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San Marino

San Marino – Schmalspurbahn

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Die alte Bahn von San Marino erzählt von einer Zeit, als Züge den Monte Titano mit Rimini und der Adriaküste direkt verbanden. Heute erreicht man die historische Altstadt von San Marino vor allem über die Straße oder mit der Seilbahn von Borgo Maggiore. Doch einst führte eine elektrische Schmalspurbahn von Rimini hinauf auf den Monte Titano. Die Ferrovia Rimini–San Marino war eines der ambitioniertesten Verkehrsprojekte der kleinen Republik und verband San Marino unmittelbar mit dem italienischen Eisenbahnnetz und der Adriaküste.

Eröffnet wurde die rund 32 Kilometer lange Strecke am 12. Juni 1932. Ausgangspunkt war Rimini, von wo die Bahn durch die hügelige Landschaft in Richtung San Marino führte. Die Strecke musste dabei einen erheblichen Höhenunterschied überwinden: Während Rimini nahezu auf Meereshöhe liegt, befindet sich die Hauptstadt San Marinos mehr als 700 Meter über dem Meer. Für die damalige Zeit stellte die Linienführung deshalb eine bemerkenswerte technische Leistung dar.

Die elektrisch betriebene Schmalspurbahn schlängelte sich über zahlreiche Kurven den Berg hinauf. Brücken, Viadukte und vor allem mehrere Tunnel waren notwendig, um die anspruchsvolle Topografie zu bewältigen. Die charakteristischen Triebwagen in Weiß und Blau trugen bereits die Farben San Marinos und wurden schnell zu einem vertrauten Bild entlang der Strecke.

Die alte Bahn von San Marino erinnert an die historische Zugverbindung zwischen dem Monte Titano und Rimini.

Die alte Bahn von San Marino erinnert an die historische Zugverbindung zwischen dem Monte Titano und Rimini.

Eine Verbindung zur Adriaküste

Für die Republik bedeutete die Bahn einen wichtigen Schritt in Richtung moderner Mobilität. Rimini war schon damals ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt an der Adria. Über den dortigen Bahnhof konnten Reisende weiter in zahlreiche italienische Städte fahren. San Marino erhielt damit eine direkte Verbindung zu einem wesentlich größeren Verkehrsnetz.

Nicht nur Reisende nutzten die Strecke. Auch Güter konnten auf der Bahn transportiert werden, wodurch sie für die wirtschaftliche Entwicklung der Republik eine wichtige Rolle spielte. Gleichzeitig erleichterte die Verbindung den Besuch San Marinos und trug dazu bei, den Monte Titano als Reiseziel bekannter zu machen.

Die Erfolgsgeschichte dauerte allerdings nur wenige Jahre. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke schwer beschädigt. Im Sommer 1944 musste der Betrieb eingestellt werden. Nach Kriegsende erfolgte keine vollständige Wiederherstellung, und Busse sowie Automobile übernahmen zunehmend die Verbindung zwischen San Marino und Rimini.

Tunnel, Viadukte und steile Streckenabschnitte machten die historische Bahn zu einer technischen Meisterleistung.

Tunnel, Viadukte und steile Streckenabschnitte machten die historische Bahn zu einer technischen Meisterleistung.

Die alte Bahn kehrt zurück

Ganz verschwunden ist die Ferrovia Rimini–San Marino dennoch nicht. Bis heute erinnern Tunnel, ehemalige Bahnhofsgebäude, Brücken und Abschnitte der alten Trasse an die ungewöhnliche Bahnstrecke. Besonders spannend ist der Bereich nahe der Altstadt von San Marino, wo ein Teil der historischen Strecke wiederhergestellt wurde.

Auf einem kurzen Abschnitt wurden Gleise rekonstruiert und ein historischer weiß-blauer Elektrotriebwagen restauriert. Er erinnert an jene Züge, die einst zwischen Rimini und dem Monte Titano verkehrten. Auch der Montale-Tunnel gehört zu den sichtbaren Zeugnissen der ehemaligen Bahn und vermittelt einen Eindruck davon, welchen technischen Aufwand der Bau der Strecke erforderte.

Für Besucher ist die alte Eisenbahn heute ein reizvoller Kontrast zu den Festungstürmen, Palazzi und mittelalterlichen Gassen in der Altstadt. Sie erzählt von einer vergleichsweise jungen Epoche, in der San Marino den Anschluss an die moderne Verkehrswelt suchte. Zugleich hat die weiß-blaue Bahn längst nostalgischen Charakter bekommen.

Die Ferrovia Rimini–San Marino bleibt damit ein außergewöhnliches Kapitel der Geschichte des Landes. Auch wenn die Züge nicht mehr von der Adriaküste bis auf den Monte Titano fahren, sind ihre Spuren noch immer sichtbar – und erinnern an eine Zeit, in der die Reise nach San Marino auf Schienen begann.

Weitere Informationen zur Galleria Montale und dem Historischen Zug gibt es hier.

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