Vatikan – Galleria delle Carte Geografiche
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Der Vatikan präsentiert in der Galleria delle Carte Geografiche ein einzigartiges Bild Italiens in kunstvollen historischen Karten. Die Galleria delle Carte Geografiche gehört zu den eindrucksvollsten Bereichen der Vatikanischen Museen. Die Galerie entstand zwischen 1580 und 1583 im Auftrag von Papst Gregor XIII. und erstreckt sich über eine Länge von rund 120 Metern. Schon beim Betreten beeindruckt der lange, prachtvoll ausgestattete Korridor mit seinen farbenreichen Wandbildern und der reich verzierten Decke.

Die Galleria delle Carte Geografiche begeistert mit prachtvollen Karten und Ansichten Italiens.
Die Idee für die außergewöhnliche Gestaltung stammte vom Geografen und Dominikaner Ignazio Danti. Er verfügte über umfangreiche Kenntnisse in Mathematik, Astronomie und Kartografie und erhielt den Auftrag, die Regionen Italiens geografisch möglichst genau darzustellen. So entstand ein monumentales Kartenwerk, das heute nicht nur als Kunstschatz, sondern auch als bedeutendes Zeugnis der Kartografie des 16. Jahrhunderts gilt.

Historische Landkarten machen die Galleria delle Carte Geografiche zu einem Höhepunkt im Vatikan.
Italien an den Wänden des Vatikans
An den beiden Längsseiten der Galerie befinden sich rund 40 großformatige Karten. Sie zeigen die italienische Halbinsel mit ihren damaligen Regionen, Städten, Flüssen, Gebirgen, Seen und Küsten. Dabei wurde Italien gewissermaßen aus der Perspektive des Apennins betrachtet: Auf einer Seite erscheinen vor allem die Gebiete zum Tyrrhenischen Meer, auf der gegenüberliegenden Seite jene zur Adria.
Neben geografischen Informationen enthalten die Karten zahlreiche liebevoll ausgearbeitete Details. Städte sind durch kleine Ansichten gekennzeichnet, Gebirge und Landschaften plastisch wiedergegeben, während Schiffe die Meere beleben. Auch Inseln wie Sizilien, Sardinien, Korsika und Malta fanden ihren Platz. Für heutige Besucher ist es besonders spannend, bekannte Orte zu entdecken und mit ihrer modernen geografischen Gestalt zu vergleichen.

Farbenprächtige Karten zeigen in der Galleria delle Carte Geografiche Italiens historische Regionen.
Kunst und Kartografie vereint
Die Karten waren weit mehr als nüchterne geografische Darstellungen. Sie sollten Wissen vermitteln und gleichzeitig die Schönheit und Vielfalt Italiens präsentieren. Landschaften, historische Orte und bedeutende Städte wurden deshalb mit großer künstlerischer Sorgfalt ausgearbeitet. Die Fresken zeigen eindrucksvoll, wie eng Wissenschaft und Kunst während der Renaissance miteinander verbunden waren.
Über den Landkarten entfaltet sich eine weitere Bilderwelt. Die prachtvolle Gewölbedecke ist mit zahlreichen Szenen aus der Kirchengeschichte geschmückt, die einen Bezug zu den jeweils darunter dargestellten Regionen besitzen. Goldfarbene Ornamente, Figuren und gemalte Architekturelemente verleihen der gesamten Galerie einen beinahe festlichen Charakter.
Eine Reise durch das Italien des 16. Jahrhunderts
Die Galleria delle Carte Geografiche erlaubt einen außergewöhnlichen Blick auf Italien vor mehr als vier Jahrhunderten. Manche Ortsnamen und Grenzen haben sich verändert, andere Städte und Landschaften lassen sich auf den historischen Darstellungen sofort wiedererkennen. Gerade diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart macht den Rundgang besonders reizvoll.
Wer durch die Galerie geht, erlebt deshalb weit mehr als eine Sammlung alter Karten. Auf rund 120 Metern entsteht ein farbenprächtiges Porträt Italiens, das geografisches Wissen, Geschichte und Kunst miteinander verbindet. Damit zählt die Galleria delle Carte Geografiche zu den großen Sehenswürdigkeiten der Vatikanischen Museen.
Weitere Informationen zur Galleria delle Carte Geografiche gibt es hier.
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