Valdarno
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Das malerische Valdarno, ein Tal, das durch zahlreiche Bergrücken und anmutige Hügel charakterisiert ist, liegt nur unweit von Arezzo. Hier kommen besonders Wanderer und Radfahrer voll und ganz auf ihre Kosten und können die grünen Pinien, die Weinreben und Olivenhaine genießen. Bereits Leonardo da Vinci, der das Arnotal als Hintergrund für die bekannte „Mona Lisa“ verwendete, war beeindruckt von der atemberaubenden Schönheit dieser Gegend. Die weiten Horizonte, das wechselnde Licht und die stillen Dörfer verleihen dem Tal bis heute eine beinahe zeitlose Atmosphäre.
Geschichte und alte Wege
Das Valdarno ist ein historisch bedeutsamer Übergangsraum zwischen Florenz und Arezzo. Es gibt eine antike Konsularstraße, die Cassia Vetus, die zwei große etruskische Zentren verband: Arezzo und Fiesole. Entlang dieser Route entwickelte sich ein dichtes Netz aus kleinen Siedlungen, Wachttürmen und Klöstern. Rundherum erstreckt sich ein Tal mit mittelalterlichen Dörfern, romanischen Pfarrkirchen und Künstlerhäusern aus der Renaissance. In ihren Mauern spiegelt sich die wechselvolle Geschichte zwischen Etruskern, Römern und toskanischen Adelsfamilien.
Naturerlebnis zwischen Fluss und Hügeln
Ein altes, vom Arno durchzogenes Tal birgt noch heute eine überraschende Vielfalt an Lebensräumen. Eines davon ist das Naturschutzgebiet der Oasi di Bandella und des Valle dell’Inferno. Dieses geschützte Sumpfgebiet mit seiner großen Artenvielfalt ist ideal für den sanften Tourismus. Von hier aus kann man den Zug seltener Vogelarten beobachten und herrliche Radtouren auf den zahlreichen Wegen durch das Unterholz und entlang der Hügel unternehmen. Im Wechsel der Jahreszeiten verändert sich die Landschaft spürbar: im Frühling voller Blüten, im Sommer von warmen Farben, im Herbst leuchtend durch Weinlaub und Kastanien.

Das Panorama des Sumpfgebietes, auch als Valle dell’inferno bekannt, ist ein wunderschönes Tierschutzgebiet.
Die Balze – monumentale Formen der Natur
Die spektakulärste Naturattraktion des Valdarno sind die Balze, die auch als „großer Canyon der Toskana“ oder „Pyramiden der Feen“ bezeichnet werden. Diese riesigen Naturskulpturen aus Ton, Sand und Kies sind bis zu hundert Meter hoch und von tiefen Schluchten durchzogen, die ein ebenso ungewöhnliches wie beeindruckendes Panorama bilden. In diesem Gebiet haben die Funde kurioser Fossilien die Fantasie der Einwohner des Valdarno seit Jahren beflügelt und zu Legenden und Erzählungen inspiriert. Bei Sonnenauf- und -untergang glühen die Felsformationen in warmen Farben und schaffen ein einzigartiges Spiel aus Licht und Schatten.
Kultur, Genuss und Lebensart
Neben Natur und Geschichte spielt auch die toskanische Lebensart eine wesentliche Rolle. In kleinen Trattorien duften einfache, aber charaktervolle Gerichte aus regionalen Zutaten. Weine aus dem nahen Chianti-Gebiet, Olivenöle aus den Hügellagen und Honig aus den Wäldern prägen die gastronomische Identität. Wochenmärkte, lokale Feste und historische Umzüge lassen Besucher an Traditionen teilhaben und eröffnen einen direkten Einblick in das Alltagsleben der Bewohner.
Ausgangspunkt für Entdeckungen
Das Valdarno ist zugleich Rückzugsort und idealer Ausgangspunkt. Die Nähe zu Florenz, Arezzo und dem Pratomagno-Gebirge ermöglicht abwechslungsreiche Ausflüge, während die ruhigen Wege entlang des Arno zur Entschleunigung einladen. Ob beim Wandern auf alten Pilgerwegen, beim Erkunden kleiner Kunststädte oder beim Innehalten vor weiten Landschaften – das Valdarno vereint Natur, Kultur und Stille zu einem harmonischen Ganzen und bleibt Besucherinnen und Besuchern als authentisches Herzstück der Toskana in Erinnerung.























