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Genuss La Cucina Italiana

Weihnachtsessen auf italienisch

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Weihnachtsessen

Weihnachten in Italien ist pures Dolce Vita. An Heiligabend gibt’s als Weihnachtsessen Fisch, an den Feiertagen opulente Menüs mit Fleisch – und die Geschenke für manche Kinder erst am 6. Januar.

“Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi” – da sind sich die meisten Italiener einig: Weihnachten ist das Fest der Familie („Weihnachten mit den deinen“), und Ostern kann man dann auch mit Freunden feiern („Ostern mit wem du willst“). Die Weihnachtszeit beginnt in Italien traditionell am 8. Dezember. „L’Immacolata“, das Fest der unbefleckten Empfängnis, ist im ganzen Land ein Feiertag, und die Familien nutzen ihn, um gemeinsam das Haus für die Adventszeit zu schmücken. In vielen Häusern bauen die Eltern mit ihren Kindern die Krippe auf und viele behängen Anfang Dezember auch schon den Weihnachtsbaum. Das Christkind allerdings, das darf sein Domizil erst in der Nacht zum 25. Dezember beziehen.

Fisch an Heiligabend

An Heiligabend (Vigilia di Natale) wurde früher gefastet, und heute behaupten die Italiener gern immer noch, der 24. Dezember sei ein Fastentag. Doch diese Bezeichnung ist relativ. Denn auch an Heiligabend wird meist üppig aufgetischt- allerdings ohne Fleisch. Überlieferte Klassiker für diesen Tag sind deshalb Fisch und Meeresfrüchte.
Die Auswahl der Antipasti reicht von diversen Muschelzubereitungen über Fischpasteten, Crostini mit Lachs- oder Forellenmousse bis hin zu feinen Fischcoktails.
Auch fritti dürfen auf keinen Fall fehlen: frittiertes Gemüse wie Artischocken, Brokkoli, Kartoffel- oder auch Apfelscheiben. Beliebte primi piatti an Heiligabend sind Spaghetti mit Venusmuscheln (spaghetti alle vongole), Linguine mit Lachs (linguine al salmone) oder Risotto, etwa mit Tintenfisch oder Garnelen. Als Hauptgang gibt’s ebenfalls Fisch – ganz besonders gern im Ofen gegart. Das kann Wolfsbarsch (branzino) sein oder Dorade (orata), Lachs (salmone) oder Schwertfisch (pesce spada), häufig begleitet von Gemüse und Kartoffeln. Auch Stockfisch (baccalà) gilt als Weihnachtsfisch, und da in den Lagunen der Adria just im Spätherbst der Aal gefangen wird, zählt anguilla ebenfalls zu den ganz großen Klassikern beim pranzo della vigilia di Natale, dem Essen an Heiligabend.

Der große Festtagsschmaus

Auch wenn sich an Heiligabend nur noch die wenigsten mit Fasten begnügen, erwarten doch die meisten Genießer sehnsüchtig das große Weihnachtsessen am 25. Dezember. Es ist das Fest mit der ganzen Familie, und wenn Heiligabend noch die Zeit des Wartens und der Ruhe war, so ist das Mittagessen am 25. Dezember (Pranzo di Natale) das Fest der Geselligkeit und des Schwelgens, das gern noch am Tag darauf fortgesetzt wird.

Schon bei den Vorspeisen geht‘s opulent zu – beispielsweise mit frittierten Fischen, Vitello Tonnato aus Kalbfleisch und Thunfischsauce oder Carne Cruda, einer Art Tartar aus rohem Rinderfilet, das man zum Fest noch mit weißer Trüffel aus Alba krönen kann. Als Weihnachtspasta bereitet man in vielen Häusern Lasagne oder tortellini in brodo (in der Brühe) zu. Und wer den großen Küchenstress zum Fest nicht scheut, füllt kiloweise Ravioli, Cappelletti oder Agnolotti mit Fisch oder Fleisch, mit Kürbis, Pilzen oder Käse.

Als Hauptgericht kommt nach dem Fisch am Vorabend jetzt Fleisch satt auf den Tisch. Sehr beliebt ist im ganzen Land der arrosto di natale, der Weihnachtsbraten. Kalb steht dabei an erster Stelle, aber auch
Rind und Lamm sind auf der Festtafel zu finden, zu allem Überfluss oft auch noch gefüllt mit Nüssen, Kräutern oder Trockenfrüchten.

 

weihnachtsessen

Arrosto ripieno, der gefüllte Braten, kann Kirschen, andere Früchte oder Nüsse enthalten

Gran bollito di Natale

Der gran bollito die Natale gilt als italienischer Weihnachtsschmaus par excellence. Schon am Heiligabend oder einen Tag davor duftet es in vielen Häusern nach dem „Großen Weihnachtsgekochten“, der Luxusversion des bollito misto („Gemisches Gekochtes“). Hierbei muss man sich nicht für eine Fleischsorte entscheiden, sondern kann im Idealfall aus sieben oder mehr Sorten wählen. Neben Ochsenbrust, Kalbfleisch, Kalbskopf und -zunge, Poularde und Speck gehört unbedingt auch eine jener ebenso typischen wie deftigen Brühwürste dazu, etwa Cotechino, Zampone (gefüllter Schweinsfuß) oder Cappello del prete („Priesterkopf “). Die Fleischsorten werden getrennt mit Suppengemüse und Gewürzen stundenlang gekocht und dann auf einer großen Platte angerichtet. Dazu passen diverse Dip- Saucen sowie gebratene Polentaschnitten, Kartoffeln und frisches Gemüse wie etwa Mandelbrokkoli oder glasierte Karotten. Begleitet wird das Festessen natürlich von einem guten Wein, spät nachts gibt‘s auch ein Gläschen Spumante – und zur Verdauung einen einen Kräuterbitter (amaro), einen Walnusslikor (nocino) oder den beliebten Limoncello.

Autor: Marion Trutter

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