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Genuss Kürbis Rezepte

Kürbis – Italien

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Kürbis - Italien

Kürbis – Italien: Es ist Herbst und die Italiener feiern den Kürbis – nicht nur auf dem Teller. Überall im ganzen Land ehrt man jetzt das Herbstgemüse mit einer Festa della zucca, dem Kürbisfest. Dabei kommen die kugeligen Gesellen natürlich auch in den Kochtopf – als Suppe oder mit Pasta, gefüllt oder im Risotto. Und es gibt sogar feine Desserts mit Kürbis.

 

Ein wunderbarer Duft zog früher zur Herbstzeit durch die Gassen Venedigs: Überall waren fliegende Händler unterwegs und verkauften von ihren Wagen neben gerösteten Maroni und Bratäpfeln auch im Ofen gebackene Kürbisscheiben. Bis heute lieben die Italiener ihre Kürbisse heiß und innig, und auf den Märkten findet man häufig die Sorten der jeweiligen Region. Wie geniale Kunstwerke der Natur unterscheiden sie sich in Form und Farbe, in Größe und Textur: Sie können klein oder groß sein, rund wie ein Ball, platt wie ein arabischer Turban oder mit sinnlichen Rundungen wie eine griechische Amphore. Mal ist die Schale glatt, bei anderen Sorten gerippt oder genarbt, und die Färbung des Fruchtfleischs rangiert von weißlich über hellgrün bis zum leuchtenden Orangerot.

Herfkunft des Kürbis

Woher die Kürbis-Familie ursprünglich stammt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. In Mexiko hat man über 8.000 Jahre alte Kürbissamen gefunden, und man weiß auch, dass bereits die alten Ägypter, Römer, Inder und Afrikaner Kürbisse anbauten. Allerdings waren dies wohl weitgehend ungenießbare Sorten, von denen man nur die Samen verzehrte. Schon die Römer nutzten ausgehöhlte Kürbisschalen als leichte und wasserdichte Behälter für Getreide oder Salz, für Wein, Öl oder Milch. Je nach Form machte man aus ihnen auch Schüsseln, Teller oder Löffel, und in Lateinamerika sind die Maracas aus kleinen Kürbissen bis heute beliebte Rhythmusinstrumente, in deren Korpus die getrockneten Kürbiskerne rasseln.

Siegeszug durch Italien

Nach Italien kam der Speisekürbis wohl um 1500 aus Mittelamerika. Er entwickelte sich im Norden des Landes schnell zum wichtigen Grundnahrungsmittel für die arme Bevölkerung, und man kombinierte ihn gern mit anderen nahrhaften, aber preiswerten Zutaten wie Reis, Pasta oder Polenta. Erst später wurde er auch von den Köchen des Adels entdeckt und damit im wahrsten Sinne des Wortes hoffähig.
Seither ist die kugelige Frucht aus der italienischen Küche nicht mehr wegzudenken. Vor allem in Venetien, der Lombardei, der Emilia-Romagna und Ligurien ist zucca eine feste Größe auf dem Speisezettel. Am häufigsten werden Kürbisse der Sorten Cucurbita maxima (Riesenkürbis) und Cucurbita moschata (Moschuskürbis) angebaut. Hinter diesen beiden schlichten Bezeichnungen verstecken sich allerdings jede Menge Unterarten in den verschiedensten Formen und Farben. In Venetien schwört man auf die Zucca Marina di Chioggia, in der Emilia-Romagna auf die Zucca piacentina, die – wie der Name verrät – aus Piacenza stammt. Dieser Kürbis hat eine graugrüne, oft geradezu narbige Schale, orangefarbenes Fruchtfleisch und wird wegen seiner überhängenden „Krempe“ auch cappello da prete (Priesterhut) genannt. Typisch für den Süden des Landes ist die Zucca piena di Napoli. Mit grüner Schale und hellen Streifen erinnert dieser Kürbis auf den ersten Blick an riesige Zucchini, doch beim Aufschneiden kommt dann leuchtend orangefarbenes Fruchtfleisch zutage, das sehr aromatisch schmeckt.
Als italienische Hochburg des Kürbisanbaus gilt allerdings Mantua. Hier liebt man die Zucca mantovana mit dunkelgrüner Schale und orangerotem Fruchtfleisch, und hier hat sich das einstige Arme-Leute-Gemüse wahrlich zur Königin entpuppt. Also zelebriert man jedes Jahr zwischen 8. September und 8. Dezember das Festival „Di zucca in zucca“ (Von Kürbis zu Kürbis). Regionale Bauern zeigen ebenso ihr Können wie die lokalen Restaurants, Besucher können Kürbis in tausend Varianten kosten und dazu gibt’s Märkte, Kochkurse, Seminare für Gemüseschnitzen sowie jede Menge Kunst und Kultur.

Autor: Marion Trutter

Lust auf Italien: Juli/August

Cover: Titel - Lust auf Italien 3/2022

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