Vatikan – Cortile della Pigna
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Der Vatikan überrascht im Cortile della Pigna mit antiker Geschichte, großer Architektur und eindrucksvoller moderner Kunst. Der Cortile della Pigna, auf Deutsch Pinienhof genannt, gehört zu den markantesten Außenbereichen der Vatikanischen Museen. Der weitläufige Hof liegt innerhalb des Museumskomplexes und verbindet auf besondere Weise Architektur, antike Kunst und moderne Gestaltung. Seinen Namen verdankt er einer monumentalen bronzenen Pinienzapfenskulptur, die zu den auffälligsten Kunstwerken des Hofes gehört.

Der monumentale Pinienzapfen aus Bronze ist Namensgeber und markanter Blickfang des Cortile della Pigna.
Die heutige Anlage geht auf die großen Umgestaltungen des Vatikans während der Renaissance zurück. Anfang des 16. Jahrhunderts entwarf Donato Bramante für Papst Julius II. den riesigen Belvederehof, der den päpstlichen Palast mit der weiter nördlich gelegenen Villa Belvedere verbinden sollte. Terrassen, Treppen und lange Gebäudeflügel schufen eine eindrucksvolle architektonische Achse. Spätere Baumaßnahmen unterteilten den ursprünglichen Hof in mehrere Bereiche. Der Cortile della Pigna bildet heute den nördlichen Teil dieser historischen Anlage.

Die monumentale Exedra bildet mit ihrer großen Nische den eindrucksvollen Rahmen für die bronzene Pigna.
Die berühmte bronzene Pigna
Blickfang und Namensgeber ist die gewaltige bronzene Pigna. Der antike Pinienzapfen ist rund vier Meter hoch und stammt vermutlich aus dem 1. oder 2. Jahrhundert nach Christus. Ursprünglich befand er sich in Rom und diente wahrscheinlich als Bestandteil einer Brunnenanlage. Im Mittelalter wurde die Bronze in die Nähe des alten Petersdoms gebracht, bevor sie schließlich ihren Platz im Vatikan erhielt.
Heute steht die Pigna in einer großen Nische an der Stirnseite des Hofes. Zu beiden Seiten befinden sich bronzene Pfauen, deren Originale aus der Antike stammen und heute geschützt in den Vatikanischen Museen aufbewahrt werden. Die Kombination aus monumentaler Architektur und antiken Motiven macht diesen Teil des Hofes zu einem besonders eindrucksvollen Fotomotiv.

Die „Sfera con Sfera“ von Arnaldo Pomodoro fasziniert mit ihrer glänzenden, aufgebrochenen Kugelform.
Renaissance trifft auf moderne Kunst
Einen spannenden Kontrast zur historischen Umgebung bildet die große goldfarbene Kugel im Zentrum des Hofes. Das Werk „Sfera con Sfera“ stammt vom italienischen Bildhauer Arnaldo Pomodoro und wurde 1990 im Vatikan aufgestellt. Die glänzende äußere Kugel scheint aufgebrochen zu sein und gibt den Blick auf eine weitere, komplex strukturierte Kugel in ihrem Inneren frei.
Pomodoros Werk steht damit bewusst im Gegensatz zu den klaren Linien der Renaissancearchitektur. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall verändert sich die Wirkung der spiegelnden Oberfläche. Die Skulptur kann sich um ihre eigene Achse bewegen und zählt heute zu den bekanntesten modernen Kunstwerken innerhalb des Vatikans.
Der Cortile della Pigna ist nicht nur ein Durchgang zwischen verschiedenen Museumsbereichen. Nach den prachtvollen Sälen und langen Galerien bietet der offene Hof Raum, um kurz innezuhalten und die besondere Architektur auf sich wirken zu lassen.
Gerade das Zusammenspiel verschiedener Epochen macht seinen Reiz aus. Antike Kunst, die Architektur der Renaissance und eine moderne Skulptur begegnen sich an einem einzigen Ort. Damit spiegelt der Cortile della Pigna auf besondere Weise wider, was die Vatikanischen Museen insgesamt auszeichnet: die Verbindung von Kunst und Geschichte über viele Jahrhunderte hinweg.
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