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Bomarzo

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Bomarzo zeigt uns mittelalterliche Geschichte, den berühmten Sacro Bosco und die stille Landschaft der nördlichen Tuscia. Die Gemeinde zählt rund 1.700 Einwohner und gehört zu den ältesten Siedlungen der Tuscia. Umgeben von Wäldern, Olivenhainen und sanften Hügeln wirkt der Ort auf den ersten Blick ruhig und beschaulich. Internationale Bekanntheit erlangte Bomarzo jedoch durch den außergewöhnlichen Sacro Bosco, den sogenannten Park der Ungeheuer. Dennoch erschöpft sich die Geschichte des Ortes keineswegs in dieser berühmten Gartenanlage. Bomarzo besitzt eine gut erhaltene Altstadt, eine lange etruskische Vergangenheit und eine kulturelle Identität, die weit über seine geringe Größe hinausreicht.

Geschichte und Entwicklung

Die Ursprünge Bomarzos reichen bis in die Zeit der Etrusker zurück. Die günstige Lage auf einem Tufffelsen bot natürlichen Schutz und machte den Ort schon früh zu einer bedeutenden Siedlung. Zahlreiche Felsgräber und archäologische Funde in der Umgebung belegen die lange Besiedlungsgeschichte. Während der Römerzeit blieb Bomarzo bewohnt, entwickelte seine eigentliche Bedeutung jedoch erst im Mittelalter.

Luftaufnahme der historischen Altstadt des mittelalterlichen Dorfes in der Landschaft der Tuscia.

Luftaufnahme der historischen Altstadt des mittelalterlichen Dorfes in der Landschaft der Tuscia.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Ort mehrfach seine Herrschaft. Besonders prägend war die Familie Orsini, die Bomarzo während der Renaissance zu ihrem Herrschaftssitz machte. Unter Pier Francesco Orsini, auch Vicino Orsini genannt, entstand im 16. Jahrhundert der berühmte Sacro Bosco. Anders als die streng geometrischen Renaissancegärten seiner Zeit sollte dieser Park überraschen, irritieren und zum Nachdenken anregen. Riesige steinerne Figuren, mythologische Wesen und ungewöhnliche Bauwerke machten Bomarzo weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Trotz dieser kulturellen Blüte blieb Bomarzo stets ein überschaubarer Ort, dessen Entwicklung eng mit Landwirtschaft und regionalem Handel verbunden war. Bis heute hat sich das historische Zentrum seinen ursprünglichen Charakter bewahrt.

Die berühmte Skulptur des Orkusmundes im Parco dei Mostri, dem mystischen Monsterpark von Bomarzo.

Die berühmte Skulptur des Orkusmundes im Parco dei Mostri, dem mystischen Monsterpark von Bomarzo.

Altstadt und kulturelles Erbe

Das historische Zentrum von Bomarzo erhebt sich auf einem schmalen Tuffrücken und wird von engen Gassen, Natursteinhäusern und kleinen Plätzen geprägt. Mittelpunkt des Ortes ist der Palazzo Orsini, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen und der später während der Renaissance erweitert wurde. Das Bauwerk erinnert bis heute an die einstige Bedeutung der Familie Orsini und bildet den architektonischen Mittelpunkt der Altstadt.

Die Kirche Santa Maria Assunta mit ihrem romanischen Glockenturm gehört zu den ältesten Sakralbauten des Ortes. Kleine Brunnen, Torbögen und steinerne Treppen verleihen Bomarzo eine ruhige und authentische Atmosphäre, die sich deutlich von den stärker touristisch geprägten Orten der Region unterscheidet. Das kulturelle Leben konzentriert sich bis heute auf lokale Feste, traditionelle Märkte und kirchliche Feierlichkeiten. Dadurch blieb Bomarzo eng mit den historischen Wurzeln der Tuscia verbunden.

Der Sacro Bosco und die Landschaft

Untrennbar mit Bomarzo verbunden ist der Sacro Bosco, einer der außergewöhnlichsten Renaissancegärten Europas. Zwischen dichtem Wald stehen monumentale Skulpturen aus Basalt und Tuffstein: Drachen, Riesen, Elefanten, mythologische Figuren und das berühmte begehbare „Haus des Orkus“ mit seinem weit geöffneten Mund. Anders als klassische Schlossgärten folgt der Park keiner symmetrischen Ordnung. Vielmehr entstand ein bewusst geheimnisvoller Landschaftsgarten, der Kunst, Mythologie und Natur miteinander verbindet.

   

Titel: Lust auf Italien - Südtiroler Weinstrasse - Natur - Kultur - Wein
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