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Marillen

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Marillen

Anfang Juli bis Ende August ist die Zeit für frische Marillen. Im Südtiroler Vinschgau gibt’s überall köstliche Kreationen mit Marillen – von der leichten Vorspeise bis zu den berühmten Marillenknödeln, die eigentlich mehr sind als ein Dessert.

Süß und zart, mit samtiger Haut und rosa Bäckchen: Im Hochsommer strahlen im Vinschgau Millionen Marillen im Sonnenlicht um die Wette. Es ist wirklich kein Wunder, dass die hübschen Früchtchen in China seit jeher als Symbol für die weibliche Schönheit gelten. In anderen Kulturen betrachtet man die Marille als Zeichen der Jugend,´als Fruchtbarkeitssymbol, als „Same der Sonne“ oder auch als Aphrodisiakum. Auch wissenschaftlich ist längst erwiesen, dass die gelbe Steinfrucht mit ihrem hohen Gehalt an Beta-Carotin, anderen Vitaminen, Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen äußerst gesund ist. Vom herrlichen Aroma ganz zu schweigen.

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Marillenknödel sind stets beliebt bei Groß und Klein

Die Marille – in anderen deutschsprachigen Landen Aprikose genannt – gehört zu den Rosengewächsen. Wissenschaftlich trägt sie den Namen Prunus armeniaca, also armenische Pflaume. Lange hatte man nämlich angenommen, dass die Frucht ihren Ursprung in Armenien hätte. Klar ist, dass sie dort schon in der Antike kultiviert wurde. Allerdings gibt es mittlerweile Belege dafür, dass Aprikosen wohl schon vor 5000 Jahren in Indien und China angebaut wurden. Alexander der Große brachte sie im 4. Jahrhundert v. Chr. nach Griechenland, und mit den Römern verbreitete sich die Frucht dann in ganz Europa.

Heute werden weltweit die meisten Aprikosen in der Türkei sowie in anderen Ländern rund ums Mittelmeer und im Nahen Osten angebaut. In den Südtiroler Bergen würde man sie wohl eher nicht vermuten, doch auch im Vinschgau hat die Marille eine lange Tradition. Das milde Klima mit viel Sonne, häufigem Wind und wenig Regen bietet genau die Bedingungen, die das süße Früchtchen liebt.

Vinschger Marillen

Geerntet wird in Südtirol von Mitte Juli bis Ende August. Besonders stolz ist man auf die einheimische Sorte Vinschger Marille, die bevorzugt im oberen Vinschgau wächst. Die gelblich-orange Frucht mit dem saftig-weichen Fruchtfleisch schmeckt sehr aromatisch, ist aber nicht lange haltbar. Deshalb wird sie meist in der Region frisch verzehrt oder sofort nach der Ernte zu Konfitüre, Saft, Likör oder Branntwein verarbeitet. Die Sorte Goldrich oder Sungiant, eigentlich im Nordwesten der USA zuhause, erkennt man an großen orangefarbenen Früchten mit roten Bäckchen. Das sehr saftige Fruchtfleisch wird gern zu Saft oder Kompott verarbeitet – wenn die kleinen Sonnenscheine nicht gleich frisch aufgegessen werden. Bei den großen Früchten der in Kanada gezüchteten Sorte Hargrand löst sich das Fleisch sehr leicht vom Stein – perfekt für Kuchen und andere Leckereien, bei denen man die Aprikosenhälften unversehrt verwenden möchte.

Vielseitige Früchtchen

Marillen schmecken als Frischobst oder getrocknet, lassen sich zu Konfitüre und Kompott, Gelee und Saft, Likör, Schnaps und sogar zu Marillenessig verarbeiten. Außerdem kommen sie als beliebte Zutaten in der Mehl- und Süßspeisenküche zum Einsatz, und sie bieten sich sogar für herzhafte Fleischund Fischgerichte an. Die Gourmetköche im Vinschgau haben im Sommer traumhafte Kreationen auf der Karte, etwa Marillen-Risotto mit Pinienkernen und Speck-Garnelen oder Seeteufel mit Karotten-Marillen-Püree und Kartoffel-Thymian-Gratin. Auch zu Ente, Lamm- oder Schweinefleisch passt die Marille wunderbar.

Süße Versuchung

Am häufigsten finden Aprikosen natürlich bei Kuchen, Desserts und Süßspeisen Verwendung, etwa bei Pfannkuchen,´Scheiterhaufen oder bei den legendären Vinschger Marillenknödeln, die aus Quark- oder Kartoffelteig hergestellt und am Ende großzügig in Zimtbröseln gewälzt werden. Auf den Speiskarten stehen sie meist unter den Desserts, aber man sollte gewarnt sein: Bei kleinem und mittlerem Hunger gehen die üppigen Kugeln locker auch als Hauptspeise durch.

Marillen
Mit ihrem süß-säuerlichen Aroma ist die Marille auch für Backwaren die perfekte Frucht. Sie schmeckt in einem frisch gebackenen Marillenstrudel ebenso fein wie als Zutat für die unterschiedlichsten Kuchen. Ein besonderes Schmankerl der Region sind auch die Südtiroler Krapfen: Die hauchdünnen, in Fett ausgebackenen Teigtaschen aus Roggen- und Weizenmehl kann man nicht nur mit Mohn oder mit Esskastanien, sondern auch mit Marillenoder anderer Konfitüre füllen – eine typische Nachspeise zur Törggelenzeit im Herbst.

Titelfoto: © Frieder Blicke

Autor: Marion Trutter

 

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