Rom – Fontana del Tritone
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Auf der Piazza Barberini in Rom zeigt die Fontana del Tritone eindrucksvoll, wie Bernini Wasser, Bewegung und Skulptur vereinte.Im geschäftigen Zentrum der italienischen Hauptstadt erhebt sich ein Brunnen, der trotz des Verkehrs auf der Piazza Barberini nichts von seiner außergewöhnlichen Wirkung verloren hat. Die Fontana del Tritone gehört zu den bekanntesten Werken Gian Lorenzo Berninis und markiert einen wichtigen Moment in der Entwicklung der barocken Brunnenkunst. Statt einer klassischen Brunnenarchitektur schuf Bernini eine nahezu vollständig plastische Komposition, in der Figuren, Tiere und Wasser zu einer einzigen bewegten Szene verschmelzen.

Berninis Fontana del Tritone auf der Piazza Barberini begeistert mit kraftvollen Figuren und eindrucksvollen Wasserspielen.
Berninis Brunnen für die Barberini
Die Fontana del Tritone entstand zwischen 1642 und 1643 im Auftrag von Papst Urban VIII. aus der einflussreichen Familie Barberini. Die Umgebung hatte sich damals zu einem wichtigen repräsentativen Bereich der Stadt entwickelt. In unmittelbarer Nähe befand sich der neue Palazzo Barberini, und der Brunnen sollte die Bedeutung des Ortes zusätzlich unterstreichen.
Bernini verzichtete auf die bis dahin häufig übliche Gestaltung mit großen architektonischen Becken und Aufbauten. Stattdessen ließ er vier Delfine aus dem Wasser emporsteigen, deren Schwänze eine mächtige geöffnete Muschel tragen. Auf ihr sitzt Triton, eine Gestalt aus der griechisch-römischen Mythologie und Sohn des Meeresgottes Poseidon beziehungsweise Neptun. Mit zurückgelegtem Kopf bläst er in ein großes Muschelhorn, aus dem ein kräftiger Wasserstrahl nach oben steigt und anschließend in das Becken zurückfällt.
Die Konstruktion vermittelt dabei erstaunliche Leichtigkeit. Obwohl die Figuren aus massivem Travertin bestehen, scheint die gesamte Gruppe über dem Wasser zu schweben. Bewegung wird zum bestimmenden Element – ein typisches Merkmal der Kunst Berninis.

Vier Delfine tragen eine große Muschel, auf der Triton sitzt und einen kräftigen Wasserstrahl aus seinem Muschelhorn bläst.
Triton, Delfine und die Bienen der Barberini
Neben der zentralen Figur finden sich zahlreiche Hinweise auf den Auftraggeber. Zwischen den Delfinen sind das päpstliche Wappen und die drei Bienen der Barberini zu erkennen. Sie begegnen Besuchern an vielen Bauwerken und Kunstwerken im Rom des 17. Jahrhunderts und erinnern bis heute an den großen Einfluss der Familie.
Auch die Figur des Triton besitzt eine besondere Bedeutung. Bernini orientierte sich an antiken mythologischen Vorstellungen, interpretierte sie jedoch auf ausgesprochen dynamische Weise. Der angespannte Körper, das aufgeblasene Muschelhorn und das herabstürzende Wasser lassen die Skulptur wie einen eingefrorenen Augenblick einer lebendigen Szene erscheinen.

Die Fontana del Tritone entstand im 17. Jahrhundert für Papst Urban VIII. und zählt zu den Meisterwerken des römischen Barock.
Ursprünglich erfüllte der Brunnen neben seiner repräsentativen Funktion auch einen praktischen Zweck. Gespeist wurde er von der Acqua Felice, einer Ende des 16. Jahrhunderts wiederhergestellten Wasserleitung, die zahlreiche Bereiche der Stadt versorgte.
Barockkunst im modernen Stadtleben
Die Piazza Barberini hat sich seit Berninis Zeiten grundlegend verändert. Wo sich einst Gärten und vergleichsweise offene Flächen erstreckten, treffen heute mehrere wichtige Straßen aufeinander. Hotels, Geschäfte und der stetige römische Verkehr bestimmen das Umfeld.
Gerade dieser Kontrast macht die Fontana del Tritone besonders interessant. Inmitten der modernen Großstadt steht sie wie eine steinerne Erinnerung an das barocke Rom des 17. Jahrhunderts. Wer sich Zeit nimmt und näher an das Becken tritt, entdeckt die vielen feinen Details der Figuren und Wappen. Die Fontana del Tritone zeigt eindrucksvoll, wie Bernini selbst einem alltäglichen Element wie einem öffentlichen Brunnen Dramatik, Eleganz und beinahe theatralische Lebendigkeit verleihen konnte.
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