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Rom – Fontana dei Quattro Fiumi

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Auf der Piazza Navona in Rom erhebt sich die Fontana dei Quattro Fiumi als eindrucksvolles Meisterwerk des römischen Barock. Kaum ein Brunnen verbindet Architektur, Bildhauerei und Symbolik so eindrucksvoll wie die Fontana dei Quattro Fiumi. Im Zentrum der lang gestreckten Piazza Navona bildet sie den monumentalen Mittelpunkt eines der schönsten Plätze der italienischen Hauptstadt. Mächtige Figuren, zerklüftete Felsen, Tiere und Pflanzen gruppieren sich um einen antiken Obelisken und schaffen eine Szenerie, die aus jedem Blickwinkel neue Details offenbart. Gleichzeitig fügt sich der Brunnen harmonisch in die barocke Kulisse des Platzes mit der Kirche Sant’Agnese in Agone und den historischen Palazzi ein.

Geschaffen wurde die Fontana dei Quattro Fiumi von Gian Lorenzo Bernini im Auftrag von Papst Innozenz X. Pamphilj. Der Brunnen wurde zwischen 1648 und 1651 errichtet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Werke des römischen Hochbarock. Bernini gelang es, die schwere Architektur scheinbar in Bewegung zu versetzen. Zwischen mächtigen Felsformationen öffnen sich Durchblicke, Wasser strömt in das große Becken und darüber erhebt sich der schlanke Obelisk scheinbar schwerelos.

Der Obelisk stammt aus römischer Zeit und wurde ursprünglich unter Kaiser Domitian geschaffen. Vor seiner Aufstellung auf der Piazza Navona befand er sich an der Via Appia beim Circus des Maxentius. Bekrönt wird er von einer Taube mit Olivenzweig, dem Symbol der Familie Pamphilj.

Donau, Nil, Ganges und Río de la Plata stehen symbolisch für vier Erdteile und machen den Brunnen zu einem Meisterwerk.

Donau, Nil, Ganges und Río de la Plata stehen symbolisch für vier Erdteile und machen den Brunnen zu einem Meisterwerk.

Die dramatische Inszenierung war typisch für Bernini. Der Künstler wollte nicht nur ein Monument schaffen, sondern den gesamten Platz in eine Bühne verwandeln. Wasser, Stein und Figuren scheinen miteinander zu kommunizieren und verleihen dem Brunnen eine außergewöhnliche Lebendigkeit.

Vier Flüsse stehen für vier Erdteile

Namensgebend sind vier monumentale Flussgötter, die jeweils einen damals bekannten Erdteil verkörpern. Donau, Nil, Ganges und Río de la Plata stehen stellvertretend für Europa, Afrika, Asien und Amerika. Bernini und seine Werkstatt ergänzten die Figuren durch Pflanzen und Tiere, die auf die jeweiligen Regionen verweisen.

Besonders auffällig ist die verhüllte Gestalt des Nils. Der Schleier wird traditionell damit erklärt, dass die Quellen des Flusses zur Entstehungszeit des Brunnens in Europa noch nicht bekannt waren. Rund um die Figuren entdecken Besucher weitere Details wie eine Palme, einen Löwen, ein Pferd und eine Schlange. So entstand ein steinernes Bild der damals bekannten Welt.

 

Wahrzeichen der Piazza Navona

Die Fontana dei Quattro Fiumi ist untrennbar mit der Piazza Navona verbunden. Der lang gestreckte Platz folgt bis heute der Form des antiken Stadions des Domitian, das einst an dieser Stelle stand. Im 17. Jahrhundert verwandelten die Pamphilj das Areal in eine der prächtigsten barocken Bühnen Roms.

Heute herrscht rund um Berninis Brunnen fast zu jeder Tageszeit reges Leben. Straßencafés, Künstler und Besucher prägen die Atmosphäre, während am Abend die beleuchteten Fassaden eine besonders stimmungsvolle Kulisse schaffen. Trotz der vielen Eindrücke bleibt die Fontana dei Quattro Fiumi der unbestrittene Mittelpunkt. Sie ist nicht nur einer der berühmtesten Brunnen Roms, sondern zugleich ein Symbol für jene barocke Inszenierungskunst, die das Stadtbild bis heute unverwechselbar macht.

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