Rom – Fontana della Barcaccia
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Am Fuß der Spanischen Treppe in Rom erzählt die Fontana della Barcaccia von Wasser, barocker Kunst und einer besonderen Legende. Auf der Piazza di Spagna, einem der berühmtesten Plätze der italienischen Hauptstadt, wirkt die Fontana della Barcaccia auf den ersten Blick beinahe zurückhaltend. Während sich dahinter die monumentale Spanische Treppe zur Kirche Trinità dei Monti hinaufzieht, liegt der Brunnen ungewöhnlich tief im Zentrum des Platzes. Seine Form erinnert an ein halb versunkenes Boot, aus dessen Seiten und Enden Wasser in das umgebende Becken fließt. Gerade diese eigenwillige Gestaltung macht ihn zu einem der unverwechselbaren Brunnen Roms.

Fontana della Barcaccia_Beitrag
Die Fontana della Barcaccia entstand zwischen 1626 und 1629 im Auftrag von Papst Urban VIII. Als Schöpfer gilt Pietro Bernini, der Vater des berühmten Gian Lorenzo Bernini, wobei auch eine Beteiligung seines Sohnes an der Gestaltung angenommen wird. Der Brunnen wurde als Endpunkt eines Zweiges der Acqua Vergine errichtet, jener historischen Wasserleitung, die bereits seit der Antike Teile Roms mit Wasser versorgte.
Der geringe Wasserdruck stellte die Künstler vor eine besondere Herausforderung. Statt hoher Fontänen entstand deshalb ein Brunnen, der bewusst unterhalb des Straßenniveaus angelegt wurde. Das Wasser tritt nur sanft aus mehreren Öffnungen hervor und fließt über den Rand des steinernen Bootes. Die technische Einschränkung wurde so zu einem entscheidenden Gestaltungselement.
Seinen Namen verdankt der Brunnen dem italienischen Wort „barcaccia“, das ein einfaches, breites Lastboot bezeichnet. Am Bug und Heck sind päpstliche Wappen mit drei Bienen zu erkennen, dem Symbol der Familie Barberini, aus der Papst Urban VIII. stammte.

Pietro Bernini schuf den Brunnen im 17. Jahrhundert als halb versunkenes Boot, aus dem das Wasser sanft in das Becken fließt.
Eine Legende vom Hochwasser des Tibers
Besonders reizvoll ist die Geschichte, die sich um die ungewöhnliche Bootsform rankt. Einer Überlieferung zufolge soll ein schweres Hochwasser des Tibers im Jahr 1598 ein Boot bis zur Piazza di Spagna getragen haben. Nachdem das Wasser zurückgegangen war, sei das Boot dort liegen geblieben und habe Jahrzehnte später als Inspiration für den Brunnen gedient.
Ob sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen hat, lässt sich nicht eindeutig belegen. Sie passt jedoch zur Vergangenheit Roms, denn Überschwemmungen des Tibers erreichten über Jahrhunderte immer wieder weite Teile der Stadt. Die Form des halb versunkenen Bootes erinnert bis heute auf eindrucksvolle Weise an die enge Beziehung zwischen Rom und dem Wasser.

Die Fontana della Barcaccia wird von der historischen Acqua Vergine gespeist und zählt zu den charmantesten Brunnen Roms.
Im Herzen der Piazza di Spagna
Heute bildet die Fontana della Barcaccia gemeinsam mit der Spanischen Treppe eines der bekanntesten Stadtbilder Roms. Rund um den Brunnen treffen Reisende aus aller Welt auf Spaziergänger und Römer, während die eleganten Straßen rund um die Piazza di Spagna mit Boutiquen, Cafés und historischen Gebäuden zu den beliebtesten Vierteln der Innenstadt gehören.
Besonders schön zeigt sich die Barcaccia am frühen Morgen, wenn der Platz noch vergleichsweise ruhig ist und das sanfte Plätschern des Wassers stärker wahrgenommen wird. Trotz der berühmten Kulisse behauptet der Brunnen seine ganz eigene Persönlichkeit. Nicht Größe oder spektakuläre Wasserspiele bestimmen seinen Reiz, sondern seine ungewöhnliche Form und die harmonische Verbindung mit dem Platz. So gehört die Fontana della Barcaccia zu jenen römischen Kunstwerken, die zeigen, wie selbstverständlich Geschichte, Architektur und alltägliches Stadtleben in Rom miteinander verschmelzen.
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