt.
Das Wasser fließt aus den Nischen in große Becken vor der Fassade. Damit erfüllte die Anlage ursprünglich auch einen praktischen Zweck: Die neue Wasserleitung verbesserte die Versorgung eines Stadtgebietes, das zuvor unter Wassermangel gelitten hatte.
Moses schlägt Wasser aus dem Felsen
Im Mittelpunkt steht die monumentale Mosesfigur, die dem Brunnen seinen gebräuchlichen Namen gab. Dargestellt ist die biblische Geschichte, in der Moses Wasser aus einem Felsen hervorbringt. Damit fand man ein Motiv, das ideal zur Funktion des Bauwerks als Endpunkt einer Wasserleitung passte.
Die Statue wurde von Leonardo Sormani und Prospero Antichi geschaffen. Moses steht mit den Gesetzestafeln in der zentralen Nische und dominiert mit seiner mächtigen Erscheinung die gesamte Anlage. Schon zur Entstehungszeit wurde die Figur allerdings kritisch betrachtet. Besonders der Vergleich mit Michelangelos berühmtem Moses in San Pietro in Vincoli fiel für die Schöpfer des Brunnens wenig schmeichelhaft aus.

Als Endpunkt der Acqua Felice entstand die Fontana del Mosè im 16. Jahrhundert und wurde zum Vorbild späterer Schaubrunnen.
In den seitlichen Nischen befinden sich weitere biblische Szenen rund um das Thema Wasser. Löwenfiguren ergänzen die Komposition und verstärken den monumentalen Eindruck der Fassade.
Wegbereiter für Roms große Schaubrunnen
Die Fontana del Mosè entstand Jahrzehnte vor den großen barocken Meisterwerken Berninis und mehr als ein Jahrhundert vor der Fontana di Trevi. Gerade deshalb ist sie für die Entwicklung der römischen Brunnenkunst von besonderer Bedeutung. Die Idee, den Endpunkt einer Wasserleitung als monumentale Architektur zu inszenieren, wurde später mehrfach aufgegriffen.
Heute bildet der Brunnen gemeinsam mit der nahe gelegenen Kirche Santa Maria della Vittoria und der Kirche Santa Susanna ein interessantes historisches Ensemble rund um die Piazza San Bernardo. Nur wenige Gehminuten entfernt liegen die Piazza della Repubblica und die Diokletiansthermen.
Die Fontana del Mosè mag nicht die verspielte Eleganz der barocken Brunnen Roms besitzen. Dafür erzählt sie eindrucksvoll von einer Zeit, in der die Wiederherstellung der Wasserversorgung das Wachstum der Stadt entscheidend vorantrieb – und technische Infrastruktur zugleich zu monumentaler Kunst wurde.
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