Rom – Teatro di Marcello
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Rom und das Teatro di Marcello erzählen von antiker Unterhaltung und einer Architektur, die seit über zwei Jahrtausenden fortlebt. Nur wenige Schritte vom Kapitol und der Piazza Venezia entfernt erhebt sich das eindrucksvolle Halbrund zwischen antiken Säulen und historischen Palästen. Auf den ersten Blick erinnert das Bauwerk an eine kleinere Ausgabe des Kolosseums, tatsächlich ist das Teatro di Marcello jedoch älter. Es war eines der bedeutendsten Theater des antiken Rom und ist zugleich ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie historische Bauten über Jahrhunderte immer wieder verändert und neu genutzt wurden.
Große Bühne im antiken Rom
Die Planungen für das Theater begannen bereits unter Julius Caesar, der damit ein Gegengewicht zum Theater seines politischen Rivalen Pompeius schaffen wollte. Vollendet wurde der Bau jedoch erst unter Kaiser Augustus. Um 13 beziehungsweise 11 vor Christus wurde das Theater eröffnet und nach Marcus Claudius Marcellus benannt, dem früh verstorbenen Neffen und vorgesehenen Nachfolger des Kaisers.

Aus der Luft zeigt sich das Teatro di Marcello mit seinem markanten Halbrund eingebettet in das historische Zentrum Roms.
Mit einem Durchmesser von rund 130 Metern gehörte das Teatro di Marcello zu den größten Theaterbauten der Stadt. Schätzungsweise mehr als 10.000 Zuschauer konnten auf den halbkreisförmig angeordneten Rängen Platz finden. Aufgeführt wurden Theaterstücke, musikalische Darbietungen und andere öffentliche Veranstaltungen.
Besonders charakteristisch war die mehrgeschossige Außenfassade mit ihren übereinander angeordneten Arkaden. Teile der beiden unteren Geschosse sind bis heute erhalten. Säulen dorischer beziehungsweise ionischer Ordnung gliedern die mächtigen Steinbögen und verleihen der Fassade trotz ihrer Größe eine erstaunliche Leichtigkeit. Diese Architektur beeinflusste später auch andere römische Großbauten.

Die mächtigen Arkaden des Teatro di Marcello erinnern an die große Bedeutung des Theaters für die Unterhaltung im antiken Rom.
Vom Theater zur Festung und zum Palast
Mit dem Ende der Antike verlor das Teatro di Marcello seine ursprüngliche Funktion. Wie viele römische Monumente wurde es teilweise als Quelle für Baumaterial genutzt. Doch anders als zahlreiche andere Bauwerke verschwand das Theater nicht vollständig. Seine massiven Mauern boten ideale Voraussetzungen für neue Nutzungen.

Antike Steinbögen und spätere Aufbauten machen das Teatro di Marcello zu einem besonderen Zeugnis der Baugeschichte Roms.
Im Mittelalter wurde die Anlage zu einer befestigten Wohnanlage umgebaut. Adlige Familien nutzten die mächtigen antiken Mauern als Grundlage für ihre Residenzen. Im 16. Jahrhundert ließ die Familie Savelli auf den erhaltenen Theatergeschossen einen Renaissancepalast errichten, der später in den Besitz der Familie Orsini gelangte.
Gerade diese ungewöhnliche Kombination prägt das heutige Erscheinungsbild. Über den antiken Arkaden erheben sich Wohnräume mit Fenstern und Terrassen. Das Teatro di Marcello wurde damit nicht nur erhalten, sondern über viele Jahrhunderte zu einem lebendigen Teil der Stadt.
Antike zwischen Kapitol und Tiber
Heute bildet das Theater gemeinsam mit dem benachbarten Portikus der Octavia und den Resten des Apollontempels eine eindrucksvolle historische Kulisse. Das Gelände liegt unmittelbar am jüdischen Viertel und lässt sich gut bei einem Spaziergang zwischen Kapitol, Tiberinsel und Ghetto entdecken.

Einst fanden im Teatro di Marcello Tausende Zuschauer Platz und erlebten Theaterstücke, Musik und öffentliche Darbietungen.
Besonders am Abend entfaltet das Teatro di Marcello seinen Reiz. Wenn warmes Licht auf die alten Arkaden fällt, treten die unterschiedlichen Bauphasen deutlich hervor. Antike Bögen, mittelalterliche Umbauten und der Renaissancepalast verschmelzen zu einem Bauwerk, das die lange Geschichte Roms wie kaum ein anderes sichtbar macht. Das Teatro di Marcello ist deshalb weit mehr als eine antike Ruine: Es zeigt eindrucksvoll, wie Rom seine Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern über Jahrtausende weitergebaut hat.
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