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Latium Reise Viterbo

Civita di Bagnoregio

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Civita di Bagnoregio erhebt sich spektakulär über den Tufffelsen und bewahrt eine der außergewöhnlichsten Altstädte Italiens. Der Ort liegt im Norden der Provinz Viterbo auf einem schmalen Tuffplateau, das von tiefen Schluchten und den charakteristischen Calanchi-Landschaften umgeben ist. Der historische Ort gehört zur Gemeinde Bagnoregio und zählt heute nur noch wenige ständige Einwohner. Gerade diese Abgeschiedenheit verleiht Civita seinen besonderen Charakter.

Erreichbar ist das Dorf ausschließlich über eine lange Fußgängerbrücke, die Besucher über das Tal direkt zum mittelalterlichen Stadttor führt. Wer den Ort betritt, erlebt keine gewöhnliche Altstadt, sondern eine nahezu vollständig erhaltene historische Siedlung, die scheinbar über der Landschaft schwebt. Civita di Bagnoregio gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele mittelalterlicher Stadtentwicklung in Italien und verbindet Geschichte, Architektur und Natur auf einzigartige Weise.

Die eindrucksvolle mittelalterliche Stadt Civita di Bagnoregio auf einem Tuffsteinfelsen unter sonnigem Himmel.

Die eindrucksvolle mittelalterliche Stadt Civita di Bagnoregio auf einem Tuffsteinfelsen unter sonnigem Himmel.

Geschichte und Entwicklung

Die Ursprünge Civitas reichen bis in die Zeit der Etrusker zurück, die den markanten Tufffelsen aufgrund seiner natürlichen Schutzlage als Siedlungsplatz nutzten. Auch während der Römerzeit blieb der Ort bewohnt und entwickelte sich im Mittelalter zu einem regional bedeutenden Zentrum. Kirchen, Adelshäuser und öffentliche Gebäude entstanden innerhalb der schützenden Mauern und verliehen dem Ort sein bis heute erhaltenes Erscheinungsbild.

Mit den Jahrhunderten begann jedoch ein langsamer Niedergang. Das vulkanische Tuffgestein erwies sich als empfindlich gegenüber Wind, Regen und Erdbeben. Immer wieder führten Hangrutsche dazu, dass Teile des Plateaus abrutschten und Gebäude verloren gingen. Besonders schwere Erdbeben im 17. und 18. Jahrhundert beschleunigten diese Entwicklung. Viele Bewohner verließen daraufhin den Ort und siedelten in das besser erreichbare Bagnoregio um. Aufgrund dieser fortschreitenden Erosion erhielt Civita den Beinamen „La città che muore“ – die sterbende Stadt. Gleichzeitig führten umfangreiche Sicherungsmaßnahmen dazu, dass der historische Ortskern bis heute erhalten werden konnte.

Historischer Hauptplatz mit der romanischen Kirche San Donato im Herzen des Felsendorfs

Historischer Hauptplatz mit der romanischen Kirche San Donato im Herzen des Felsendorfs

Architektur und kulturelles Erbe

Das Stadtbild Civitas wirkt wie ein geschlossenes mittelalterliches Ensemble. Hinter der Porta Santa Maria öffnen sich enge Natursteingassen, kleine Plätze und sorgfältig restaurierte Häuser aus Tuffstein. Blumengeschmückte Innenhöfe, steinerne Treppen und Rundbögen verleihen dem Ort eine außergewöhnlich ruhige Atmosphäre. Anders als viele historische Städte wurde Civita kaum durch moderne Bebauung verändert, sodass der ursprüngliche Charakter nahezu vollständig erhalten blieb.

Den Mittelpunkt bildet die Piazza San Donato mit der gleichnamigen Kirche, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Um den Platz gruppieren sich historische Wohnhäuser und ehemalige Adelspaläste, die das gesellschaftliche Leben früherer Jahrhunderte widerspiegeln. Kleine Galerien, Kunsthandwerksläden und Cafés haben sich behutsam in die historische Struktur eingefügt und tragen dazu bei, dass Civita trotz seiner geringen Einwohnerzahl ein lebendiger Ort geblieben ist.

Heute gilt Civita di Bagnoregio als eines der bekanntesten Reiseziele der Tuscia und zieht Besucher aus aller Welt an. Dennoch gelingt es dem Ort, seine stille und beinahe zeitlose Atmosphäre zu bewahren.

Blick auf die historischen Gebäude des antiken Bergdorfs.

Blick auf die historischen Gebäude des antiken Bergdorfs.

Landschaft und Natur

Mindestens ebenso eindrucksvoll wie der Ort selbst ist seine Umgebung. Civita erhebt sich auf einem isolierten Tufffelsen, der von den tief eingeschnittenen Tälern der Calanchi umgeben ist. Diese bizarren Erosionslandschaften entstanden über Jahrtausende durch Wind und Regen und gehören zu den markantesten Naturerscheinungen Mittelitaliens. Je nach Tageszeit wechseln Farben und Lichtverhältnisse zwischen hellem Ocker, Grau und warmen Rottönen und verleihen der Landschaft ein ständig neues Erscheinungsbild.

   

Titel: Lust auf Italien - Südtiroler Weinstrasse - Natur - Kultur - Wein
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